Freitag, 18. August 2017

Rettungspunkte: Schneller zum Einsatzort

4. August 2011 von  

Düsseldorf – Ein Rettungspunkte-Konzept für die Wälder in Nordrhein-Westfalen könnte es künftig den Rettungskräften ermöglichen, schnellstmöglich den Einsatzort im Wald zu erreichen. Vorgestellt wurde das Konzept vom Gemeindewaldbesitzerverband NRW, der Arbeitsgemeinschaft der großstädtischen Kommunalforstbetriebe sowie dem Verband der Feuerwehren in NRW. 

Einsatz im Wald: Können auch Feuerwehren die Einsatzorte künftig schneller finden? Foto: Timo Jann„Bei Unfällen von Waldarbeitern, Joggern, Nordic-Walkern oder Mountainbikern kommt es im Wald immer wieder zu Problemen bei der Ortung und möglichst schnellen Hilfeleistung für Personen in Notsituationen“, erläutert Martin Gust, Leiter der Leitstelle der Berufsfeuerwehr Hagen, den Hintergrund des Konzeptes. Lokale Lösungsansätze fest definierter Waldrettungspunkte gebe es zwar bereits in einzelnen Städten, soetwa in Köln, Aachen und Hagen. Da ein Notruf per Mobiltelefon allerdings an vielen Stadt- und Kreisgrenzen mit Leitstellen verbunden werde, deren Einsatzleitrechner die digital verorteten Rettungspunkte der Nachbarkommunen häufig nicht identifizieren könnten, würden die zuständigen Rettungskräfte nicht immer auf schnellstem Wege zum Einsatzort geleitet werden.

Adresse mitten im Wald

„Aus diesem Grund haben Forstbeamte und Feuerwehrleute der Stadt Hagen gemeinsam ein einfaches, kostengünstiges und sicheres Verfahren entwickelt, welches landesweit von Rettungskräften der Feuerwehr und der Polizei eingesetzt werden könnte“, so Gust. Mithilfe einheitlicher Schilder, deren Waldstandorte in den Einsatzleitrechnern und Kartensystemen von Feuerwehr und Polizei digital erfasst werden, können in Not geratene Personen die Einsatzadresse im Wald einfach und sicher melden, ohne selbst über Ortskenntnis zu verfügen. Die Rettungskräfte wiederum können in diesem Fall den Einsatzort im Wald durch den vorab im Einsatzleitrechner festgelegten optimalen Anfahrtsweg auf schnellstem Wege erreichen.

Werbung für die Einführung des Konzepts

So könnten die Schilder für das Rettungspunkte-Konzept aussehen.Das Konzept wurde in den einschlägigen Fachgremien der kommunalen und staatlichen Forstverwaltungen sowie der Feuerwehren NRW vorgestellt und von diesen zur landesweiten Umsetzung empfohlen. Sie werben nun in den Städten und Gemeinden des Landes dafür, das Rettungspunkte-Konzept flächendeckend einzuführen. „Schnelle Hilfe in Notlagen ist der Garant für lebensrettende Maßnahmen und gibt Menschen ein Gefühl der Sicherheit. Das vorgeschlagene Konzept ermöglicht eine einheitlich schnelle und ortungssichere Hilfe. Es wäre schön, wenn diese Idee eine weite Verbreitung findet“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger. NRW-Umweltminister Johannes Remmel ergänzte: „Das Rettungspunkte-Konzept der Stadt Hagen ist vorbildhaft und sollte Grundlage für ähnliche Vorhaben in Nordrhein-Westfalen sein. Bei der Erarbeitung und Einführung ähnlicher Projekte werden wir die NRW-Kommunen beraten und begleiten.“ (Foto: Timo Jann)

Kommentare

12 Kommentare zu “Rettungspunkte: Schneller zum Einsatzort”
  1. Peter Eyer sagt:

    Gute Idee,
    aber wie merke ich alter Mann mir die hochgradig abstrakten Bezeichnungen. Beispiel: An einer Bank im Fleyer Wald ist ein solches Schild, an dem ich jeden Tag vorbeigehe – bis heute weiß ich anchließned nicht mehr, was draufsteht.
    Warum steht da nicht eine sprechende, leicht zu merkende Bezichnung (z.B. „Bank1 Fleyer Wald“). Wie die Feuerwehr sie auf ihrer Karte bezeichnet, muß ich nicht wissen.
    Mit freundliche Gruß
    Peter Eyer

  2. klaumi sagt:

    ja finde ich eine gute idee,war schon im fernsehen das konzept.

  3. Reiner sagt:

    Tolle Sache – sehr sinnvoll!

