Montag, 22. Dezember 2014

Steuerzahlerbund zeichnet Feuerwehr aus

17. Februar 2011 von  

Sören (SH) – Der Bund der Steuerzahler Schleswig-Holstein hat die Freiwillige Feuerwehr Sören (Kreis Rendsburg-Eckernförde, bei Bordesholm) mit dem Siegel “geprüfte Sparsamkeit” ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde zum ersten Mal in Schleswig-Holstein vergeben. Preiswürdig ist für den Bund der Steuerzahler die Ersatzbeschaffung des Einsatzfahrzeuges. Die Wehr hatte ein Gebrauchtfahrzeug gekauft und instand gesetzt.

Für jeden sichtbar: Das Siegel des Steuerzahlerbundes klebt auf dem Löschfahrzeug. Foto: Bund der Steuerzahler“Wir wollen damit fortschrittliche Ideen prämieren und in der Öffentlichkeit bekannt machen, die dazu beitragen, dass notwendige öffentliche Aufgaben auch mit begrenzten Mitteln qualifiziert erfüllt werden können”, erklärt Dr. Hartmut Borchert, Präsident des Bundes der Steuerzahler Schleswig-Holstein, bei der Verleihung des Siegels.

Das alte Löschfahrzeug musste nach 33 Jahren Dienst dringend erneuert werden. Ein Neufahrzeug, das den heutigen technischen Anforderungen entspricht, hätte über 100.000 Euro gekostet. Dieses Geld stand in der Gemeinde nicht zur Verfügung. Deshalb wurde in ehrenamtlicher Initiative ein gebrauchtes Fahrzeug aus der Nachbargemeinde Bordesholm für 6.000 Euro erworben und für rund 14.000 Euro durch Umbauten an die heutigen Anforderungen angepasst. Damit steht ein Fahrzeug zur Verfügung, das den Anforderungen des Brandschutzes in Sören genügt und für die Gemeinde bezahlbar ist.

Bund der Steuerzahler: Vorbild für viele andere ländliche Gemeinden

Für den Bund der Steuerzahler ist das Beispiel aus Sören auch ein Vorbild für viele andere ländliche Gemeinden in Schleswig-Holstein. “Durch die Übernahme gut erhaltener Gebrauchtfahrzeuge und deren Anpassung an moderne Erfordernisse können wir den flächendeckenden Brandschutz in Schleswig-Holstein erhalten, ohne die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen zu überfordern”, erklärt Borchert. “Jetzt kommt es darauf an, dass fortschrittliche Lösungen auf dem Gebrauchtmarkt auch von den zuständigen Fachaufsichtsbehörden empfohlen werden und nicht durch die Ablehnung von Fördermitteln erschwert werden.”

Das Siegel “geprüfte Sparsamkeit” wird auf dem Einsatzfahrzeug und im Versammlungsraum der Feuerwehr angebracht. Die Auszeichnung ist finanziell nicht dotiert.

Dr. Hartmut Borchert, BdS (r.) Bürgermeister Manfred Christiansen, Wehrführervertreter Volker Trieglaff. Foto: Bund der Steuerzahler

Dr. Hartmut Borchert, BdS (r.) Bürgermeister Manfred Christiansen, Wehrführervertreter Volker Trieglaff. Fotos: Bund der Steuerzahler

Kommentare

3 Kommentare zu “Steuerzahlerbund zeichnet Feuerwehr aus”
  1. Löschlasterfahrer sagt:

    Na, super! Jetzt müssen sich die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich in den Freiwilligen Feuerwehren für die Sicherheit ihrer Nachbarn engagieren, auch noch die Fahrzeuge aus Altteilen zusammenbasteln! Wenn das in den Gemeinden Schule macht, wird es zukünftig noch schwieriger, ausreichend Mitbürger zu finden, die ihre Freizeit und Gesundheit unentgeltlich der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Hat der Steuerzahlerbund einmal errechnet, was es der Gemeinde Söhren kosten würde, wenn Berufsfeuerwehrpersonal den Branschutz im Ort sichern müßte? Dagegen ist ein neues Fahrzeug, dass die modernen Sicherheitsanforderungen erfüllt und auch der Gesundheit (Emissionen und Ergonomie für die Feuerwehrangehörigen) entgegenkommt, ein Schnäppchen!

  2. AmFalschenEndeGespart sagt:

    Kann dem Löschlasterfahrer nur zustimmen! Allein die ehrenamtlichen Arbeitsstunden würden glaube ich umgerechnet mehr kosten als ein neues Fahrzeug, richtig investiert oder sogar finanziert durch Sponsoren sollte ein gutes LF für 100.000 auch locker 25 Jahre halten, wie alt wird wohl das neue “alte”? Traurig dass so was noch ausgezeichnet wird und traurig dass es Kameraden gibt die sich diese Arbeit machen anstatt mal an der richtigen Stelle Druck zu machen und wie geht es weiter muss man sich bald noch die PSA selber beschaffen und Eintrittsgebühr zahlen für die Mitgliedschaft? Es geht hier um ein Ehrenamt was für die Gemeinden schon eine erhebliche Kosteneinsparung ist da nur Ausrüstung und Material gestellt werden muss!

  3. Sven sagt:

    Man könnte meinen, der Bund der Steuerzahler hielte die Beschaffung neuer Löschfahrzeug für Steuerverschwengung – TRAURIG!

    Ich will mich hier nicht grundsätzlich gegen Gebrauchtfahrzeuge aussprechen und auch nicht gegen Eigenleistung!

    Eine Lösung, die wahrscheinlich aus der Finanznot heraus entstanden ist, auszuzeichnen, empfinde ich allerdings als unangemessen, einfach weil Sparsamkeit an anderer Stelle bestimmt mehr Sinn macht!

    Die “Empfehlung” zeigt m.E. zudem, dass man kaum Ahnung von der Materie hat oder haben will.

    Fahrzeuge werden heute bei Freiwilligen Feuerwehren häufig deutlich über 20 Jahre genutzt. Selbst wenn ein solches Fahrzeug dann “gut erhalten” ist, kann es wohl selten mehr als eine Übergangslösung sein.

    Zu ihrer Leistung möchte ich den Kameraden in Sören dennoch gratulieren!!!

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