Samstag, 10. Dezember 2016

Neuer Seenotkreuzer zum Jubiläum

17. März 2014 von  

Rostock (MV) – Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) feiert nächstes Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums haben die Seenotretter einen Schiffsneubau für eine ehrenamtliche Station in Auftrag gegeben. Die Werft Tamsen Maritim in Rostock hat den Auftrag erhalten. Für die Werft ist der Bau etwas Besonderes. Die Finanzierung des neuen Seenotrettungsbootes wird komplett durch Spendengelder getragen.

Die neunjährige Hanna Weißrodt legt die Jubiläumsmedaille 150 Jahre Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in die Kieltasche am Achterschott 3 des Neubaus. Neben ihr steht Projektleiter Carl Göner aus der DGzRS-Inspektion. Foto: DGzRSDie DGzRS modernisiert ihre Flotte fortlaufend. In Nord- und Ostsee stehen insgesamt 60 Seenotkreuzer und –rettungsboote an 56 Stationen permanent für Seenotfälle bereit. Im kommenden Jahr wird eine Station mit freiwilligen Mitgliedern ein neues Boot erhalten. Das Wasserfahrzeug der 9,5-/10,1-Meter-Klasse ist Anfang März bei Tamsen Maritim auf Kiel gelegt worden.

Besondere Kiellegung

Doch wie früher üblich, wurde diesmal kein Geldstück unter den Kiel gelegt. Wegen einer geänderten Produktionsweise werden diese Art Spezialschiffe kieloben gebaut. Dennoch wird nicht auf die feierliche Kiellegung verzichtet. Beim Festakt für den Neubau der DGzRS-internen Nummer SRB 65 hat die neunjährige Hanna Weißrodt, Tochter des schiffbaulichen Bauleiters Henry Wendt, eine Jubiläumsmünze der bevorstehenden 150-Jahr-Feier in die Kieltasche am Achterschott drei gelegt. Somit wird Medaille mit dem Motiv des bekannten Sammelschiffchens die Seenotretter zukünftig als Glücksbringer immer bei ihren oft gefährlichen Einsätzen begleiten.

Hochwertige Ausstattung dank Spenden

Die Sammelschiffchen als Spendendose haben für die DGzRS eine ganz besondere Bedeutung und wurden deswegen auch als Motiv für die auf 1.500 Stück limitierte Medaille ausgewählt. Die DGzRS finanziert sich ausschließlich aus Spendengeldern und erhält keinerlei staatlichen Zuschüsse. So wird nun auch der Neubau SRB 65 von Spendengeldern bezahlt.

Das Rettungsboot wird eine Länge von 10,1 Metern über alles messen und 3,61 Meter breit werden. Ein 380 PS starker Schraubenantrieb wird die Seenotretter mit bis zu 18 Knoten schnell zum Einsatzort bringen. Das komplett aus Aluminium gebaute Schiff wird, wie bei der DGzRS üblich, als Selbstaufrichter konstruiert, verdrängt sieben Tonnen Wasser und taucht nur 96 Zentimeter ins Wasser ein. Dieser Bootstyp gilt als besonders Seetüchtig und übersteht auch heftige Grundstöße. Eine starke umlaufende Gummifenderung ermöglicht einen sicheren Überstieg auf Havaristen, auch unter erschwerten Bedingungen. Zur Ausrüstung sollen modernste Navigationstechnik, leistungsstarke Schlepp- und Lenzgeschirre sowie ein umfangreiches medizinischen Equipment zur Erstversorgung gehören.

Werft erhält geschichtsträchtigen Auftrag

Pünktlich bis zum Jubiläum Ende Mai 2015 will die Tamsen Maritim das Boot fertigstellen, damit es beim Fest getauft und in Dienst gestellt werden kann. Welchem Standort das Spezialschiff zugewiesen wird, ist noch unklar. Für die Werft ist dieser Auftrag etwas Besonderes. Zwar hat man schon häufig Generalüberholungen für die Seenotretter durchgeführt, doch dies ist der erste Neubau für die DGzRS. Außerdem ist dies der erste DGzRS-Neubau in Mecklenburg-Vorpommern seit der Wiedervereinigung. (Foto: DGzRS)

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