Samstag, 10. Dezember 2016

Niedersachsen und Niederländer vereinbaren Hilfspakt

16. Juli 2014 von  

Emlichheim (NI) – Katastrophen kennen keine Landesgrenzen, die Bürokratie schon. Diese könnte aber im Unglücksfall schnelle Hilfe verzögern. Um diesen Missstand im Vorfeld zu beseitigen, haben Niedersachsen und die Niederlande einen gemeinsam Katastrophenschutzvertrag unterzeichnet und regeln darin die gegenseitige Hilfe bei Hochwasser, Großbränden, Sturmfluten und Zugunfällen. Bei der feierlichen Zeremonie war wegen einer technischen Panne an einem Gelenkmast jedoch noch eine ganz andere Hilfe gefragt.

Hoch über der Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden standen der niederländische Minister für Sicherheit und Justiz, Ivo Opstelten und der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, im Korb des Gelenkmastes der Brandweer Coevorden. Der schöne Ausblick in 25 Metern Höhe sollte eigentlich neben der formalen Vertragsunterzeichnung der Höhepunkt des Festaktes werden. War er auch, wenn da nicht ein nervtötendes akustisches Signal und zwei aufgeregte Maschinisten mit ratlosen Gesichtern gewesen wären. An dem Hubrettungsfahrzeug war während seines politischen Einsatzes eine Störung aufgetreten. Nach einer Viertelstunde konnte diese aber beseitigt und der Korb nach unten gefahren werden. Dieser hatte sich zwischenzeitlich sogar leicht nach vorne geneigt.

Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius (links von der Kupplung) und der niederländische Minister für Sicherheit und Justiz Ivo Opstelten (rechts von der Kupplung) koppeln symbolisch einen deutschen und einen niederländischen Schlauch mit Hilfe eines Übergangsstück. Foto: Stephan Konjer

Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius (links von der Kupplung) und der niederländische Minister für Sicherheit und Justiz Ivo Opstelten (rechts von der Kupplung) koppeln symbolisch einen deutschen und einen niederländischen Schlauch mit Hilfe eines Übergangsstück. Foto: Stephan Konjer

Anlass des Staatsaktes auf der Landesgrenze zwischen der niederländischen Stadt Coevorden und der deutschen Stadt Emlichheim war eine offizielle Vertragsunterzeichnung zwischen Niedersachsen und den Niederlanden. Der Kontrakt ist eine Aktualisierung des bereits seit 2001 existierenden Papieres. Er regelt nur detailierter kurze Kommunikations- und Anforderungswege. Minister Pistorius betonte: „Hochwasser, Großbrände, Sturmfluten oder Zugunfälle: Bei akuten Katastrophenlagen geht es ausschließlich darum, dass die Hilfe schnell kommt – und nicht woher sie kommt“. „Nur gemeinsam können wir in diesen Situationen effektiv handeln und so den Menschen schnellstmöglich helfen. Grenzen dürfen dabei keine Mauern darstellen“, so Pistorius weiter. Die Bundesrepublik Deutschland hat seit 1988 ein ähnliches Abkommen mit dem Königreich.

Beide Minister waren sich einig, schon jetzt gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen den Rettungskräften beider Länder. Einige von ihnen waren auch als Gäste bei der Vertragsunterzeichnung dabei. Im Alltag sei es schon seit vielen Jahren so, dass Hilfskräfte aus beiden Ländern zusammenarbeiten und dorthin kommen, wo ihre Hilfe benötigt wird, ganz gleich auf welcher Seite der Grenze. Zudem würdigten beide Minister das Engagement haupt- und ehrenamtlicher Kräfte auf beiden Seiten der Grenze.

Kommentare

2 Kommentare zu “Niedersachsen und Niederländer vereinbaren Hilfspakt”
  1. Tobias Rauls sagt:

    Die Politik sollte sich erstmal Gedanken darüber machen, dass es Sinnvoller ist, und auch Menschenleben retten kann, Einsatzkräfte nicht erst nur in der eigenen Gemeinde/Kommune zu alarmieren. Es sollte immer nach Entfernung alarmiert werden. Dazu bedarf es aber einem politischen Umdenken.

  2. Feuerwehrmann sagt:

    Interessanterweise ist die Zusammenarbeit der Feuerwehren über Landesgrenzen hinweg einfacher, als über Kreisgrenzen.

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