Donnerstag, 8. Dezember 2016

Satire-Artikel: Bürgermeister fordert Rüge

12. November 2014 von  

Suderbruch (NI) – Der Beitrag der Zeitung „taz“ über einen Brand im Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus Suderbruch (Gemeinde Gilten, Heidekreis) schlägt hohe Wellen. In einer Satire-Rubrik hatte die „taz“ die Feuerwehr beleidigt. Der Bürgermeister der Samtgemeinde Schwarmstedt will das nicht auf sich beruhen lassen. Er hat sich an den Deutschen Presserat in Berlin gewandt und fordert eine Rüge für die Veröffentlichung. Unterdessen hat die Polizei die Ursache für den Brand ermittelt.

In Feuerwehrkreisen kam es, insbesondere im Social Network „Facebook“, zu zahlreichen und drastischen Reaktionen und Kommentaren gegen die Veröffentlichung. Insbesondere die suggerierte Darstellung, die Feuerwehr könnte aufgrund von wenigen Einsätzen ein Interesse an einem Brand in ihrer eigenen Wache haben und würde sonst nur ihren eigenen Durst löschen, erhitzten die Gemüter. Dabei war für viele Leser des Artikels auf der Website der „taz“ nicht offensichtlich, dass es sich um einen Satire-Beitrag handeln sollte. Der Artikel erschien in der Rubrik „Die Wahrheit“, die von der „taz“ als „Satire- und Humorseite“ bezeichnet wird.

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Samtgemeinde-Bürgermeister Björn Gehrs. Foto: Jens Schulze

Samtgemeinde-Bürgermeister Björn Gehrs. Foto: Jens Schulze

Doch auch die Einordnung des Artikels in eine solche Rubrik ist für den Bürgermeister der Samtgemeinde Schwarmstedt, Björn Gehrs, kein Freibrief: „Selbst wenn dieser Beitrag als Satire gemeint war, so bleibt doch festzuhalten, dass dies auf dem Rücken unserer ehrenamtlichen Feuerwehrleute geschieht und journalistische Standards grob missachtet wurden. Dies ist nicht hinnehmbar“, sagte er gegenüber feuerwehrmagazin.de. Umgehend hat sich der Kommunalchef schriftlich an den Deutschen Presserat gewandt und fordert von diesem eine „deutliche Stellungnahme und eine Rüge des Vorgehens.“

Nach Einschätzung der Gemeinde verstößt der Artikel gegen den Pressekodex. „In diesem ist in Ziffer 9 manifestiert, dass es der journalistischen Ethik widerspricht, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen ihrer Ehre zu verletzten. Diese Grenze wurde mit diesem Artikel überschritten“, heißt es in dem Schreiben.

Auch der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Dr. Marco Trips, ergriff in dem Fall Initiative. Er beklagte sich schriftlich direkt bei der Chefredakteurin der „taz“ und forderte eine Entschuldigung bei der Feuerwehr und dem Bürgermeister.

Inzwischen hat die Polizei mitgeteilt, dass es im Zusammenhang mit dem Brand keinerlei Hinweis auf eine Brandstiftung gibt. „Die Polizei geht von einem technischen Defekt im Bereich des Herdes aus“, sagte der Sprecher der Polizeiinspektion Heidekreis, Detlev Maske, auf Nachfrage gegenüber feuerwehrmagazin.de. Die Ermittlungen sind beendet, der Schaden ist somit ein Fall für die Versicherung.

Feuerwehreinsatz bei einem Brand im Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus Suderbruch. Foto: Führer/Feuerwehr

Feuerwehreinsatz bei einem Brand im Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus Suderbruch. Foto: Führer/Feuerwehr

Kommentare

1 Kommentar zu “Satire-Artikel: Bürgermeister fordert Rüge”
  1. Felix Reis sagt:

    Finde ich super dass der Bürgermeister so hinter seiner Feuerwehr steht. Hoffentlich reagiert der Presserat dementsprechend. Auch in einem als Satire gemeinten Artikel kann man die ehrenamtlichen Helfer der Feuerwehr so verunglimpfen. Noch einmal Respekt für den Bürgermeister!

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