Montag, 22. September 2014

Rescue-Day: Busunglück als Großübung

Bargteheide (SH) – Großübung in Bargtheide (Kreis Stormarn): Auf einem ehemaligen Firmengelände trainierten die Retter am vergangenen Wochenende den Ernstfall. Ein Linienbus sollte mit einem Pkw kollidiert sein und dabei auch einen Radfahrer überfahren haben. Der Pkw hatte sich dabei überschlagen und war auf der Beifahrerseite liegen geblieben, der Fahrer schwer eingeklemmt. Unter dem Bus lag ein Radfahrer mit seinem Fahrrad. Die Person lebte noch, war aber wie der Autofahrer schwer eingeklemmt. Im Bus waren noch etwa 20 Personen, viele davon sollten bei dem Crash ebenfalls schwer verletzt worden sein.

Michael Schermer, stellvertretender Zugführer der Feuerwehr Bargteheide und der stellvertretende Gemeindewehrführer Sven-Arne Werner leiteten die Veranstaltung, die sie seit März geplant hatten. Am Freitagabend begann der “3. Rescue-Day” in Bargteheide mit Schulungen für Mannschaften, Führungskräfte und Rettungsdienste. Hier war auch der Leiter der Integrierten Regionalleitstelle Süd, Markus Hilchenbach, mit von der Partie. Es folgte am Samstag zunächst ein praktischer Teil, in dem alle Feuerwehrkräfte und auch Vertreter der Rettungsdienste an fünf verschiedenen Omnibussen, darunter auch der Mannschaftsbus des FC St. Pauli, geschult wurden. Hier ging es insbesondere darum, wo sitzt was? Wo kann man Rettungsgerät ansetzen? Wie komme ich in den Bus beziehungsweise wo sind die Fluchtwege?

Nach der Mittagspause im Rettungszentrum begann die Großübung, auf die alle schon gwartet hatten. Dabei sollte schon realitätsnah geübt werden, allerdings kam es den Organisatoren nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf die richtige Ausführung. Verschiedene Techniken wurden an verschiedenen Stellen des großen Doppeldeckerbusses angewandt, um die verletzten Personen zu retten. “Uns kommt es darauf an, Schnitttechniken und diverse verschiedenen Gerätschaften im Einsatz zu haben. Und wir haben alle Einsatzkräfte in drei Gruppen eingeteilt. Die sollen auch wechseln, damit jeder an jeder Stelle auch zum Einsatz kommt”, erklärt Michael Schermer.

Auch die TEL trainierte mit

Etwas abseits und von vielen Beobachtern kaum bemerkt, arbeitete die Technische Einsatzleitung (TEL) des Kreises Stormarn, in diesem Fall als Einsatzleitung Rettungsdienst für den Leitenden Notarzt und den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst in einem Zelt mit dem Einsatzleiter, dem Bargteheider Wehrführer Wolfgang Schramm, eng zusammen. Hier wurde alles dokumentiert, was an der Einsatzstelle geschah, was angefordert wurde und was mit jedem einzelnen Patienten passierte. “Die TEL ist eine sehr wichtige Führungskomponente und unterstützt die örtliche Einsatzleitung bei Großschadenslagen”, erklärt Kreisbrandmeister Gerd Riemann.

Egal, ob Personen aus dem Pkw befreit wurden, ob Personen auf verschiedenste Art und Weise aus dem Bus gerettet wurden oder aus ihrer misslichen Lage unter dem schweren Bus befreit wurden – am Ende waren sich alle, Teilnehmer wie auch Veranstalter einig: Das war eine klasse Sache, jeder hat viel gelernt und wird viel Erfahrung mit nach Hause nehmen. (Text und Fotos: Jens Burmester)

Rescue-Day in Bargteheide: Rund 160 Teilnehmer sind an einer Großübung beteiligt. Fotos: Jens Burmester

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