Sonntag, 20. August 2017

Neue TLF-Normen erschienen

4. April 2011 von  

Berlin – Anfang April hat das FNFW-Gremium NA 031-04-06 AA „Allgemeine Anforderungen an Feuerwehrfahrzeuge – Löschfahrzeuge“ die neuen Normen für Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehr herausgegeben. Sie betreffen das TLF 2000 (ehemals TLF 8/18), das neu genormte TLF 3000 sowie das TLF 4000 (ehemals TLF 20/40 beziehungsweise TLF 20/40-SL). Die Änderungen der Fahrzeugbezeichnungen von TLF 8/18 in TLF 2000 und von TLF 20/40 in TLF 4000 hat der FNFW vorgenommen, um eine einheitliche, in den Displays von digitalen Funkgeräten eindeutig als Klartext darzustellende operativ-taktische Adresse (OPTA) zu ermöglichen. Aus diesen Gründen wurde auch die Umbenennung der Löschfahrzeuge notwendig.

DIN 14530-18 Löschfahrzeuge – Teil 18: Tanklöschfahrzeug TLF 2000 beschreibt ein Tanklöschfahrzeug mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe, einer Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe oder einer Schnellangriffseinrichtung, einem Löschwasserbehälter und einer feuerwehrtechnischen Beladung, dessen Aufgabe vorrangig die Bereitstellung von Löschwasser in schwer zugänglichen Gebieten ist. Die Bezeichnung TLF 2000 steht für ein Tanklöschfahrzeug mit mindestens 2 000 Liter Löschwasservorrat (bei einem besonders kompakten Fahrgestell ist eine Reduzierung auf mindestens 1 800 Liter zulässig), einem optionalen, fest montierten Werfer und einer Gesamtmasse bis zu 10 000 kg (Klasse L oder M). Die Fahrzeugbesatzung besteht aus einem Trupp (1/2). Mit diesem Tanklöschfahrzeug soll auch dem Bedarf nach einem TLF entsprochen werden, das sich besonders zur Waldbrandbekämpfung eignet. Mit dem TLF 2000 steht ein kompaktes Tanklöschfahrzeug zur Verfügung. Es ist durch seine Bauweise insbesondere als Nachfolger für ein TLF 8/18 geeignet.

Gegenüber der 1992-01 zurückgezogenen Norm DIN 14530-18:1988-01 wurden unter anderem folgende Änderungen vorgenommen:

a)    Bezeichnung und Begriff wegen des vergrößerten Löschwasserbehälters und der bundesweiten Einführung des digitalen BOS-Funks geändert;
b)    Inhalt des Löschwasserbehälters auf mindestens 2 000 Liter vergrößert;
c)    höchstzulässige Fahrzeuglänge, -breite und -höhe sowie die zulässige Gesamtmasse geändert;
d)    Anforderungen an das Fahrgestell, den Aufbau, den Fahrerraum, das Dach und die löschtechnischen Einrichtungen vollständig überarbeitet;
e)    Hinweis auf den Leitfaden für Abnahmeprüfungen bei Lieferung nach DIN EN 1846-2:2010-01, Anhang G aufgenommen;
f)     feuerwehrtechnische Beladung in der Tabelle 1 (Standardbeladung TLF 2000) vollständig überarbeitet;
g)    Zusatzbeladung für Waldbrände als Tabelle 2 aufgenommen;
h)    Beladeplan ist entfallen.

Die Bezeichnung TLF 4000 für die vormals als TLF 20/40 bezeichneten Fahrzeuge ist der Einführung des digitalen BOS-Funks geschuldet. Foto: Köhlbrandt

Die Bezeichnung TLF 4000 für die vormals als TLF 20/40 bezeichneten Fahrzeuge ist der Einführung des digitalen BOS-Funks geschuldet. Foto: Köhlbrandt

