Montag, 21. August 2017

Tagesalarm-Problematik nimmt weiter zu

5. August 2010 von  

Hamburg – Arbeitgeber verbieten immer häufiger Einsätze ihrer Beschäftigten bei den Freiwilligen Feuerwehren. Sie bringen mit diesem Verhalten die Brandschützer in große Personalnot und gefährden die Bevölkerung. Die NDR-Sendung „Menschen und Schlagzeilen“ berichtete am Mittwoch über die Problematik.

Funkmeldeempfänger: Viele freiwillige Feuerwehrleute lassen den Melder tagsüber lieber zu Hause - aus Angst vor dem Chef. Foto: Klöpper„Es gibt zunehmend Schwierigkeiten bei der Freistellung von Feuerwehrkräften im Einsatz. Die Situation hat sich in Deutschland verschärft“, so der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger, in der Sendung. Einzelne Wehren seien tagsüber nur bedingt oder sogar überhaupt nicht mehr einsatzbereit. Dies führe dazu, dass bei Unfällen oder Bränden mittlerweile Feuerwehren aus drei oder vier Orten gleichzeitig alarmiert werden, um überhaupt genügend Helfer zusammenzubekommen.

Den Unmut der Chefs bekommen Feuerwehrleute oft schon im Vorstellungsgespräch zu spüren. „Da wurde gleich gesagt: Also während der Arbeitszeit losfahren, das würde überhaupt nicht funktionieren“, sagte ein Feuerwehrmann in „Menschen und Schlagzeilen“. Wer dennoch zum Einsatz ausrücke, würde in den Betrieben schikaniert und von den Chefs massiv unter Druck gesetzt – so der Bericht eines Wehrführers.

Aus Angst um ihren Arbeitsplatz nehmen offenbar viele Feuerwehrleute dies hin. Einige gaben an, sogar ihren Alarmpieper zu Hause zu lassen, um keinen Ärger im Betrieb zu bekommen. Oder sie ignorieren die Alarmierung trotz großer Gewissensbisse einfach ganz: „Man weiß, man wird benötigt, es geht los. Und man liest dann vielleicht: Verkehrsunfall und Person in Gefahr. Und man darf halt nicht los, weil der Arbeitgeber nein sagt“, sagte ein Feuerwehrmann, der aus Angst vor seinem Arbeitgeber unerkannt bleiben möchte.

Dabei sind Arbeitgeber durch das Brandschutzgesetz verpflichtet, Wehrleute für die Dauer des Einsatzes freizustellen. Und sie haben sogar die Möglichkeit, sich den Ausfall des Mitarbeiters von den Gemeinden erstatten zu lassen – inklusive der Sozialversicherungsleistungen.

Auch Wirtschaftsverbände sind auf das Problem aufmerksam geworden. So appellierte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein, Christoph Andreas Leicht, die Betriebe sollten das Brandschutzgesetz einhalten. Im Interview mit dem NDR-Fernsehen räumte er jedoch ein: „Wir haben relativ wenig Möglichkeiten, außer der Aufklärung natürlich, dort aktiv zu werden.“ Er setze aber auf die Erkenntnis und Einsichtsfähigkeit der Arbeitgeber, so Leicht weiter. (Quelle: NDR)

Kommentare

1 Kommentar zu “Tagesalarm-Problematik nimmt weiter zu”
  1. thorsten9172 sagt:

    Einerseits sind die Arbeitgeber an motzen und an meckern wenn man zum Einstz fährt und sehen es nicht gerne.

    Aber wenn es beim chef selbst oder in seiner Firma brennt sind sie am schreien wenn die hilfe nicht schnell genug kommt.

    Dsnn war es ja mal wieder die Feuerwehr schuld, weil sie so lange gebraucht hat.

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!

'; } ?>