Sonntag, 20. August 2017

Notrufe aus Säulen landen bei Automobilclub

1. Dezember 2011 von  

Frankfurt/Main (HE) – Die Anrufe aus den Notrufsäulen der Björn Steiger Stiftung in Baden-Württemberg landen künftig beim Automobilclub von Deutschland (AvD). Dieser leitet dann die nötigen Maßnahmen ein. Am Donnerstag startet zunächst die Pilotphase im Rems-Murr-Kreis (Regin Stuttgart).

In den kommenden Monaten werden alle rund 1.800 Notrufsäulen der Björn Steiger Stiftung in Baden Württemberg umgeschaltet. Dies soll bis zum 30. Juni 2012 abgeschlossen sein. Die von diesen Säulen eingehenden Notrufe wurden bisher vom Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) angenommen. Der GDV betreibt die Notrufsäulen des Bundes entlang der deutschen Autobahnen.

„Der AvD und die Björn Steiger Stiftung möchten gemeinsam die Verkehrssicherheit und Notfallhilfe verbessern. Es gilt, Schwerverletzte nach einem Verkehrsunfall schneller zu versorgen und ihre Überlebenschancen zu verbessern“, betont AvD-Generalsekretär Matthias Braun. „Schlüsselfunktionen in der Rettungskette haben der Notruf und die genaue Ortung der Verunfallten, dort setzen wir an.“

In ihrer gemeinsamen Pressemitteilung erklären die Kooperationspartner, wie das System funktioniert:

„Die von den rund 1.800 Steiger-Notrufsäulen abgesetzten Anrufe werden nach der technischen Umstellung in der AvD-Notrufzentrale in Frankfurt eingehen. In Notfällen wird der AvD binnen Sekunden die nächstgelegene Rettungsleitstelle informieren und zu einer Dreierkonferenz zuschalten. Die Rettungskräfte können sich dann sofort zu den Hilfesuchenden in Bewegung setzen. Die genauen Standortdaten der Notrufsäulen werden bei jedem Anruf automatisch übermittelt. Eine Fehlleitung oder eine längere Suche nach den Verunfallten – wie bei Handy-Notrufen möglich, wenn die Anrufer nicht genau wissen, wo sie sich befinden – ist somit ausgeschlossen. Ist kein Rettungseinsatz erforderlich, wird der AvD die vom Anrufer benötigten Hilfsmaßnahmen selbst einleiten. Über 80 Prozent der Notrufsäulen-Nutzer melden eine Autopanne, deren Behebung eine der Kernleistungen des Automobilclub von Deutschland ist. Rund um die Uhr steht ein flächendeckendes Service-Netz mit bundesweit etwa 2000 Pannen- und Abschleppfahrzeugen zur Verfügung. Durch die gezielte Kanalisierung der Anrufe in der AvD-Notrufzentrale werden die Rettungsleitstellen entlastet und können sich somit auf Notfälle mit Verletzten konzentrieren.“

Kommentare

1 Kommentar zu “Notrufe aus Säulen landen bei Automobilclub”
  1. Jörn sagt:

    Die in der gemeinsamen Pressemitteilung von AvD und BSS erwähnte Vorgehensweise bei einem Hilfeersuchen ist meines Erachtens nichts Neues. Bereits Anfang der so genannten „Nullerjahre“, als die seinerzeitige Rettungsdienst-Stiftung Björn Steiger e. V. ihre damals noch rund 6.000 Notruftelefone auf die Callcenter des GDV aufschaltete, wurde so vorgegangen. Die Standorte der Notruftelefone waren ja allesamt bekannt – im Gegensatz zu sich bewegenden Personen mit Mobilfunktelefonen! Schon damals wurden die RLS/ILS dadurch entlatet, denn über 90 Prozent der Anrufe waren nicht-notfallmedizinische Anliegen, sprich Hilfeersuchen bei Pannen o. Ä.!

    Völlig neu und für mich überraschend ist allerdings, dass es offensichtlich nur noch rund 1.800 Notruftelefone der Björn Steiger Stiftung geben soll – und diese allesamt nur noch in Baden-Württemberg, dem Stammland der Stiftung, stehen! Das heißt doch nichts Anderes als. dass zwischenzeitlich (der Höchststand lag laut Webauftritt der Stiftung bei rund 7.000 NRTs) bundesweit über 5.000 NRTs abgebaut wurden – übrigens auch hier im Rems-Murr-Kreis! Offensichtlich lief der Vertrag mit dem GDV aus – und man musste sich in Stuttgart nach einem neuen Partner umsehen!

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