Die DIN 14530-21 Löschfahrzeuge – Teil 21: Tanklöschfahrzeug TLF 4000 gilt für Tanklöschfahrzeuge TLF 4000. Dabei handelt es sich um ein Löschfahrzeug mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe, einer Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe oder einer Schnellangriffseinrichtung, einem Löschwasserbehälter, mindestens einem Schaummittelbehälter, einem fest montierten Schaum-Wasser-Werfer und einer feuerwehrtechnischen Beladung, dessen Aufgabe vorrangig die Bereitstellung einer größeren Wassermenge wie auch der Nachschub von Löschwasser sowie die Bereitstellung von Sonderlöschmitteln und Armaturen zur Abgabe von Sonderlöschmitteln für den Ersteinsatz ist. Es ist eine ausreichende Gewichtsreserve vorhanden, um zum Beispiel den Einbau einer Pulverlöschanlage, einer CO2-Löschanlage sowie einen größeren Schaummittel- oder Löschwasserbehälter zu ermöglichen. Das TLF 4000 bietet gegenüber dem ehemaligen TLF 20/40 eine wesentlich erhöhte Gesamtmasse und erweiterte Ausstattung, insbesondere einen Schaummittelbehälter sowie der Ermöglichung von Sonderlöschmitteln (Pulver- oder CO2-Löschanlage). Letzteres wird in der Bezeichnung einsatztaktisch kenntlich gemacht mit PTLF (P für Pulverlöschanlage). Weil CO2-Löschanlagen selten eingebaut werden, wurde auf eine eigene Bezeichnung verzichtet. Das TLF 4000 entspricht der Klasse M oder S, hat mindestens 4 000 Liter Löschwasservorrat und mindestens 500 Liter Schaummittel sowie Armaturen zur Schaumabgabe (Schwerschaum und Mittelschaum) über handgeführte Rohre sowie über einen fest montierten Werfer. Alternativ zu der mitgeführten Schaumerzeugungsausrüstung wird die Verwendung einer Druckzumischanlage oder Druckluftschaumanlage nach DIN 14430 ermöglicht. Das TLF 4000 soll den Aufgabenbereich der ehemaligen TLF 20/40, TLF 20/40-SL und TLF 24/50 ebenfalls mit abdecken können.

Gegenüber DIN 14530-21:2007-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a)     Bezeichnung wegen der bundesweiten Einführung des digitalen BOS-Funks geändert;
b)     Begriff Tanklöschfahrzeug TLF 4000 überarbeitet, charakteristische Masse gestrichen und zulässige Gesamtmasse auf 18 000 kg erhöht;
c)     Anforderungen an das Fahrgestell, den Aufbau und die löschtechnischen Einrichtungen vollständig überarbeitet;
d)     Hinweis auf den Leitfaden für Abnahmeprüfungen bei Lieferung nach DIN EN 1846-2:2010-01, Anhang G aufgenommen;
f)      feuerwehrtechnische Beladung in der Tabelle 1 (Standardbeladung TLF 4000) vollständig überarbeitet;
g)     Zusatzbeladungen Schaum, Schlauch für Waldbrände und Standard-Zusatzbeladung sind entfallen und dafür Zusatzbeladung für Waldbrände als Tabelle 2 aufgenommen.

Das nach DIN 14530-22 Löschfahrzeuge – Teil 22: Tanklöschfahrzeug TLF 3000 beschriebene TLF 3000 ist ein Löschfahrzeug mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe, einer Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe oder einer Schnellangriffseinrichtung, einem Löschwasserbehälter und einer feuerwehrtechnischen Beladung, dessen Aufgabe vorrangig die Bereitstellung einer größeren Wassermenge wie auch der Nachschub von Löschwasser, insbesondere in wasserarmen Gebieten und außerhalb befestigter Straßen ist. Die Bezeichnung TLF 3000 steht für ein Tanklöschfahrzeug mit mindestens 3 000 Liter Löschwasservorrat, einem optionalen, fest montierten Werfer und einer Gesamtmasse bis zu 14 000 kg (Klasse M nach DIN EN 1846-1 und DIN EN 1846-2). Die Fahrzeugbesatzung besteht aus einem Trupp (1/2). Mit diesem Tanklöschfahrzeug soll auch dem Bedarf nach einem TLF entsprochen werden, das sich besonders zur Waldbrandbekämpfung eignet.

Gegenüber DIN 14530-22:1995-03 und DIN 14530-22/A1:2002-12 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a)     Bezeichnung und Begriff wegen des vergrößerten Löschwasserbehälters und der bundesweiten Einführung des digitalen BOS-Funks geändert;
b)     Inhalt des Löschwasserbehälters auf min. 3 000 Liter vergrößert;
c)     höchstzulässige Fahrzeuglänge, und -höhe sowie die zulässige Gesamtmasse geändert;
d)     Anforderungen an das Fahrgestell, den Aufbau, den Fahrerraum, das Dach und die löschtechnischen Einrichtungen vollständig überarbeitet;
e)     Hinweis auf den Leitfaden für Abnahmeprüfungen bei Lieferung nach DIN EN 1846-2:2010-01, Anhang G aufgenommen;
f)      feuerwehrtechnische Beladung in der Tabelle 1 (Standardbeladung TLF 3000) vollständig überarbeitet;
g)     Zusatzbeladung für Waldbrände als Tabelle 2 aufgenommen;
h)     Beladeplan ist entfallen.

