Freitag, 9. Dezember 2016

Zeitung beleidigt Wehr nach Feuerwehrhaus-Brand

11. November 2014 von  

Suderbruch (NI) – In Suderbruch (Gemeinde Gilten, Heidekreis) ist es am Sonntag zu einem Küchenbrand in einem kombinierten Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus gekommen. Dabei entstand Inventarschaden durch Flammen, Hitze und Ruß – auch an der Feuerwehrausrüstung. Die Redaktion der „taz“ stellte mit ihrer Berichterstattung über den Vorfall die Feuerwehr an den Pranger. Erschienen ist der Beitrag in der Rubrik „Die Wahrheit“ – die von der „taz“ als „Satire- und Humorseite“ bezeichnet wird.

Auch wenn der Artikel als Satire bezeichnet wird – schon die Überschrift dürfte insbesondere die Betroffenen hart treffen: „Hurra, die Wache brennt!“ titelte die „taz“. Die Redaktion bezeichnet Suderbruch als „gottverlassenen Flecken“, und gibt an, dass es hier „mehr Schnucken als Menschen gibt“. Die Feuerwehr habe mehr mit Feuerwehrfesten als mit Bränden zu tun, wird in dem 14-Zeiler behauptet.

Und dann kommt es in dem Artikel ganz dick: „Wie viel schöner wäre es da, wenn endlich mal wieder ein richtiges Feuer ausbräche – zum Beispiel auf der eigenen Wache.“ Die Feuerwehr hatte in einer Pressemitteilung wörtlich gemeldet: „Durch einen glücklichen Zufall befand sich das Einsatzfahrzeug nicht in der Fahrzeughalle und wurde somit nicht beschädigt.“ Eine Agenturmeldung gab diese Information weiter. Die „taz“-Redaktion setzte das Wort „zufällig“ in Anführungszeichen – und überließ dem Leser die Interpretation. Der Artikel endet mit dem Satz: „Hauptsache, die Feuerwehr von Suderbruch konnte endlich mal wieder anderes als ihren Durst löschen.“

Feuerwehreinsatz bei einem Brand im Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus Suderbruch. Foto: Führer/Feuerwehr

Feuerwehreinsatz bei einem Brand im Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus Suderbruch. Foto: Führer/Feuerwehr

Bei den Feuerwehrleuten dürften diese Zeilen trotz Einsortierung alles andere als humorvoll aufgenommen worden sein – zumal auch die Einsatzkleidung durch den Brandrauch kontaminiert wurde und das Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus einer Teilsanierung bedarf. Zu dem Brand am Sonntagmorgen waren die Feuerwehren aus Suderbruch, Norddrebber, Gilten, Nienhagen und Schwarmstedt ausgerückt – insgesamt 65 Kräfte mit sieben Fahrzeugen. Die Einsatzkräfte nahmen nach Angaben eines Feuerwehrsprechers vier Rohre vor, zwei davon im Innenangriff.

Ähnliche Artikel zum Thema:

Zur Brandursache konnte ein Polizeisprecher auf Nachfrage von feuerwehrmagazin.de am Dienstag noch keine konkrete Aussage treffen. Es wird an dieser Stelle nachberichtet.

Hinweis: Dieser Artikel wurde überarbeitet. Der Hinweis, dass der Beitrag in der Rubrik „Die Wahrheit“ erschienen ist, wurde nach Veröffentlichung eingefügt.

Nach dem Brand im Feuerwehrhaus hat sich Ruß auf den Helmen abgesetzt. Foto: Führer/Feuerwehr

Nach dem Brand im Feuerwehrhaus hat sich Ruß auf den Helmen abgesetzt. Foto: Führer/Feuerwehr

Kommentare

29 Kommentare zu “Zeitung beleidigt Wehr nach Feuerwehrhaus-Brand”
  1. Dieter Max sagt:

    Die taz soll froh sein, dass es nicht in deren Redaktionsräumen brennt

  2. dave sagt:

    Haben die Zeitung aber verdient. Und dann muss eine andere Zeitung so über die schreiben.

  3. Felix Schmidt sagt:

    Die Wahrheit (Rubrik in der der Artikel erschien) ist (nach der Eigendarstellung der taz) die „…ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.“

    Ohne den Artikel (und Geschmack) jetzt weiter bewerten zu wollen…

  4. Jan sagt:

    Ihnen ist aber in ihrer eigenen Berichterstattung offensichtlich nicht aufgefallen, daß der Bericht in der Rubrik „die wahrheit“ – der Satireseite der taz – erschien.
    siehe auch verlinkte Selbstdarstellung

  5. Deisterblitz sagt:

    Der Artikel ist ja unglaublich……was sind das nur für Schnarchnasen sie sowas schreiben.

