Zusammenarbeit gegen Mitgliederschwund

Erfurt (TH) – Der Thüringer Feuerwehr-Verband hat sich für eine intensivere Zusammenarbeit der freiwilligen Feuerwehren im Freistaat ausgesprochen. Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der aktiven Feuerwehrleute immer weiter zurückgehe, sei dies die “einzige sinnvolle Alternative”, so der Verbandsvorsitzende Lars Oschmann. Er rief die Kommunen auf, Kooperationen der Feuerwehren zu vereinbaren. Um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen, würden bereits jetzt vor allem tagsüber, wenn nicht genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, in zahlreichen Regionen Thüringens die Feuerwehren gemeinsam ausrücken.

Laut dem am Mittwoch vorgelegten Brand- und Katastrophenschutzbericht waren im vergangenen Jahr in den freiwilligen Feuerwehren Thüringens 41.268 Kameradinnen und Kameraden aktiv. Das waren 1.115 weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt ging die Zahl der Feuerwehrleute von 43.407 auf 42.317 zurück.

Oschmann forderte aber, die Feuerwehren trotz des Mitgliederschwundes in den einzelnen Orten zu erhalten. Sie seien weiterhin “ein wichtiger und unentbehrlicher Sicherheitsfaktor” in den Kommunen. Zugleich warnte der Verbandschef davor, angesichts der angespannten Haushaltslage, “Sparzwänge auf dem Rücken der Feuerwehren auszutragen”. Vielmehr müssten die Städte und Gemeinden Anreize schaffen, um das Ehrenamt in den Feuerwehren attraktiver zu machen. Einige Kommunen gingen bereits mit gutem Beispiel voran und böten den Kameradinnen und Kameraden zum Beispiel freien oder ermäßigten Eintritt in Schwimmbäder und andere kommunale Einrichtungen.

Als erfreulich bezeichnete Oschmann den erneuten Anstieg der Mitgliederzahlen bei den Jugendfeuerwehren. “Die im Brand- und Katastrophenschutzgesetz festgeschriebene Senkung des Eintrittsalters auf sechs Jahre ist eine Erfolgsgeschichte.” Damit sei es nun möglich, Kinder noch früher für die Feuerwehren zu begeistern. Dieses Angebot werde landesweit rege genutzt. Allein in der Altersgruppe der Sechs- bis Neunjährigen sind laut Brand- und Katastrophenschutzbericht fast 2.600 Kinder in den Jugendfeuerwehren organisiert. Viele von ihnen fanden den Weg über die Brand- und Sicherheitserziehung in den Grundschulen zur Jugendfeuerwehr. Deshalb sei deren Integration in den Lehrplan ab dem nächsten Schuljahr auch ein wichtiger Baustein für die Nachwuchsarbeit in der Feuerwehr, hob Oschmann hervor.

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