Donnerstag, 8. Dezember 2016

Schutzfunktionen von Feuerwehrbekleidung

26. November 2014 von  

Moderne Feuerwehrbekleidung muss vielfältige Aufgaben erfüllen: Sie soll angenehm zu tragen sein, hohe Funktionalität bieten und bei Dunkelheit optisch auffallen. An vorderster Stelle steht allerdings der Schutz des Trägers. Denn auch unter extremen Einsatzbedingungen müssen sich Feuerwehrleute auf ihre persönliche Schutzausrüstung (PSA) verlassen können. Welche Ausstattungsdetails gilt es bei der Wahl der Feuerwehrbekleidung zu beachten? Und woran erkennt man, ob sie noch ausreichenden Schutz bietet? Antworten auf diese und weitere Fragen liefern im ersten Modul unseres Ratgebers Dirk Stephan von Gore und Michael Kawall von der Feuerwehr Hamburg.

Um die Sicherheit des Nutzers zu gewährleisten, muss Feuerwehrbekleidung sowohl Schutz vor Einflüssen von außen (Flammen, Hitze, Wasser etc.) als auch vor Gefahren von innen (Überhitzen des Körpers) bieten. Die Anforderungen an Schutzkleidung für die Feuerwehr sind in einer speziellen Norm geregelt. Die EN 469 definiert drei Schutzpunkte: Hitzeschutz, Wasserdichtigkeit und Tragekomfort. Und sie unterscheidet zwei Leistungsstufen: Schutzstufe 1 ist für die technische Hilfeleistung und die Brandbekämpfung außen konzipiert, Schutzstufe 2 für die Brandbekämpfung innen und Flash-Over-Situationen.

Dirk Stephan von der W. L. Gore & Associates GmbH spricht mit Michael Kawall von der Feuerwehr Hamburg.

Dirk Stephan von der W. L. Gore & Associates GmbH spricht mit Michael Kawall von der Feuerwehr Hamburg.

Hohe Anforderungen an Feuerwehrbekleidung

Mit der Herstellungs- und Prüfungsbeschreibung (HuPF) gibt es zudem eine spezielle deutsche Richtlinie, in der weitere Leistungsanforderungen für Schutzkleidung festgelegt sind. Sie umfasst vier Teile: Überjacke, Einsatzhose, Einsatzjacke und Überhose. Vorgeschrieben ist in der HuPF unter anderem der so genannte Thermo-Man-Test. Dabei wird eine Flash-Over-Situation mit Temperaturen von bis zu 1.200 Grad Celsius simuliert und deren Auswirkung auf die Schutzkleidung untersucht.

Regelmäßige Überprüfung der Feuerwehrbekleidung

Um die volle Funktionsfähigkeit der persönlichen Schutzausrüstung sicherzustellen, muss Feuerwehrbekleidung regelmäßig überprüft werden. Sind beispielsweise der Oberstoff oder die Nähte beschädigt, kann die Schutzwirkung beeinträchtigt sein. Ein typischer Schaden ist auch, wenn durch thermische Beaufschlagung von außen der Kunststoff der Nässesperre geschmolzen ist. Dann besteht die Gefahr, dass an dieser Stelle Wasser in die Bekleidung eindringt und es infolgedessen zu Verbrennungen oder Verbrühungen kommt. Die Membrane sollten ebenso regelmäßig kontrolliert werden. Sind sie nicht mehr intakt oder lösen sie sich vom Trägermaterial, kann von außen Feuchtigkeit in die Isolation dringen.

Feuerwehrbekleidung mit Saugsperren

Am Saum, an den Arm-Bündchen sowie im Frontbereich und im Kragen besteht die Gefahr, dass außen ablaufendes Wasser in das Innenfutter gesaugt wird. Um zu verhindern, dass hier Feuchtigkeit nach innen gelangt, gibt es Saugsperren. Die Schutzkleidung wird dadurch nicht schwerer und der Träger ist im Einsatz optimal geschützt, weil die Gefahr von Verbrühung oder Verbrennung durch Feuchtigkeit reduziert ist.

Laden Sie sich hier das PDF mit Text und Grafiken aus dem Video herunter.

  • HIER gelangen Sie zum Intro des Ratgebers Feuerwehrbekleidung
  • HIER gelangen Sie zum Modul 2 des Ratgebers Feuerwehrbekleidung
  • HIER gelangen Sie zum Modul 3 des Ratgebers Feuerwehrbekleidung

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