  6. Bastian H. sagt:

    Ganz ehrlich, da hat sich die taz unter Bild-Niveau begeben. Die Feuerwehr sollte meiner Meinung nach über eine Anzeige wegen übler Nachrede nachdenken. Einer objektiven Berichterstattung, wie sie bei jeder erstzunehmenden Zeitung zu erwarten ist, steht diesr Artikel weit nach. Welcher Chefredakteur will diesen Artikel gegengelesen haben? Da hats wohl einer von der Bild hingeschafft. Ganz ehrlich die Bild soll hier nicht in den Dreck gezogen werden, aber diese zeichnet sich nunmal durch subjektive und mitunter auch falsche Berichterstattung aus. Einer Feuerwehr wegen sozialem Engagement auf deutsch gesagt pure Sauferei vorzuwerfen ist sowohl falsch als auch beleidigend. Da wäre eine objektive Berichterstattung über die Brandschutzprobleme, die dadurch aufkommen, usw. sinnvoller gewesen.

  7. Bastian H. sagt:

    Desweiteren wäre hier ein ausführlicher Bericht im Feuerwehrmagazin sicherlich lesenswert.

  8. Nicole sagt:

    Unter aller Sau !

    Die Zeitung sollte sich Öffentlich entschuldigen!
    Hier ein kleiner Text zum Überlegen.

    Keine Zeit zum Nachdenken !

    Die Feuerwehr ist eine Organisation,die 24 Stunden,
    7 Tage in der Woche,
    zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit ist.
    Die in kürzester Zeit eine große Zahl an Helfern bereitstellen kann.

    Mit großer technischer Professionalität erledigt man als Einsatzkraft dann seine Aufgabe,

    für die man seine Bereitschaft erklärt hat,
    für die man ausgebildet wurde,
    die man trainiert hat,
    ohne die eine erfolgreiche Arbeit nicht möglich ist,
    nämlich Betroffenen in Not zu helfen.

    Und doch lässt sich Einiges nicht so einfach wegstecken.

    Gedanken eines Feuerwehrmannes

    Ich wünschte, du könntest die physische, emotionale
    und mentale Belastung von stehengelassenem
    Essen, verlorenem Schlaf und verpasster
    Freizeit vorstellen, zusammen mit all den
    Tragödien, die meine Augen gesehen haben.

    Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen,
    wenn ich helfe, eine junge Frau aus den
    zertrümmerten
    Resten ihres Wagens zu ziehen,

    “Was wäre, wenn es meine Schwester, meine
    Freundin oder eine Bekannte ist?
    Wie werden ihre Eltern reagieren, wenn vor ihrer Tür
    ein Polizist steht, der seine Mütze in den
    Händen hält?”

    Solange du solch eine Situation nicht durchgemacht hast,
    wirst du niemals wirklich verstehen oder
    einschätzen können, wer ich bin, was wir sind
    oder was unsere Arbeit wirklich bedeutet.

    Ich möchte gerade auf diese Menschen aufmerksam machen, die nicht nur ständig um öffentliche Anerkennung, sondern auch noch um dringend notwendige Ausrüstung ringen müssen, die letztlich über das Leben der Menschen beim Einsatz entscheidt…

    …die,die ihr Leben bei der Abwendung von Gefahren und der Rettung von Menschenleben auf’s Spiel setzen, ganz besonders diejenigen, die dies noch freiwillig in ihrer Freizeit machen und dafür viele Stunden Ausbildung absolvieren.

    Feuerwehr von einer anderen Seite.

  9. sven sagt:

    Geschmacklos!!!!!

  10. Martin sagt:

    Aufgrund dieser Berichtertattung einer Zeitung kann bessergesagt muss man ihre Redakteure als infantil bezeichnen. Ich habe hier das Gefühl und so wird es auch vielen Kameraden gehen das man hier bewusst versucht, das Ehrenamt in den Dreck zu ziehen. Liebe oder besser gesagt dumme Redakteuer eins solltet Ihr euch hinter euere anscheinend noch mehr als grünen Ohren schreiben. KEIN aber auch wirklich KEIN Feuerwehrmann ist froh wenn es in der eigenen Unterkunft brennt. Soetwas geschmackloses dann überhaut auf Papier zubringen ist der Gipfel der Frechheit. Den Redakteu und seinen Vorgesetzten der das abgesegnet hat sollte man fristlos kündigen und in Regress nehmen für den Imageschaden der nicht nur dieser Wehr sondern auch allen anderen Wehren aufgrund dieser Berichterstattung entstanden ist. Lasst euch mal gesagt sein TAZ anstatt soetwas zu schreiben solltet Ihr lieber was sinnvolles tun und zur Werbung fürs Ehrenamt beitragen. Aber schon klar solche „angeblichen“ Schlagzeilen sind gut da steigt die auflage da rollt der Rubel…

    Ich kann hier zu dieser Zeitung nur sagen PFUI SCHÄMT EUCH.

