Samstag, 10. Dezember 2016

Test: Emergency 5 begeistert

10. November 2014 von  

Potsdam (BB) – Es gibt ein neues Releasedatum: Am 28. November 2014 startet der Verkauf von „Emergency 5“. Der Spielepublisher hatte den Termin zweimal verschoben. Feuerwehr-Magazin-Spiele-Tester Malte Degener bekam die neue Fassung des Computerspiels beim Entwicklerstudio in Potsdam vorab zu sehen – und war begeistert.

„Zurück zu den Wurzeln“, dachte sich das Entwicklerstudio Sixteen Tons scheinbar bei „Emergency 5“, dem neusten Teil der Rettungs-Strategie-Simulation. Nach einem kurzen Ausflug in Endzeit-Szenarien mit Emergency 2012, 2013 und 2014 (was bei den Fans sehr unterschiedlich ankam) setzt der neue Ableger den Kurs der Kernserie fort. Mit zahlreichen Verbesserungen in der Optik und Spielmechanik macht der Titel einen tollen Eindruck – so viel vorab.

„Das Spiel ist insgesamt sehr viel dynamischer als bisher“, versichert Sixteen Tons-Geschäftsführer und „Emergency-Vater“ Ralph Stock. Die Potsdamer Firma hat Emergency 5 entwickelt. Und so ist es: Tutorial, Missionen und das freie Spiel laufen allesamt auf der gleichen Karte ab und gehen nahtlos inein­ander über. So entfallen nervige Wechsel ins Hauptmenü nach den Missionen, die den Spielfluss unterbrechen.

Emergency 5 als Artwork: Viel Action und Spannung erwarten den User in dem Strategiespiel. Foto: Sixteen Tons

Emergency 5 als Artwork: Viel Action und Spannung erwarten den User in dem Strategiespiel. Foto: Sixteen Tons

Nach ein paar kurzen Einführungs-Missionen stößt irgendwo im virtuellen München eine Straßenbahn mit einem Tanklaster zusammen. Kurz darauf seid ihr wieder im freien Spiel und kümmert Euch um einen Mülleimerbrand, einen Herzinfarkt oder einen Taschendieb – schließlich übernehmt ihr nicht nur das Kommando über die Feuerwehr, sondern auch über Polizei, Rettungsdienst und das THW. Dabei fungiert Ihr als virtueller Einsatzleiter: Ihr koordiniert die einzelnen Einheiten, löscht Brände, rettet Verletzte und verhaftet Straftäter.

Auch ein Schiffsunglück muss bei "Emergency 5" bewältigt werden. Foto: Sixteen Tons

Auch ein Schiffsunglück muss bei „Emergency 5“ bewältigt werden. Foto: Sixteen Tons

Neben München können Spieler auch in Berlin und Hamburg retten. Wer etwas mehr Geld in die Hand nimmt und die Deluxe-Version des Spiels kauft, erhält Köln als vierte Karte dazu (ebenso ein Poster der Einsatzgebiete, ein Modell von Herpa sowie ein historisches Löschfahrzeug als Bonuseinheit). Die Stadt wählt ihr jeweils zu Beginn der Mission aus. In jeder City erwarten Euch andere Großeinsätze, die es zu bewältigen gilt. Dabei sehen alle Metropolen gleichermaßen genial aus.

Spiel vollständig neu programmiert

Die Macher haben die Grafik des Spiels komplett neu entwickelt. Entsprechend schick wirken nicht nur die Umgebungen aus – vor allem Lichteffekte und Animationen haben es in sich. Der Feuerwehrmann, der einen schwer Verletzten aus seinem Auto zieht. Blaulichter bei Nacht. Ein brennendes Hochhaus. Das alles ist optisch super dargestellt. Dabei soll das Spiel nach Auskunft der Entwickler zumindest mit niedrigen Einstellungen auch auf älteren Rechnern laufen.

Auch einen weiteren häufig kritisierten Aspekt der Vorgängerversionen haben die Programmierer überarbeitet: die Wegfindung. Diese funktioniert jetzt spürbar besser. So parken zwei zum gleichen Punkt geschickte Fahrzeuge jetzt automatisch nebeneinander. Außerdem: Ziviler Verkehr bleibt nicht mehr einfach stur auf der Straße, bis ein Einsatzfahrzeug direkt dahinter auftaucht. Der restliche Verkehr fährt nun zur Seite und macht den Rettern Platz – endlich! Dennoch wählen die Fahrzeuge teils unlogische Routen zum Einsatzort. Hier muss noch nachbessert werden.

