Freitag, 9. Dezember 2016

Tödlicher Unfall bei Cold Water Challenge

30. Juli 2014 von  

Isselburg (NW) – Ein 34 Jahre alter Familienvater ist am Dienstagabend in Isselburg (Kreis Borken) im Rahmen einer „Cold Water Challenge“ tödlich verunglückt. Durchführender der Aktion war keine Feuerwehr, sondern ein örtlicher Kegelclub.

Rettungsdienst-Notarzt. Symbolfoto: Thomas WeegeAuf einem abgeernteten Getreidefeld stellten die Beteiligten nach Angaben der Polizei eine Biertischgarnitur auf, an der zwischen 12 und 14 Personen saßen. Im weiteren Verlauf wurde die Ladeschaufel eines Teleskopladers mit rund 2.000 Litern Wasser gefüllt.

Ein 36-jähriger Isselburger hob gegen 20.15 Uhr die Schaufel an und fuhr den Teleskoparm auf etwa sechs Meter aus. Danach fuhr er langsam in Richtung der Gesellschaft, um das Wasser über die am Tisch sitzenden Personen auszugießen. Dabei geriet die Baumaschine aus dem Gleichgewicht. Das Fahrzeug kippte nach vorne, die Schaufel schlug auf dem Biertisch auf.

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Von den 14 am Tisch sitzenden Personen konnten sich acht unverletzt in Sicherheit bringen. Sechs Personen im Alter zwischen 32 und 36 Jahren wurden von der Schaufel erfasst. Dabei wurden fünf zum Teil schwer verletzt. Ein 34-jähriger Mann erlitt tödliche Verletzungen. Ein schwer Verletzter wurde in eine Klinik geflogen. Drei Verletzte kamen in umliegende Krankenhäuser; eine Person wurde vor Ort ambulant behandelt. (Symbolfoto: Thomas Weege)

Kommentare

19 Kommentare zu “Tödlicher Unfall bei Cold Water Challenge”
  1. Manfred Gundel sagt:

    Der Hintergrund/Ursprung der CWC dürfte ja mittlerweile jedem bekannt sein. Wir, das Team um DREHLEITER.info, haben ebenfalls bei einer CWC mitgemacht um einer gemeinnützigen Einrichtung zu helfen. Wir haben auch erst geklärt, ob und was wir machen OHNE Gefahr für uns oder andere. Da überrascht es mich immer wieder, dass es Leute gibt die VOR ihren Aktionen nicht darüber nachdenken!
    Dieser Fall sollte Ansporn genug sein für alle die bei solchen Unternehmungen mitmachen wollen!

    Mein/unser Mitgefühl gehört der Familie des Verstorbenen.

  2. A.Kraus sagt:

    Das war ja klar, dass bei diesem idiotischen Wettbewerb einmal etwas passieren musste! Ich halte das ganze für Unsinn und hoffe, dass es immer mehr Kommunen gibt, die ihrer Feuerwehr die Teilnahme ganz einfach verbieten! Ich würde mich niemals an einer solchen Aktion beteiligen!

  3. Philipp Thome sagt:

    Wie extrem dumm kann man bitte sein? Warum lässt man den Scheiß nicht einfach sein?
    Ist man wirklich so aufmerksamkeitsgeil dass man jegliche Bedenken bzgl. Sicherheit und gesundem Menschenverstand über Bord wirft?

  4. Bastian Güldenpfennig sagt:

    Es war/ist leider klar gewesen das bei der cold water challenge irgendwann so derbst übertrieben wird das jemand zu schaden kommt !!! WIR sollten und müßen aus diesem traugigen Fall lernen und solche aktionen einfach lassen!!!!

    Mein herzlichstes beileid der Familie und den verletzten Personen alles alles gute!

  5. Christian sagt:

    Nicht mit angehobener ladung fahren!
    Steht auf jeder baumaschine nicht nur aus spaß. Und 2 tonnen auf 6m zu heben vor dem fahren grenzt an absolute dummheit.

    Ganz abgesehen davon das ich mich frage was 2 tonnen wasser aus der höhe auch ohne die schaufel an schaden angerichtet hätten allein durch das gewicht des wassers beim aufprall.

  6. Thomas sagt:

    Traurig, daß so etwas passiert ist. Mein Mitgefühl an die Betroffenen und Angehörigen.
    Fakt allerdings es handelt sich hier nicht um eine Feuerwehr, sondern einen Kegelclub! (Warum also hier die Berichterstattung?)
    Zweifellos wurden sehr viele CWC durchgeführt die zu einer positiven Darstellung der Feuerwehren in der Öffentlichkeit gesorgt haben.
    Einige müssen halt leider immer übertreiben und machen hierdurch vieles kaputt was andere mühsam aufgebaut haben. Hätte man den ursprünglichen Gedanken beibehalten und die Durchführung immer mit Augenmaß gemacht hätten wir diese Berichterstattungen nicht. Ich finde es schade, daß nun jetzt wo das Thema bei den Feuerwehren eh durch ist, das Ganze immer wieder aufgekocht wird.
    Wieviele Personen sind in diesem Jahr schon bei Bade- oder Motorradunfällen in Deutschland ums Leben gekommen?

