Donnerstag, 19. Januar 2017

Unnötiger Notruf führt zu Großeinsatz in drei Bundesländern

4. Juli 2016 von  

Geesthacht (SH) –  „Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ – ein altes Sprichwort, wenn es um Segler geht. Doch manchmal kommt es vor, da fehlt dieses Maß schlichtweg. So sorgte ein auf Grund gelaufenes Segelboot am Sonnabend für einen Großeinsatz von Rettungskräften am Elbufer in drei Bundesländern. Letztendlich warteten die beiden Männer nach ihrem ersten Notruf dann doch lieber an Bord, bis sie mit der nächsten Flut wieder ausreichend Auftrieb hatten, um ihren Törn fortsetzen zu können.

Einsatz Boot auf Grund gelaufen

Unnötiger Notruf führt zu Großeinsatz in drei Bundesländern. Foto: T. Jann

Gegen 5 Uhr waren zwei Männer aus Hamburg mit dem 11,50 Meter langen Segelboot elbaufwärts unterwegs. Unterhalb der Schleuse an der Elbe bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) blieb das Boot dann mit dem Schwert, das es im Wasser stabilisieren soll, bei ablaufendem Wasser im Schlick hängen. Die Männer hatten eine Sandbank und das ablaufende Wasser unterschätzt.

In ihrer ersten Panik riefen sie über Notruf die Feuerwehr um Hilfe. Sie landeten in der IRLS-Süd in Bad Oldesloe, die die FF Geesthacht alarmierte. Mit KdoW, HLF 20, LF 20 und RTB machte sich die Wehr auf den Weg. Da vom Elbufer im Bereich der Schleuse nichts zu sehen war, wurde die Meldung nach Hamburg und Niedersachsen, die für den südlichen Abschnitt zuständig sind, weitergegeben. Parallel wurde das Geesthachter RTB geschleust, um elbabwärts fahren zu können.

Passend zum Thema:

„Da wir uns hier im Dreiländereck zwischen Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen befinden, kamen aus allen drei Ländern zu Wasser und an Land Kräfte zur Einsatzstelle“, erklärte Heiko Brett, stellvertretender Chef der Feuerwehr Geesthacht, die zuerst vor Ort war. Vom Rettungsboot aus nahm Zugführer Ingo Schwarz Kontakt zu den Männern an Bord des Havaristen auf.

Ergebnis: Sie wollten von ihrem Hilferuf nichts mehr wissen und lieber die nächste Flut abwarten. Da das Wasser gegen 6 Uhr bereits deutlich abgelaufen war, mussten die Männer bis gegen 15 Uhr ausharren, ehe sie wieder ausreichend Wasser unter dem Kiel hatten und die Fahrt fortsetzen konnten. Ob die Männer die Einsatzkosten für den durch ihren unbedachten Notruf ausgelösten Großeinsatz übernehmen müssen, war zunächst noch unklar.

Kommentare

2 Kommentare zu “Unnötiger Notruf führt zu Großeinsatz in drei Bundesländern”
  1. Marc K. sagt:

    Warum war der Notruf unnötig? Warum sollten die Kosten übernommen werden?

    Der „normale Bürger“ sollte in solchen Situationen von dem Leitstellenpersonal kompetent betreut werden. Dieses hat die notwendige Fachkentnis um zu beurteilen welche Rettungsmittel notwendig sind. Dass an dieser Stelle drei Bundesländer involviert sind, kann man als Normalbürger nicht wissen.

    Mit solchen artikeln schürt man die Angst vor’m Notruf :-/

  2. Klaas sagt:

    Da wir uns im Tiedenbereich befindenist ein auf Grund gelaufenes Segelboot mit Personen an Bord immer eine Gefährdung von Personen, da das Boot jederzeit kentern kann. Man kann in diesem Bereich nur glücklich sein, dass es soviele freiwillige Helfer gibt, die auch solche Ereignisse schnell und kompetent reagieren können. Sofern es zu einem Personenschaden kommt wird niemand im Nahhinein argumemntieren können, warum die Boote aus den anderen Bundesländern nicht alamiert wurden.
    Bei Einsetzen auf der Elbe handelt es sich nicht um einen einfachen Verkehrsunfall, bei dem das Ausmaß schnell jedem klar ist. Befinden sich vermisste Personen im Wasser ist jede Feuerwehr, die mit Boot vor Ort ist gold wert.
    Die Kosten sollen übernommen werden, weil die Besatzung offensichtlich das als solches gekennzeichnete Fahrwasser fahrlässig verlasen hat und dadurch einen Feuerwehreinsatz ausgelöst (offensichtlich sogar selbst angerufen).
    Wenn ich mit dem Auto in den Graben fahre, weil ich zu schnell bin und dabei einen Feuerwehreinsatz auslöse muss auch gezahlt werden (übernimmt wohl in der Regel die Versicherung).

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