(Quelle: NA 031 Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW), Normen für die Feuerwehr im April 2011)

Kommentare

6 Kommentare zu “Neue TLF-Normen erschienen”
  1. Kai sagt:

    http://www.Feuerwehr-Schneverdingen.de für jeden, der mehr Infos zu dem TLF 20/40 SL auf dem Bild oben sehen möchte!

  2. Daniel sagt:

    Hallo
    DIN 14530-22 Löschfahrzeuge – Teil 22 war das TLF 16/25 TR dieses soll nun wohl durch das TLF3000 ersetzt werden.
    dies zur Vollständigkeit.

    Gruß

  3. Basti sagt:

    Oh Gott, jetzt werden unsere Fahrzeuge umbenannt auf Ösi-Verhältnisse!
    Schon schlimm genug, dass die historisch gewachsenen LF 8 u. 16 abgeschafft wurden nur damit alles einheitlich ist. Die Herren in Berlin sollten sich für ihr Geld lieber überlegen wie man den Föderalismus in Ausbildung und Landesverordnungen überwindet, als son EU Schwindel voran zutreiben.
    Was denkt ihr darüber?

  4. hasing sagt:

    Hm….ich weiß nicht was ich dazu sagen soll,
    aber unsere lieben Nachbarn im Süden sind uns leider im allgemeinen 5 Jahre und im Feuerwehrwesen 10 Jahre voraus (also ich sehe das hier jetzt mal aus bayerischer Sicht)….und ich spreche aus eigener Erfahrung. Es zeugt leider von einer gewissen Aroganz und Unkenntnis so über sinnige Bezeichnungen (die eigentlich in der ganzen Welt – außer in Germany – so sind) unseres Nachbarlandes zu spotten.
    Wobei mit dem Ziel den Deutschen Föderalismus mal ein bisschen zu bremsen hätte Basti absolut recht…auch hier scheint mir Bayern wiederum den wildesten Wildwuchs in Deutschland zu betreiben.

    Es könnte vieles so einfach sein, wenn man glauben würde, dass auch andere Bundesländer, Nachbarländer,…oder wer auch immer, vielleicht Dinge zwar anderst, vielleicht aber sogar besser/sinniger machen als man selbst.

    in diesem Sinne

  5. Sven sagt:

    @ Basti: das die Bezeichung von LF 8 in LF 10 geändert wurde stimmt so nicht!

    Die alte Norm des LF 8 z.B. hat mit der des LF 10 nicht wirklich viel gemeinsam.

    Nach dem Artikel scheint das im Fall des TLF 3000 ähnlich zu sein.

    Was die Bezeichnungen betrifft, war bisher Einheitlichkeit nicht gegeben! Das muss mit der Einführung des Digitafunks anders werden, sonst kann man das System nicht optimal nutzen. Jetzt hat man sich an der mitgeführten Wassermenge orientiert. Das macht, vor allem für eine oganisationsübergreifende Zusammenarbeit, Sinn!

    Tradition ist sicher wichtig, aber wir dürfen uns dem Fortschritt nicht verschließen!

  6. Cimolino sagt:

    Hallo,

    es haben sich in dem Zusammenhang auch die Normbezeichnungen für die (H)LF geändert. Die entsprechende Sitzung mit den Einspruchsberatungen war vor 2 Wochen.
    Damit sind wir bei den (H)LF faktisch wieder dort, wo wir vor 1991 schon mal waren. Erst 1991 wurde der Wassertank mit hinzugenommen – und weil der bei den (H)LFs z.T. um mehr als 100 % variiert hat die Bezeichnung „LF 16/12“ oder „HLF 20/16“ keinerlei taktischen Wert in Bezug auf den Löschmittelinhalt!
    Bei den TLF ist der Tank das ausschlaggebende. Der Rest ist der OPTA geschuldet, s. meine Kolumne im FWM…

Kommentare

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