Dieses historische Feuerwehrfahrzeug ist nur in der "Deluxe-Edition" von Emergency 5 enthalten. Foto: Sixteen Tons

Dieses historische Feuerwehrfahrzeug ist nur in der „Deluxe-Edition“ von Emergency 5 enthalten. Foto: Sixteen Tons

Ein großer Pluspunkt ist die Möglichkeit, in Emergency 5 endlich wieder mit einem Editor eigene „Modifikationen“ zu erstellen, also eigene Abänderungen vom Spiel. Dies war in den jüngsten Ablegern nicht möglich, hatte aber fest zum dritten und vierten Teil der Serie dazugehört. Zum Einsatz kommt ein sehr simpel zu bedienender Editor. Er erlaubt es sogar Hobby-Programmierern, nach Lust und Laune an dem Spiel zu schrauben. So können eigene Spielkarten erstellt und eigene Fahrzeuge eingefügt werden. Auch ganze Gebäude lassen sich mit dem Editor selbst erschaffen. Somit kann die eigene Stadt nachgebildet und mit der eigenen Feuerwehr versehen werden.

Emergency 5: Streifenwagen im Einsatz. Foto: Sixteen Tons

Emergency 5: Streifenwagen im Einsatz. Foto: Sixteen Tons

Und gerade, wer sich von der Neuauflage des Spiels mehr Realismus erhofft hat, muss auch selbst nachbessern. Emergency 5 macht sehr viel Spaß, einen sehr flüssigen Eindruck und sieht toll aus. Doch eine waschechte „Feuerwehr-Simulation“ ist es nicht. So starten alle Fahrzeuge (Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und technische Dienste) von einer „Emergency-Base“ aus. Die Fahrzeuge sind nicht sinnvoll bestückt – so finden sich auf einem Rüstwagen Schläuche. Sanitäter können alleine keine Verletzten behandeln. Schade ist es auch, dass Fahrzeuge in unterschiedlichen Städten genau gleich aussehen.

Mehr Realismus durch Modifikationen

Geschäftsführer Stock bestätigt: „Wir mussten einen Kompromiss zwischen Spielspaß und realistischen Einsatzszenarien finden. Wer sich mehr Realismus wünscht, kann mit dem Editor selbst leicht nachbessern.“ Unstreitig ist, dass zu viel Realismus das Spiel unzugänglich für die breite Masse gemacht hätte. Schließlich richtet sich der Titel nicht nur an Experten.

Die Feuerwehr bekämpft einen nächtlichen Gebäudebrand im Regen. Foto: Sixteen Tons

Die Feuerwehr bekämpft einen nächtlichen Gebäudebrand im Regen. Foto: Sixteen Tons

Fazit des Tests: Emergency 5 ist keine ultrarealistische Rettungs-Simulation. Dafür ein tolles, ausgewogenes Strategiespiel, dass durch einen dynamischen Spielfluss und tolle Optik glänzt. Der Editor lässt bereits jetzt Vorfreude auf kommende Modifikationen entstehen. Doch auch ohne Abänderungen lassen sich in Emergency 5 einige spannende Stunden verbringen. Ob als Weihnachtsgeschenk oder als Spiel für zwischendurch: Das Spiel ist klar zu empfehlen!

Maltes Bewertung:

  • Optik: 5 von 5 Punkten
  • Spielspaß: 5 von 5 Punkten
  • Bedienung: 4 von 5 Punkten
  • Anspruch: 4 von 5 Punkten
  • Realitätsnähe: 2 von 5 Punkten
  • Gesamturteil: 4 von 5 Punkten

Hinweis: Das PC-Spiel „Emergency 5“ ist im Feuerwehr-Magazin-Shop leider bereits ausverkauft (normale Version und Deluxe-Version)!

Beitrag aus der Feuerwehr-Magazin-Serie: „Malte spielt“

Malte spieltVor einigen Monaten absolvierte Malte Degener ein Praktikum in der Redaktion des Feuerwehr-Magazins. Dabei stellte sich schnell heraus, der aktive Feuerwehrmann ist ein absoluter Spielefreak. U-Boot-Simulation, Emergency, Feuerwehr-Flughafen-Simulator, Heliattack, Notarzt-Simulator – Malte kennt sie alle. Und dieses Wissen machen wir uns zu Nutze. Ab sofort wird Malte in loser Reihenfolge für uns Spiele-Klassiker und neue Versionen testen.

Kommentare

3 Kommentare zu “Test: Emergency 5 begeistert”
  1. Brandy sagt:

    Bin echt gespannt auf den offiziellen 5. Teil. Hoffe, dass es genauso viel Spaß macht wie die 4 Vorgänger. Die 2012 bis 14 Reihe fand ich weniger gelungen. Umso mehr hoffe ich jetzt auf diesen Teil 🙂

  2. Klaus Krause sagt:

    Das hört sich sehr vielversprechend an und ich bin sehr gespannt auf das Spiel.
    Ich habe schon viele Beiträge zu diesem Spiel gelesen, jedoch habe ich noch in keinem Beitrag gelesen wie es mit dem Sound aussieht. In den letzten Teilen war der eher dürftig.

  3. Laura La sagt:

    Habe heute das langersehnte Emergency 5 per Post bekommen. Habe es sofort installiert und wollte direkt loslegen, aber jetzt kommt das blöde. Es muss ein Update installiert werden um das Spiel, spielen zu können. Dieses Update wurde aber noch nicht veröffentlicht. Also, wer sich das Spiel vorbestellt hat kann es leider noch nicht testen -.-

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