Software-Umstellung: erhöhte Alarmbereitschaft

Friedrichshafen (BW) – Von den Bürgern weitgehend unbemerkt herrschte am Samstag bei sämtlichen Feuerwehren des Bodenseekreises erhöhte Alarmbereitschaft. Von Sipplingen bis Neukirch und Immenstaad bis Heiligenberg opferten 350 ehrenamtliche Einsatzkräfte ihren freien Samstag und schoben in den Gerätehäusern Dienst. Der Grund: die Umstellung der Alarmierungssoftware in der integrierten Leitstelle im Landratsamt sowie die Neuprogrammierung der digitalen Funkmeldeempfänger der Einsatzkräfte im gesamten Landkreis.

Frisch vom ersten Einsatz des Tages zurück überprüfen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Überlinger Feuerwehr ihr Fahrzeug auf Vollständigkeit. Foto: Gorber/Feuerwehr“Ziel der Umstellung ist die differenziertere Alarmierung benötigter Kräfte sowie die Zuführung von Spezialfahrzeugen schon während der Erstalarmierung” erläuterte Jürgen Ehninger, Leiter der integrierten Leitstelle. In Eigenregie hatten er und die beiden Disponenten Bernhard Wolf und Tilman Süßmuth im Lauf der vergangenen eineinhalb Jahren in Sonderschichten rund 10.000 Alarmpläne in die Software des Einsatzleitrechners eingepflegt. Standen bislang jeder Feuerwehr 34 Alarmstichworte zur Verfügung, sind ab sofort 76 Szenarien vorprogrammiert.

Kreisbrandmeister Henning Nöh, der die einzelnen Feuerwehren bei der Umsetzung beraten hatte und den Tag generalstabsmäßig geplant hatte, zeigte sich schon am Samstagmittag zufrieden: “Es klappt alles wie am Schnürchen.” Sicherheitshalber hatte aber auch er – trotz grippalem Infekt – einen Bürotag im Landratsamt eingelegt, um bei etwaigen Problemen schnell vor Ort sein zu können.

Um die Einsatzbereitschaft im gesamten Landkreis während der Umstellung sicher zu stellen hatte Nöh in Absprache mit den Feuerwehren abhängig von der Gemeindegröße Bereitschaftsstärken festgelegt. So mussten etwa kleine Gemeinden eine Mindestbesatzung von neun Mann stellen, um ein Löschgruppenfahrzeug besetzt zu halten. Größere Wehren hielten einen kompletten Löschzug in Bereitschaft. Und auch die Leitstelle hatte ihr Personal von der üblichen Zweifachbesetzung auf fünf Mann aufgestockt.

Dass die “Sitzwachen” eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme waren, zeigte sich schon gut eine Stunde nach Beginn des Bereitschaftsdienstes: Die Überlinger Feuerwehr wurde kurz nach 9 Uhr in den Teilort Nesselwangen gerufen, um eine ältere Dame aus ihrer Wohnung zu befreien und dem Rettungsdienst die schnelle medizinische Hilfe zu ermöglichen.  (Text/Foto: Christian Gorber/Feuerwehr)

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