Samstag, 3. Dezember 2016

NRW fördert kommunale Bevölkerungswarnung

3. Mai 2014 von  

Düsseldorf – Für die Warnung seiner Bevölkerung im Katastrophenfall investiert das Land Nordrhein-Westfalen zehn Millionen Euro. Die für die Warnung zuständigen Kommunen erhalten eine zweckgebundene Zuwendung. Eine landesweite Arbeitsgruppe erarbeitet dazu ein einheitliches Warnkonzept und standardisierte Musterwarntexte.

Wappen Nordrhein-Westfalen.Großfeuer, Hochwasser, Zugunfälle oder Unwetter können plötzlich und jederzeit auftreten. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger ist daher eine schnelle Reaktion zur Warnung der Bevölkerung wichtig. Um die Warnmöglichkeiten flächendeckend weiterzuentwickeln und auszubauen, bezuschusst das Ministerium für Inneres und Kommunales die Städte, Gemeinden und Landkreise mit zehn Millionen Euro.

Die Kommunen sind für die Bevölkerungswarnung im Falle einer Katastrophe oder bei anderen Schadenslagen zuständig. Sie entscheiden in ihrer eigenen Zuständigkeit, wie gewarnt wird. Mit dem Zuschuss können bestehende Systeme verbessert oder aber in Abstimmung mit dem Land neue Konzepte umgesetzt werden.

Die Zuwendung wird den Verwaltungen ohne Antrag als Pauschalbetrag zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2015 muss jedoch ein Nachweis für die Verwendung vorliegen.

Landesweit einheitliches Warnsystem

NRW will ein landesweit einheitliches Warnsystem aufbauen. Eine Arbeitsgruppe arbeitet hierzu ein Konzept aus, zu dem unter anderem auch einheitliche Warntexte für typische Gefahrensituationen gehören. Weiterhin will das Land allen Leitstellen der Kreise und kreisfreien Städte das gemeinsam von Bund und Ländern entwickelte „modulare Warnsystem“ (MoWaS) zur Verfügung stellen.

Die Feuerwehrleitstellen in Köln, Duisburg und Münster sowie in den Kreisen Neuss, Steinfurt und Warendorf gehören zu insgesamt zwölf Pilotbehörden, die das neue System erproben sollen. Nach dem Endausbau im Jahr 2015 sollen damit landesweite oder aber auch regional begrenzte Warnungen herausgegeben werden können.

Kommentare

15 Kommentare zu “NRW fördert kommunale Bevölkerungswarnung”
  1. Alex sagt:

    Früher gab es Sirenen die die Bevölkerung gewarnt haben und Kathastrophenschutzbunker. Dann wurden diese abgebaut…. wird ja schon keinen Krieg mehr geben, aber Naturkatastrophen liebe Entscheidungsträger !! Nun kann man es wieder aufbauen !!

  2. Jens Roth sagt:

    Ich versteh’s nicht! Die öffentlichen Versicherer, das FraunhoferFokus haben das System KATWARN entwickelt, dass genau diese von NRW geforderten Dinge kann! Es gibt die Möglichkeit sich für SMS anzumelden oder eine App zu nutzen über die die Extrem-Unwetter-Warnungen des DWD auch verbreitet werden können.

    Dieses System existiert, hat sich wohl vielerorts bewährt und kann jederzeit dem aktuellen Stand der Technik angepasst werden (so z. B., wenn die gesetzliche Grundlage einmal geschaffen wurde, dass auch via Handy-Ortung jemand, der sich in einem zu bewarnenden Gebiet aufhalten würde automatisch informiert würde).

    Warum also das Rad neu erfinden und Millionen ausgeben??? Aber ich weiß schon wie das laufen wird: Rheinland-Pfalz brütet auch schon seit Jahren über einem Warnsystem, die Kreise wiederum berufen sich auf das Land und warten auch…aufgrund dieser Meldung wird man wohl auch in Rheinland-Pfalz viel Geld ausgeben um ein System zu erfinden, dass es schon gibt…

    Das ist wirklich typisch deutsch!

  3. Axel K sagt:

    bei uns wird eh seit ca 5 jahren je nach einsatzlage wieder über sirenen alamiert…also wird das geld dafür in irgendwelche dunklen kanäle fließen…

  4. Jens Roth sagt:

    Sirenen werden und sollten immer eine Rolle spielen – genauso wie Hörfunk auch immer eine Rolle spielen sollte um die Bevölkerung zu warnen.

