Sonntag, 20. August 2017

Wie im Film: Riesenübung nach Flugunfall

5. September 2012 von  

Travenbrück (SH) – Am vergangenen Wochenende führten Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Hilfsorganisationen eine riesige Übung auf dem Truppenübungsplatz Putlos (Kreis Ostholstein) durch. Das Szenario: Absturz eines Düsenjägers. 32 Stunden waren die Helfer im „Einsatz“.

Zur Übung rückten auch 200 Ehrenamtliche der ersten Brandschutzbereitschaft des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn an – mit 45 Einsatzfahrzeugen. Das Einsatzgebiet erstreckte sich über eine Fläche von etwa sechs Quadratkilometer. Trümmerfelder, Flammen, dichter Rauch und zahlreiche verletzte Personen erwartete die Mannschaften. Die Straßen waren durch Wald- und Flächenbrände kaum befahrbar, Anwohner flohen vor den Feuerwalzen.

Was war passiert? Bei einer Flug-Ausbildung der Bundeswehr war es in der Luft zu einer Kollision von mehreren Düsenjägern gekommen. Brennende Flugzeugteile stürzten zu Boden – in Ortschaften und Wälder. Gebäude wurden zerstört, darunter auch ein Bahnhof. Unzählige Personen erlitten Verletzungen, viele galten als vermisst. Zunächst musste die Stormarner Brandschutzbereitschaft in Vollbrand stehende Anwesen löschen. Aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes mussten die Kameraden sechs verschüttete Personen retten. Zu den besonderen Herausforderungen zählte der massive Bedarf an Atemschutzgeräteträgern und die Wasserförderung über lange Wegstrecken. Es kamen neben zahlreichen Pumpen transportable 3000-Liter-Wasserbecken zum Einsatz. „Nur so konnten wir den Druck auf den zahlreichen Schlauchleitungen konstant halten“, erklärt Übungsleiter Wolfgang Schramm.

Als sich dieser Übungsabschnitt dem Ende neigte, ging ein Notruf des Bürgermeisters ein. Er war wegen der starken Hitzestrahlung, die außerhalb des Rathauses wegen eine Flächenbrandes herrschte, darin gefangen. Die Feuerwehr beschloss, eine Wassergasse zu bilden. Auf einer Strecke von 100 Metern brachten die Aktiven 42 C-Stahlrohre in Stellung und bildeten quasi einen Tunnel. Der Bürgermeister konnte durch die Gasse in Sicherheit gebracht werden.

Kurz darauf folgte der nächste Einsatzbefehl: Am Putloser Bahnhof hatten Flugzeugtrümmer einen Zug und mehrere Kraftfahrzeuge getroffen. Eine unbekannte Anzahl von Verletzten wartete auf Hilfe. Die Feuerwehr ging zur Menschenrettung und Brandbekämpfung vor.

Es gab im Gesamtszenario keine Atempause. Der Waldbrand geriet außer Kontrolle und bedrohte einen Flughafen. Auf dem Flugfeld standen weitere vollgetankte Düsenjäger. Es galt, ein Übergreifen des Brandes auf die Flieger zu verhindern. Mehrere wasserführende Löschfahrzeuge wurden aus anderen Übungslagen abgezogen und rund um das Flughafengelände zur Flächenbrandbekämpfung eingesetzt. Dafür musste eine Löschwasserversorgung über vier Kilometer aufgebaut werden.

Übungskräfte decken einen Düsenjäger mit einem Schaumteppich ein. Foto: KFV Stormarn

Am nächsten Tag mussten die Aktiven weitere Gebäude- und Flächenbrände bekämpfen. „Auch bei dieser letzten Übung überzeugten die Kräfte der Stormarner Brandbereitschaft mit Erfahrung und handwerklichem Können“, lobte Kreisbrandmeister und Übungsbeobachter Gerd Riemann.

Ziel der 32-stündigen Übung war es, schnelle Reaktionen auf unerwartete Lagen zu zeigen, sich in unbekanntem Gebiet zurecht zu finden und das Zusammenspiel mehrere Einheiten zu prüfen. Die Übungsleitung war zufrieden. „Ganz viele Dinge haben geklappt. Einiges müssen wir noch üben“, sagte Bereitschaftsführer Albert Iken. (Quelle/Fotos: KFV Stormarn)

Kommentare

10 Kommentare zu “Wie im Film: Riesenübung nach Flugunfall”
  1. Natascha Harms sagt:

    War echt ein Super Wochenende!!! Jederzeit gern
    Wieder dabei

  2. Friedrich sagt:

    Respekt an die Kameraden, und noch mehr Respekt an die Einsatzleitung für solch Organisatorisches Geschick.
    Gehört schon viel dazu 32 Stunden am Stück hochkonzentriert zu arbeiten.

  3. Martin sagt:

    Gibt es irgendwo noch mehr Bilder zu dem ganzen Scenario und Übungsablauf?

  4. Joachim Appel sagt:

    Super Übung
    Wir haben noch soviel Schaum in einen Einsatz verarbeitet.
    200 liter was für eine Schaumparty.

    Mit Besten Dank.

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