  7. chris sagt:

    Die Intension, warum hier über diesen Vorfall berichtet wird ist doch wohl nicht von der Hand zu weisen. Die Feuerwehr-Unfall-Kasse hat bereits ihr Statement dazu abgegeben und viele Kommunen distanzieren sich um die Verantwortung nicht zu tragen, wenn ein Fall wie dieser Eintritt.

    Freie Meinungsäußerung hin oder her, die Leute jetzt zu beleidigen und als dumm darzustellen ist in meinen Augen respektlos und jeder sollte mal in seiner Vergangenheit nachsehen und überlegen, was er schon mal angestellt hat und wieviel dabei hätte passieren können.

    Was alle Beteiligten am wenigsten brauchen können sind jetzt bescheuerte Klugscheissereien. Denn ob die Aktion jetzt „clever“ war oder nicht, wissen Sie jetzt selbst am besten.

    Vorwürfe machen sich alle schon genug deswegen, da muss man nicht noch anschließend drauf kloppen.

    Da solltet ihr Euch mal zurückhalten.

  8. Thomas 2 sagt:

    da kann man kein Mitgefühl mehr entwickeln, das ist schon Vorsatz vom Fahrer, dem müsste man die Lizenzen (Führerschein etc) zeitlebens entziehen! Die Deppen unter einer Schwerlast am Biertisch sind nicht mehr zu bedauern
    Was für eine verblödete gesellschaft haben wir bloss bekommen
    schaltet mal all die Medien ab und orientiert euch mal wieder an der physik des realen lebens

  9. Alexander sagt:

    Zunächst einmal mein Mitgefühl den Hinterbliebenen.

    Leider hat es sich wieder einmal bewahrheitet: Es hat so kommen müssen. Und so hart es klingen mag, zum Glück war es kein Feuerwehrmann.
    Als Führungskraft einer ebenfalls nominierten Feuerwehr bin ich dankbar, dass wir uns gegen eine Teilnahme entschieden haben und unseren Beitrag an einen gemeinnützigen Zweck gespendet haben. Wie viele andere auch, wenn man liest, das Paulinchen e.V. über 26.000 Euro gespendet bekommen haben. Aber was zählt das jetzt noch? Der Schaden der unserer Gesellschaft und vor allem der Familie durch den Tod des „Kegelbruders“ entstanden ist, ist zig Mal größer wie die Spendenbeträge die erwirtschaftet wurde.
    Der Imagegewinn für die Feuerwehren aus dieser Veranstaltung ist ebenfalls untergeordneter Art, denn die vielen lustigen Beiträge sind durch die wenigen extremen Beiträge in den Hintergrund getreten.
    Das die Unfallkassen Alarm schlagen, ist dann auch nur zu verständlich.
    Viel kritischer sehe ich persönlich aber auch den Einsatz von mit Steuergeldern bezahlter Ausrüstung, die nun mal zweckentfremdet wird.
    Wer wäre denn für den Schaden aufgekommen, wenn z.B. ein Fahrzeug kaputt gegangen wäre? Das Geschrei aus der Mannschaft hätte ich hören wollen, wenn es geheißen hätte, dass aufgrund der Haushaltslage eine Ersatzbeschaffung des beim Cold Water Challenge geschrotteten Fahrzeuges frühestens in drei Jahren erfolgen kann.
    Da jammern wir alle, dass wir alle keine Zeit und kein Geld für neue Ausrüstung haben und setzen dann mancherorts unser knappes Personal und unser Gerät doch auf sehr leichtsinnig für einen kurzen Moment des Internet-Ruhmes ein.

    Leider verlangt unsere Gesellschaft heute nur noch „höher, schneller, weiter“. Es wird Zeit, diesem Entgegen zu wirken und nicht immer bei allem als erster „hier“ zu rufen.

    In diesem Sinne erwarte ich auch ein klare Ansage unserer Interessenvertreter auf Bundes-, Landes- und Kreisebene derartige Kettenaktionen zu unterlassen. Und eine Solidaritätsbekundung von der Basis, den Cold Water Challenge und seine nachfolgenden Aktionen zu stoppen, bzw. erst gar nicht anzufangen.