  4. xyz sagt:

    Gibt’s schon fertig umgesetzt in Hessen, Thüringen und Bayern.

    http://www.fuldaer-nachrichten.de/?p=27278

    MfG

  5. sven sagt:

    @ Peter:

    Schon mal daran gedacht, dass man die Schilder a) nicht nur neben Bänke stellen wird und dass b)Zahlen und Buchstaben (im Beispiel F 7-12 HA) einfacher zu merken sind als: “ Im Wald XY habe ich auf Weg Z an Bank 1 ein Feuer gesehen“??? Zudem vermeidet man durch einheitliche Bezeichnungen auch Übermittlungsfehler!

  6. Pascal sagt:

    Da wird das Rad mal wieder neu erfunden

  7. René sagt:

    bei uns in thüringen ist das nicht neu. da werden die punkte einfach UH-2404 (unstrut-hainich)genannt.

  8. Bernd sagt:

    Bei uns heisst das Notfall-Orientierungs-System , kurz NOS. Wir haben es von Borkum übernommen und die haben es sich bei den Holländern abgeguckt. Bei denen gibt es das schon lange. Finde das NRW System auch etwas umständlich, wahrscheinlich war ein Beamter beteiligt. Hier sind die Schilder einfach durchnummeriert : SOS Nr. 1 usw. , die wichtigen Angaben zum Standort wie Lage und Anfahrt sind im Leitstellenrechner hinterlegt. War den Herren wohl zu einfach.

    Gruss von der Nordsee
    Bernd Kubiak, GemBM FF Wangerooge

  9. Martin sagt:

    @ Bernd

    Ja, ich bin Beamter (Bin ich deswegen im Denken eingeschränkt?). Und das seit 23 Jahren bei einer Berufsfeuerwehr.

    Schilder einfach eine lfd. Nummer zu geben, ist auf Borkum oder Wangerooge kein Problem, weil räumlich rundum durch viel Wasser begrenzt.

    In Wäldern, die verschiedene Stadt- und Kreisgebiete berühren und dadurch verschiedene zuständige Leitstellen betreffen können, aber schon. Deswegen die Entscheidung, in der Bezeichnung das Planquadrat des Stadtplanes, eine lfd. Nummer und das Kfz-Kennzeichen der Stadt bzw. des Kreises anzugeben. Die Bezeichnung vor dem KFZ-Kennzeichen kann natürlich örtlich stets abweichen. Wichtig ist aber ein einheitliches Schild mit einheitlichen Texten.

    Und ja, wir haben zu jedem Rettungspunkt (230 Stück in Hagen) die ideale Anfahrt und einen spezifischen Sammelpunkt für nicht geländegängige Fahrzeuge in den Leitsystemen der Feuerwehr/Rettungsdienst und (!) der Polizei versorgt, die in Alarmdepeschen beim Ausrücken ausgedruckt werden. Zusätzlich verfügen alle relevanten Fahrzeige über Anfahrtslisten und Kartenmaterial. War uns nicht zu umständlich.

    Wir haben das Schild so entworfen, dass auch eine nicht eingewiesene Person es in seinem Zweck sofort erkennt. Was unserer Meinung nach bei anderen Lösungen nicht immer der Fall ist. Nein, wir haben das Rad nicht neu erfunden, es unserer Meinung nach nur etwas „runder“ gemacht.

    Gruß aus NRW!
    Martin Gust BF Hagen

  10. SRHT sagt:

    Die Urheber des NOS sind auf Borkum zu finden; die Initiatoren haben hierfür kein Markenrecht angemeldet, da sie eine Nachahmung unbedingt wollten!

    Das Notfall-Orientierungssystem Borkum ist eine Beschilderung an markanten Wegpunkten auf der Nordseeinsel Borkum. Anhand der auf dem Schild angegebenen Nummer können Sie Ihren Standpunkt dem Notruf 112 oder anderen mitteilen. Mithilfe von geeigneten Karten oder der Online-Karte können die Hilfsmittel (etwa Notarzt, Rettungswagen oder auch der Rettungshubschrauber) ohne Umwege zu Ihnen gelangen.
    Die SOS-Schilder sind auf Parkbänken oder an speziell dafür aufgestellten Markierungsrohren montiert und tragen somit wesentlich zur Verbesserung der Orientierung auf der Nordseeinsel bei.

    Hier öffnet sich die NOS-Karte Borkum in einem eigenen Fenster
    http://maps.google.de/maps/ms?hl=de&gl=de&ie=UTF8&oe=UTF8&msa=0&msid=216811213519279017045.0004989db23178330f078

    weitere Informationen findet man:

    http://www.feuerwehr-borkum.de/NOS-Borkum.htm

    http://www.hoehenrettung-borkum.de/notfall orientierungs system borkum.html

  11. SRHT sagt:

    Notfall Orientierungs-System Borkum

    Sorry Linkfehler
    Hier richtiger:

    http://www.hoehenrettung-borkum.de/notfall%20orientierungs%20system%20borkum.html

  12. Meinert Matthias sagt:

    Interessante Beiträge

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!

'; } ?>