Osterfeuer: Auf Nummer sicher gehen

Berlin – Jahr für Jahr werden bundesweit  zu Ostern traditionell zahlreiche Osterfeuer entzündet. So schön dieser Brauch auch ist, bedeutet er doch in zahlreichen Fällen auch viel Arbeit für die Feuerwehren. Um Sach- und Personenschäden zu vermeiden, mahnt der Deutsche Feuerwehrverband zur Vorsicht und gibt Sicherheitstipps für eine sichere Brauchtumsfeier.

“Häufig werden Feuerwehren alarmiert, weil Brände außer Kontrolle geraten oder nicht sachgemäß angemeldet wurden”, DFV-Vizepräsident Hermann Schreck. In einigen Fällen kommen auch Personen zu Schaden und erleiden schmerzhafte Brandverletzungen. Manchmal müssen Feuerwehren auch unnötig ausrücken, weil es durch Rauchentwicklungen zu Fehlalarmen gekommen ist. Außerdem können sich Nachbarn durch Qualm und Geruch belästigt fühlen. Hierauf sollte abhängig zur Windrichtung bei der Planung Rücksicht genommen werden.

Plant Euer Osterfeuer rechtzeitig und meldet es an. Für größere, öffentliche Osterfeuer ist eine Brandsicherheitswache notwendig.

Als Brandsicherheitswache wird häufig die Freiwillige Feuerwehr eingesetzt. Für die Feuerwehrmänner und – frauen sind diese Hinweise natürlich auch wichtig.

Osterfeuer. Foto: Michael Klöpper
Osterfeuer. Foto: Michael Klöpper

Sicherheitstipps für Osterfeuer:

  • Osterfeuer bei den zuständigen Behörden anmelden.
  • Nur trockene Pflanzenreste verbrennen, keine Abfälle.
  • Osterfeuer kurz vor dem Entzünden umschichten, damit Tiere fliehen können.
  • Sicherheitsabstände von mindestens 50 Metern zu Gebäuden und 100 Metern zu Straßen einhalten, dabei auch die Windrichtung beachten.
  • Beim Anzünden keine Brandbeschleuniger verwenden!
  • Feuerstellen durchgehend beaufsichtigen, besonders wenn Kinder anwesend sind.
  • Sträucherhaufen nicht zu groß aufschichten; vermeiden Sie Funkenflug.
  • Keine Strohballen als Sitzgelegenheit verwenden, sie können sich alleine durch Hitzestrahlung entzünden.
  • Um unnötige Rauchentwicklung zu vermeiden, nur trockene Sträucher verwenden.
  • Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienst freihalten.
  • Verlassen Sie als Veranstalter bzw. Zuständiger die Feuerstelle nur, wenn sie komplett erkaltet ist.

Wer haftet, wenn was passiert?

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Was ist im Notfall zu tun?

  • Kleinere Verbrennungen sofort mit Wasser kühlen: Maximal 10 Minuten lang (Leitungswassertemperatur 10 bis 20 Grad Celsius). Bei großflächigen Verbrennungen und auf der Haut haftenden Substanzen sollte nur primär abgelöscht werden. Längere Kühlung führt zur Komplikationen. Alarmiert sofort den Rettungsdienst über die Notrufnummer 112.
  • Sollte das Feuer außer Kontrolle geraten und keine Brandsicherheitswache vor Ort sein, dann nicht zögern und sofort die Feuerwehr über Notruf 112 alarmieren.
Symbolbild: Thomas Weege

Feuerwehr bei einem Osterfeuer:

Für die Freiwillige Feuerwehr ist die Präsenz bei einem Osterfeuer natürlich auch eine gute Möglichkeit, Mitgliederwerbung zu betreiben. Aber die Feuerwehrmänner und -frauen sollten auch nicht nur auf die Öffentlichkeitsarbeit aus sein, sondern sich stark auf Ihre Aufgabe als Brandsicherheitswache konzentrieren.

  • Mit dem Veranstalter vorher eine Ortsbegehung machen und ihn auf die Auflagen hinweisen.
  • Für die Zeit der Brandsicherheitswache beziehungsweise wenn das Feuer noch brennt, seid Ihr nicht einsatzbereit für parallele Einsatzlagen.
  • Die Mannschaftsstärke anpassen, um einen richtigen Löschangriff fahren zu können.
  • Mit einem wasserführenden Fahrzeug direkt einsatzbereit sein oder eine externe Wasserversorgung vor Entzünden des Feuers einrichten.
  • Die komplette Persönliche Schutzausrüstung mitführen.
  • Das Feuer, den Funkenflug und die Besucher immer im Blick haben.
  • Kein Alkohol während der Brandsicherheitswache!

Osterfeuer außer Kontrolle – Einsätze für die Feuerwehr

In Hamburg gab es im Jahr 2016 wegen mehrerer Osterfeuer reichlich Probleme. Einige der Brauchtumsfeuer konnten wegen starken Windes gar nicht erst angezündet werden. In Blankenese musste ein großes Osterfeuer sogar von der Feuerwehr gelöscht werden, da Gefahr für in der Nähe stehende Häuser bestand. In Schleswig-Holstein musste wegen dem Brauchtum auf einer Bahnstrecke der Verkehr eingestellt werden.

Am Hamburger Elbstrand gibt es traditionell vier große Osterfeuer. So auch im Stadtteil Blankenese. Diesmal musste die Feuerwehr aber in einem Fall eingreifen. Zunächst versuchten die Einsatzkräfte das Feuer nur einzudämmen. Doch schnell wurde die Gefahr für die angrenzende Bebauung, darunter auch mehrere Reetdachhäuser, zu groß. Hitze, Rauch und Funken zogen direkt in deren Richtung. Die Feuerwehr entschied dann, den großen Sträucherhaufen abzulöschen. Weitere Osterfeuer bekamen von den Genehmigungsbehörden kurzfristig ein Verbot ausgesprochen. Mehrere tausend Besucher kamen somit vergebens. Nur ein kleineres Feuer, ebenfalls in Blankenese, durfte niedergebrannt werden.

Auch in Elmshorn (SH) musste die Feuerwehr ausrücken und ein Osterfeuer ablöschen. Dort hatte es eine so starke Rauchentwicklung gegeben, dass der Zugverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Westerland und Hamburg nicht mehr sicher war.

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