  11. Matthias sagt:

    Anzeige wegen übler Nachrede und eine öffentliche Entschuldigung fordern!

  12. Norman sagt:

    Naja, auch wenn dieser Artikel geschmacklos und beleidigend ist und, so werden einige auch festgestellt haben, von einer linksorientierten Zeitung, die seit Jahren im Streit mit der Bildzeitung liegt, stammt hätte der Redaktion vom FWM dann doch auffallen sollen, dass der Artikel in der Satierekategorie “ Die Wahrheit “ erschienen ist…

    Gruß an alle Leser der Kommentare und des Artikels
    P.S. und nicht immer zu voreilig sein 😉

  13. RoHam sagt:

    nun, vielleicht findet die TAZ demnächst ja einen lustigen, nach VU im Sterben liegenden, Kradfahrer, den sie, natürlich nur zur allgemeinen satirischen Belustigung, durch den Dreck ziehen kann

    Nicht alles was geht, muss auch

  14. fwler sagt:

    Die örtliche Politik stellt sich vor Ihre Feuerwehr und wird diesbezüglich Beschwerde einreichen.

  15. Oli Weiss sagt:

    Achtung Kommentar enthält zum Teil Satire 🙂
    Ich finde es immer wieder toll das tausende versoffener Brandstifter Tag ein Tag aus mit ihrer viel zu teuren Ausrüstung und ihren roten, viel zu lauten Fahrzeugen jedem egal welcher Nationalität oder sozialer Herkunft unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit oder gar ihres Lebens helfen. Sollte man bei der Meinung der Öffentlichkeit und auch mancher Medien von den Blechköpfen gar nicht erwarten.

  16. Alexander Dylla sagt:

    Also ich bin selbst Feuerwehrmann im Heidekreis und finde es einfach unverschämt was die TAZ geschrieben hat! Ich kann echt nicht nachvollziehen wie man die Freiwilligen Helfer so beleidigen kann in den 4 Sätzen. Aber mit dem verlassenen Fleck mit mehr Schnucken als Einwohnern haben sie stellenweise in us schöne Heide teilweise recht, trotdem gehört sowas nicht in so einen Artikel den die halbe Bundesrepublik liest.
    MFG

  17. Stefan M. Faust sagt:

    Dieser Artikel ist eine absolute Frechheit von der „taz“. Ehrlich, sowas habe ich bisher noch nie gelesen. Unglaublich!

  18. Matthias Gerhardy sagt:

    Die Pressefreiheit in allen Ehren, aber hier sind Grenzen überschritten worden.
    Ich sehe es auch als Aufgabe der Fachjournalisten, hier gegenzusteuern, sei es über „neutrale“ Medien oder über die Politik.
    Sollte diese Art der Berichterstattung Schule machen, wird der Schaden am Ehrenamt unermeßlich werden.

    Die Möglichkeiten und das Netzwerk der Feuerwehr steht auch den Journalisten zur Verfügung, auch um so eine Redaktion lautstark und öffentlich zur Richtigstellung aufzufordern.

    Hier erwarte ich unter Anderem vom Feuerwehrmagazin viel mehr, als nur den Text der eigenen Pressemitteilung anzupassen.

  19. Joachim Weber sagt:

    Das zeigt ein klares Bild vom Niedergang der Printmedien. Wer kein Geld für gelernte Journalisten ausgeben will, muss sich eben mit solchen „Schreiberlingen“ umgeben, die dann so einen Mist produzieren. Anscheinend hat jetzt auch die TAZ das Lektorat abgeschafft und sich im Niveau der „B erichte – I nformationen – L ebenshilfe – D ummheit“-Zeitung unterworfen!
    Nicht jeder Schreiberling, der sich selbst Journalist nennt, kann mit dem Begriff und vor Allem mit dem Wert der PRESSEFREIHEIT etwas anfangen.

