Samstag, 10. Dezember 2016

Trauer um Professor Hölemann

Dortmund (NW) – Prof. Dr. rer. nat., Dipl.-Chem. Hans Hölemann ist am 11. Januar 2015 in Dortmund gestorben. Er gehörte zu den ersten Professoren des neugegründeten Fachbereichs Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal und hatte bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2000 einen Lehrstuhl für Brand- und Explosionsschutz inne.

Hans Hölemann. Foto: de Vries

Hans Hölemann. Foto: de Vries

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten insbesondere Schwelbrände in organischen Materialien und ihre Dynamik sowie Schweißen (Schweißperlen), Schneiden und verwandte Verfahren als Zündquellen. Viele seiner Forschungsergebnisse fanden Eingang in das heute noch gültige Berufsgenossenschaftliche Regelwerk und andere technische Regeln.

Wesentlicher Einfluss auf Feuerwehr-Dienstvorschriften

Schon früh stellte er auch den Praxisbezug zum abwehrenden Brandschutz und zu den öffentlichen Feuerwehren her. Dies zeigte sich insbesondere in der Vielzahl der bei ihm erstellten Studien- und Diplomarbeiten von Studenten, die aus dem ganzen deutschen Sprachraum kamen, um in diesem über lange Zeit einmaligen Fachgebiet ihre Ingenieurausbildung zu erlangen. Erstmals wurden damit in der Bundesrepublik Deutschland über längere Zeiträume systematische Untersuchungen zu Technik und Taktik der Feuerwehren durchgeführt, deren Ergebnisse z.B. wesentlichen Einfluß auf die Reform der Feuerwehrdienstvorschriften 3 bzw. 4 hatten.

Das nach den Arbeiten von Hans Brunswig in den 1960-er Jahren brachliegende Fachthema der Brandbekämpfung mit Wasser und Schaum wurde in den 1990-er Jahren mit umfangreichen experimentellen Untersuchungen bearbeitet. Weitere Schwerpunkte waren die „Entfluchtung“ komplexer Gebäude wie z. B. Krankenhäuser, die auch anhand praktischer Projekte im Bestand untersucht und verbessert wurde und die Entwicklung und Anwendung moderner Halbleitersensorik für risikoangepasste und „intelligente“ Brandmeldetechnik.

Viele Absolventen bei der Feuerwehr

Prof. Hölemanns Absolventen arbeiten heute bei vielen Feuerwehren, Aufsichtsbehörden, Versicherungen, großen Betrieben oder freiberuflich in eigenen Ingenieurbüros in ganz Deutschland. Im Jahre 2002 wurde Prof. Hölemann (Jahrgang 1935) von der Vereinigung zur Förderung des Brandschutzes (vfdb) mit der Heinrich-Henne-Medaille für seine hervorragenden Verdienste um die technisch wissenschaftliche Entwicklung des Brandschutzes geehrt. (Text / Foto: Holger de Vries)

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