  10. bd112 sagt:

    Das Problem ist nicht die CWC. Wenn man ein bisschen mit Verstand arbeitet kann eine solche Aktion für alle Beteiligten ungefährlich über die Bühne gehen. Das wurde tausendfach gezeigt und hat meiner Meinung nach das Image der Feuerwehr erheblich verbessert, es steht das Wasser im Vordergrund und nicht wie so oft das Bier…

    Hier wurden ca. 2 Tonnen Last mit einem aufgerichteten Ausleger bewegt. So etwas geht schief, egal ob bei einer CWC oder auf einer Baustelle (der klassische Arbeitsunfall). Der betroffene wurde nicht getötet, weil er an einer CWC teilgenommen hat, sondern weil hier Arbeitsschutz- und Maschinenrichtlinien ignoriert wurden!

    Wenn ich an meine JF-Zeit zurückdenke, wurde Wasser auch dort für Wasserschlachten zweckentfremdet. Es ist nichts passiert, weil alle mit Bedacht gehandelt haben und das sollte bei der CWC auch getan werden.

  11. Sven sagt:

    Mein Mitgefühl auch für alle Beteiligten und natürlich der Familie des Verstorbenen.

    @ Chris: trifft meiner Meinung ganz genau den Nagel auf den Kopf. Klar kann man jetzt hier schreiben wie dumm das war und bla bla bla, aber wie schon geschrieben wurde man braucht hier keine dummen Klugscheißer. Man weiss ja auch gar nicht wie das in Wirklichkeit passiert ist, oder war irgendjemand dabei? Ich finde das immer ätzend nach Bildern und irgendwelchen Berichten ein Aussage zu treffen „das hätte der nicht machen dürfen, wie dumm“. Packt euch mal an die eigene Nase, wie oft habt ihr schon was gemacht was nicht erlaubt war oder gefährlich.

    @ Thomas 2: was bist du für ein d……. A……. Bist du Polizei Staatsanwalt und Richter in eine Person oder was? Schreibt hier ein dummes Zeug, Junge, wer bist du,der solche Zitate hier ablässt. Pack dich ins Bett und mach den Kopf dicht.

  12. Angelo sagt:

    Ich finde, das einzige was man hier noch sagen kann ist:
    Herzlichen Beileid den Angehörigen des Verstorbenen und alles Gute den Verletzten!
    Der Rest… ohne Worte… was hier an Kommentaren gelassen wird ist unmöglich!

  13. F-W P sagt:

    Feuerwehr hin oder her, CWC’s zielen doch nur daraufhin irgend eine Aktion durchzuführen, mit der die Aufmerksamkeit auf die „Aktionäre“ gerichtet werden soll.
    Ich halte solche Praktiken nicht für sinnvoll, insbesondere wenn dadurch Menschenleben in Gefahr gebracht werden. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der die Aktion einem Guten Zweck dienen sollte.

    Heute scheint es üblich zu sein, sich eine Aktion auszudenken, je verrückter, desto besser, aber über die Risiken und Nebenwirkungen macht man sich keine Gedanken.

    Schuld an solchen Aktionen sind die Medien (siehe auch die Aktion bei „Wetten dass !?“, die seinerzeit zu einem Querschnittsgelähmten Kandidaten geführt hat), weil diese solche Aktionen auch noch als Heldentaten herausstellen (wenn mal nichts passiert ist) oder aber in solch aufreißerischer Weise darüber berichten, wenn es mal schief gegangen ist, dass für den nächsten dadurch ein Anstoß gegeben wird sich auch einmal solch eine Aktion zu überlegen, bei der einem „todsicher“ der Erfolg einer Berichterstattung in allen Medien garantiert wird.

    Die „Aktionäre“ solcher Veranstaltungen sind nur zu bedauern und den Betroffenen, wie in diesem Fall, kann man nur sein tiefstes Mitgefühl aussprechen.

    In einer Fachzeitschrift, wie es das Feuerwehrmagazin sein möchte, hat solch eine Berichterstattung definitiv gar nichts verloren!

  14. Sven sagt:

    Mein Mitgefühl gilt natürlich den Hinterbliebenen!
    Trotz allem ist es jedoch absolut leichtsinnig sich unter einen Teleskoplaader mit 2t Wasser in 6m höhe zu setzen!
    Dies hätte man bei der Planung dessen mal beachten sollen und es wäre nie zu diesem Unfall gekommen…!

  15. Müller sagt:

    Ich verstehe die Kritik am Feuerwehrmagazin nicht!

    Selbstverständlich gehört das ins Magazin!

    1. Bei diesem Einsatz war die Feuerwehr und der Rettungsdienst im Großeinsatz (MANV) und zu gleich war es ein ungewöhnlicher Unfall.

    2. Die FF/BF hat reihenweise den selben Spaß veranstaltet. Und das es bei dem, was da teils zu sehen war, keine Verletzten oder Toten gegeben hat, grenzt an ein Wunder.