    Meiner Meinung nach, sollte man auch überlegen ob man nicht die Regionalsender der Öffentlich-Rechtlichen mit einbezieht. Je nach Sender und Vorkommnis im entsprechenden Bundesland könnte im Regional-Sender eine Laufschrift auf etwas aufmerksam machen…wobei dies wohl nur schwer durchführbar würde.

    Neben den Sirenen MUSS es aber auch noch andere Informationswege geben, alleine schon dem Tatbestand geschuldet, dass heute fast jeder mindestens ein(s) Mobiltelefon hat!

    Auch wenn ich kein Geld für das „werben“ bekomme, aber KATWARN ist dabei ein wichtiger und richtiger Ansatz.
    Es muss noch geregelt sein, dass hier Vorrangnachrichten möglich sind, die jedes in der betroffenen Funkzelle befindliche Handy mit (mindestens) einer Warn-SMS versehen!

    Meiner Meinung nach könnte man eine Menge Geld sparen, in dem man einfach in bestehende Systeme investiert um diese zu verbessern, anstelle versuchen das Rad nochmal komplett neu zu erfinden!!!

  5. Marvin Steinecke sagt:

    Das Problem beim Katastrophenschutz ist, dass eine Kosten-Nutzen-Rechnung, wie sie in der derzeitigen Politik eigentlich jeder für unabdingbar hält, ist für den Katastrophenschutz gar nicht machbar!

    Das ist so als wolle man mit einem Flugzeug schwimmen. Falsches System für das Problem. Man KANN bei dem Kat-Schutz nicht mit Kosten und Nutzen rechnen (bzw. sollte man nicht), weil „kostenorientiertes Handeln“ den definitiven Tod von unzähligen Menschen bedeutet. Schlimmer, er wird vorsetzlich in Kauf genommen, um zu sparen!

    Ich entschuldige mich dafür, dass ich kurz abschweife und wohlmöglich verrückt anmute, aber unsere Regierung, so sehr sie auch das Gegenteil beteuert, ist nach wie vor ein Propaganda- und Lügensack und durch und durch von Korruption und Mismanagement geprägt.

    Katastrophen sind keine hochwahrscheinlichen Ereignisse, aber eine ständige Bedrohung! Und das wird einfach unter den Teppich gekehrt. Ich wohne im Kreis Aachen. Wenn das nette AKW in Belgien (es gab häufiger Zwischenfälle) mal „lebe wohl“ sagt, dann kann ich das getrost ebenso tun, weil ich mit Sicherheit viel zu spät davon erfahren werde.

    Wie sollte meiner Meinung nach die Lösung aussehen? Ganz klar ist Erhalt/Ersatz/Neubau der Sirenen verbunden mit einer Aufklärungskampagne (kaum einer weiß noch, was die Tonfolgen der Sirenen zu bedeuten haben). Dann ein Bundesweites Katastrophen-Netzwerk, das auch mit dem Umliegenden Ausland in Verbindung steht. Die schon angesprochene Warnung via Mobiltelefon (samt Ortung) und nicht zuletzt Schemata für jede erdenkliche Situation. Bei all diesen Dingen ist besonders wichtig, dass die nötige Ausrüstung und Ausbildung vorhanden ist. 10 Milionen für ganz NRW? Das ist nichts! Davon kann sich jede Stadt ein paar Decken kaufen und das war es dann aber auch schon!

    (Ich sag ja, das hört sich toll an, ist aber nur Propaganda)

    Ich hoffe sehr, dass dieser Kommentar Gehör findet. Falls nicht, würde es mich jedenfalls nicht wundern.

  6. Uli sagt:

    Der Bund hat keine Zuständigkeit für Warnsysteme des KatS. Einige waren clever und haben das alte Sirenensystem erhalten,angepasst, modernisiert und haben Recht behalten. Andere haben es komplett platt gemacht und müssen jetzt sinnvoller Weise neu konzipieren und damit investieren. Dieses Vorgehen nennt man Verschwendung von Steuergeldern. Wer zahlt? Der Bürger als Steuerzahler. Und das vor dem Hintergrund der staatlichen Verpflichtung der Fürsorge für den Bürger.
    Warnung ist nötig. Eine Weckfunktion ist nötig!
    Alles stürzt sich auf Social Media und Apps für den Mobilfunk als Allerheilmittel. Diese Systeme sind empfindlich, angreifbar, manipulierbar, erreichen schnell Kapazitätsgrenzen, fallen ganz aus oder werden nach geplanten Konzepten abgeschaltet.
    Es entsteht zur Zeit ein Flickenteppich mit oder ohne System, ohne Einheitlichkeit aufgrund unterschiedlicher Systeme und Verfahren. Und dann soll der Bürger noch wissen, was, wann, wie, wo funktioniert?

Kommentare

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