Dienstag, 6. Dezember 2016

Wirklich mehr Einsätze durch Sex-Unfälle?

16. Februar 2015 von  

London (England) – Kaum ein Medium berichtet dieser Tage nicht darüber: die Londoner Feuerwehr befürchte einen dramatischen Anstieg von Unfällen mit Erotik-Toys und gewöhnlichen Haushaltsgegenständen. Hintergrund sei der Kino-Start der „Fifty Shades of Grey“-Verfilmung. Doch was ist dran an dieser Warnung?

Tatsächlich hatte die Feuerwehr London selbst mitgeteilt: Allein im letzten Jahr seien die Einsatzkräfte zu 472 „Personenunfällen mit Gegenständen“, oftmals haushaltsüblichen Objekten, gerufen worden. So wurde ein Staubsauger für ein Körperteil seines Besitzers zu einer gefährlichen und äußerst schmerzhaften Falle. Seit der Veröffentlichung der Roman-Trilogie „Fifty Shades of Grey“ – in dem Sadomaso-Sex eine wichtige Rolle spielt – ist die Anzahl dieser Art von Einsätzen stetig gestiegen. Zum Vergleich: 2010/2011 waren es „nur“ 422 solcher Einsätze.

Aufklärungskampagne gegen Unfälle beim Liebesspiel

Um einer ähnlichen Unfallwelle nach dem Kino-Start vorzubeugen, hat die Londoner Feuerwehr die weltweite Kampagne „Fifty Shades of Red“ ins Leben gerufen. Mit öffentlichen Meldungen über sehr delikate Einsätze sollen potenzielle Nachahmer abgeschreckt und zu mehr Vorsicht aufgerufen werden. Schließlich möchten wohl die wenigstens nackt von der Feuerwehr aus den Handschellen oder ähnlich kompromittierenden Situationen befreit werden.

Allerdings – betrachtet man sich die veröffentlichten Einsatzzahlen aus London einmal genauer – scheint die Lage weniger dramatisch zu sein als die britischen Kameraden dies darstellen. Zwar ist die Anzahl der Fälle, bei denen Feuerwehrleute Objekte von Personen oder Personen von Objekten befreien mussten, weiter angestiegen. Tatsächlich nimmt die Anzahl der gemeldeten Unfälle mit Handschellen oder Penisringen seit 2010/2011 eher ab als zu. Meldungen über delikate Unfälle mit Toastern und Plastikflaschen scheinen doch eher die Ausnahme zu bilden.

Warum also diese alarmierende Meldung aus London? Ein möglicher Grund mögen die hohen Kosten für vermeidbare Feuerwehreinsätze sein. Immerhin liegen die Gebühren für einen Einsatz bei rund 295 britischen Pfund, umgerechnet etwa 398 Euro, die nach Angaben der Feuerwehr auf den Steuerzahler zurückfallen. In der Summe ergibt sich ein Betrag von fast 400.000 britischen Pfund (rund 539.000 Euro) für die letzten drei Jahre.

Grafik der Londoner Feuerwehr bei Twitter: Die Zahl der Einsätze von „Personenunfällen mit Gegenständen“ ist in den letzten Jahren gestiegen:

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