  20. Mathias Schumann sagt:

    Selbst wenn der Artikel auf der Satire Seite erschien, ist es Geschmacklos. Wenn jemand zu Schaden kommt, sei es körperlich oder materiell, gehört das nicht auf eine Satire Seite. Der Redakteur wurde anscheinend im Kindesalter mit einem Klammerbeutel gepudert. Wenn ich die Zeitung abonniert hätte, würde ich es spätestens nach solch einem Artikel das Abo kündigen! Da ist eine große Entschuldigung fällig! Den Kameradinnen und Kameraden der Ortswehr wünsche ich alles Gute und hoffe, dass sie bald wieder voll einsatzfähig sind.

  21. Frank Jäkel sagt:

    Nun hat besagte Zeitung ja das was Sie wollte,Aufmerksamkeit.
    Wieso regt man sich über so etwas auf?
    Das ganze ist ohne diesen Aufschrei der grundlosen Empörung in 2 Tagen vergessen also hier wäre weniger mehr gewesen.

  22. Lenni Iefenstrahl sagt:

    Guten Abend allerseits,

    allein schon der Umstand, dass ein „Spritzenhaus“ Feuer fängt – so tragisch das im Einzelfall auch sein mag -, erfüllt den „Tatbestand“ einer Realsatire.

    Dass dieses Geschehnis dann auf einer (ecce!!!) Satireseite thematisiert wird, ist fast zwangsläufig. Und eingedenk des Umstands, dass wir in einem demokratischen Staat leben, auch verdammt gut so.

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine Vielzahl meiner Vorkommentatoren nicht so recht wissen, was eine Satire eigentlich ist und empfehle all‘ jenen, die hier von „übler Nachrede“ oder gar „Überschreiten der Pressefreiheit“ schwadronieren, die Lektüre des korrespondierenden Wikipedia-Eintrags: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Satire – Liebe Feuerwehrleutz, entspannt Euch ein wenig, bittet ein ehemaliger Zivildienstleistender im Rettungsdienst!

  23. N A sagt:

    Satire muss man aushalten können(auch und gerade als Mitglied einer betroffenen Gruppe[über andere lachen ist immer einfacher]; nur ist der TAZ-Artikel weder handwerklich gut geschrieben, noch spitzt er die Pointen so zu, als das man vielleicht sagen könnte:“Ein Funken Wahrheit steckt drin, Haken hinter.“

  24. RR sagt:

    Satire hin oder her – Über gewisse Dinge ist es einfach ein Unding Satire zu betreiben.
    Mit dieser Berichterstattung ist die taz ganz klar weit über das Ziel hinaus geschossen.

    Die taz sollte sich bei den Kameraden entschuldigen und vielleicht einen positiven Bericht über unser Ehrenamt schreiben. Das wäre das mindeste was die tun sollten…..

  25. Gerd sagt:

    Was soll man von den schreiberlingen auch anders erwarten!

  26. Uli sagt:

    Auch Satire hat ihre Grenzen. Inbesondere dann, wenn unter diesem Deckmantel eine Entgleisung der besonderen Art vorliegt. Journalismus hat immer noch etwas mit Seriösität zu tun, mit dem Anspruch von Qualität. Und beids sehe ich hier nicht. Und das ist nicht satirisch gemeint.
    Nicht satirisch, sondern sarkastisch:
    „Juhuh! Die Redaktion ist ausgebrannt. Und keiner ist hingegangen!“

  27. N A sagt:

    „Satire hin oder her – Über gewisse Dinge ist es einfach ein Unding Satire zu betreiben.“[sic]
    Kann man drüber streiten; oder hat sich einer von uns über die Mohammed-Karikaturen aufgeregt ?

  28. baltak sagt:

    Satire darf alles. Wo würde denn eine Einschränkung hinführen ? Dann würde die nächste Gruppe auch ausgenommen werden wollen.

    Erst die religiösen Gruppen, dann Rentner, gefolgt von Behinderten, Bayern und Franzosen. Jetzt ist halt die Feuerwehr dran.

    Ich persönlich bin auch überhaupt nicht mit dem Artikel einverstanden, aber nur, weil man plötzlich einer Gruppe angehört, die von einer Satire betroffen ist, heisst das noch lange nicht, Satire als Solches in Frage zustellen.

    baltak
    Feuerwehrmann aus Niedersachsen

  29. Addi sagt:

    Die TAZ sollte abgeschafft werden. Für solche Schmierenblätter ist in diesem Land kein Platz!

    Reicht die Bild nicht mehr aus oder was?

    Was hätten die Redakteure gesagt, wenn in einer anderen Zeitung so was gestanden hätte? Die wären doch direkt zum Anwalt marschiert! Schmierenkomödianten!

Kommentare

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