    Diese Meldung bestätigt die kritische Haltung etlicher Kräfte, ich glaube die Meinungen gingen fifty-fifty auseinander. Denn es bestätigt letztlich: derartige Spaßaktionen können schnell übermütig werden und dann sind sie gefährlich! Völlig wurscht, ob es sich um Kegelbrüder, einen Tanzverein oder die Feuerwehr handelt. Und bitte kommt mir nicht mit dem Argument, die Feuerwehr wüsste was sie tut. Einige (nicht alle!) Feuerwehren sind da kilometerweit von jeglichen UVV und gesundem Menschenverstand entfernt gewesen.

    Ich jedenfalls finde es richtig, dass das Thema auch hier aufgegriffen wird. Alles andere ist das Verschließen der Augen vor den Tatsachen!

  16. A.Kraus sagt:

    @Alexander-Du sprichst mir aus der Seele!!!Auch wenn es hier keine Feuerwehr war, ich denke, der Steuerzahler finanziert Fahrzeuge und Material nicht für so etwas!

  17. Pseudonym sagt:

    Hallo zusammen, ich war vor Ort, ich schreibe privat und nicht als Mitglied einer Gruppe, außerdem war ich nicht am Unfallgeschehen beteiligt.

    Die Beteiligten sind alles andere als „dumm“, übermütig trifft es wohl eher. Wer kennt es nicht, das gerade Männervereinigungen eine gewisse Eigendynamik entwickeln können ? Und wer will da schon als „Spaßbremse“
    gelten ? Die Jungs, die dort verwickelt waren sind alle sehr nette, liebenswerte und clevere Leute. Gesetzt im Beruf und in unserer Gesellschaft.

    Es gibt tausende Beispiele im Netz, die noch deutlich risikofreudiger waren, Stichwort Rettungsbrettsalto etc. auch die Schaufelaktion gibt es
    zu Hauf zu sehen.

    Das Elend ist in der ganzen Stadt überall spürbar, bei den Beteiligten, den Angehörigen und den Angehörigen. Die Belastung ist für alle, die an der Challenge beteiligt waren unfassbar. Da nutzt es nicht wenn Internetrowdys in Foren, und gerade wenn es so ein sachliches wie dieses ist Ihre Meinung unsauber formulieren, die Berichterstattung in den öffentlichen Medien ist schon schlimm genug. Da ist jeder falsche Satz wie ein Schlag ins Gesicht. Schließlich gehörte auch der Fahrer zur Gruppe und einer von Ihnen lebt nun nicht mehr, stellt Euch vor, ihr müsstet damit leben, egal wie dieser Umstand entstanden ist. Nicht das das nicht genug wäre, nein ganz Deutschland erlaubt sich aus der Ferne ein Urteil.

    Das das alles nicht richig war ist allen klar, schließlich sind 5 Freunde verletzt und für einen kam jede Hilfe zu spät. Ich hoffe nur, das die Truppe nun zusammen hält und jeden auffängt, das ist nämlich das, was nach so einer Katastrophe wichtig ist. 100 x Schlimmer als die Vorwürfe die der Staat macht oder die Medien nebst Internet sind nun die Selbstvorwürfer aller die während des Unglücks vor Ort waren, da bedarf es keines „hätte“ „müssen“ „schlau“ oder „dumm“ an dieser Stelle.

    Grüße

  18. Mbb sagt:

    Hallo,
    von ganzen Herzen mein Beileid für alle Betroffenen und ihre Familien.
    An die Schlauberger in diesem Forum sei gesagt, ihr habt alle Recht, ihr seid einfallslos und mehr als dumm! Die Jungs hatten einen Plan, dachten ist alles gut und ok. In ihrer Euphorie hat nicht nur einer einen Fehler gemacht, nein es dachten alle samt, passt schon und ist cool! Wären Zweifel aufgekommen, hätte keiner am Tisch unter der Schaufel gesessen! Hätte, wenn und aber nützt nicht.
    Ich hoffe alle Betroffenen stehen auch in dieser schweren Zeit noch zusammen.

  19. sven sagt:

    @ Mbb : Ich kann keinen post finden in dem von Absicht die Rede wäre! Das Menschen verletzt und getötet wurden ist mehr als bedauerlich!

    Richtig ist aber auch, dass eigentlich zumindest dem Fahrer hätte klar sein müssen, dass man eben nicht mit 2 Tonnen Wasser am ausgefahrenen Ausleger über ein Feld fährt. weil dann unkotrollierbare Gewichtsverlagerungen zu erwarten sind, die schlimme Folgen haben können.

    Aber, klar ist auch der Mann wird diese Schuld nie los werden. Das gilt leider bei allen schweren Unfällen.

Kommentare

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