Donnerstag, 24. Juli 2014

Neue Leitstelle Dortmund: problemloser Umzug

Dortmund (NW) – Ende Januar 2011 hat die neue Leitstelle der Feuerwehr Dortmund den Betrieb aufgenommen, doch noch laufen die Arbeiten an der Steinstraße auf Hochtouren. Die abschließende Fertigstellung des Lage- und Führungszentrums (LFZ) und der neuen Feuer- und Rettungswache ist für April 2012 geplant. Stadtdirektor und Brandschutzdezernent Jörg Stüdemann nahm das Erreichen dieser wichtigen Etappe zum Anlass, sich ein persönliches Bild vom Baufortschritt an der Steinstraße zu machen und die Mitarbeiter der Leitstelle an ihrem neuen Arbeitsplatz zu besuchen.

Leitstelle Dortmund: Blick auf die große Videowand. Foto: Feuerwehr DortmundÜber 20 Notrufleitungen gehen die Hilfeersuchen ein. Von der Leitstelle der Dortmunder Feuerwehr werden täglich rund 1.100 Anrufe entgegengenommen, von denen etwa 300 in einen Einsatz von Rettungsdienst- oder Brandschutzeinheiten münden. Das bedeutet, dass etwa alle fünf Minuten ein oder mehrere Rettungsmittel in einen Einsatz entsandt werden.

Gemeinsam mit Baudezernent Martin Lürwer und Feuerwehrchef  Dirk Aschenbrenner freut es Stadtdirektor Stüdemann besonders, dass die Dortmunder von der Umstellung auf die modernere Technik so gut wie nichts bemerkt haben. Der zur Umschaltung des Notrufes veröffentlichte Warnhinweis blieb eine der zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen. Alle eingehenden Einsätze wurden umgehend bearbeitet, als hätte es nie etwas anderes gegeben. “Ein Erfolg, den sich die Mitarbeiter der Leitstelle und der Technik erarbeitet haben. Die monatelangen und intensiven Vorbereitungen machten sich bezahlt”, so Aschenbrenner.

Am 15. Mai 2008 hatte der Rat der Stadt den Neubau der Feuer- und Rettungswache 1 (Mitte) und des Lage- und Führungszentrums (LFZ) beschlossen. Im Oktober 2008 rollten dann die Bagger an, um Platz zu schaffen. Seitdem verschwindet die alte Feuerwache schrittweise und die Neubauten entstehen.

Insgesamt investiert die Stadt 29 Millionen Euro in den Standort Steinstraße. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf das Lage- und Führungszentrum mit der Einsatzleitstelle. ”Mehr als 100.000 Einsätze werden jährlich von hier koordiniert – Tausenden Menschen in Dortmund dadurch geholfen – vielen davon sogar das Leben gerettet”, erklärt Feuerwehrdezernent Jörg Stüdemann.

Neun Mitarbeiter rund um die Uhr im Leitstellen-Dienst

Gegenwärtig arbeiten in der neuen Leitstelle neun Feuerwehrleute. Der Lagedienstführer, ein Dienstgruppenleiter und sieben Disponenten werden rund um die Uhr – im 24-Stunden-Schichtdienst – eingesetzt. Sie nehmen die Notrufe entgegen und bearbeiten die Einsatzmeldungen. Bei Großschadenslagen wie beispielsweise Unwetterlagen, Hochwasser oder großen Gefahrstofffreisetzungen wird die Standardbesetzung ergänzt, um die ansteigenden Notrufaufkommen und Fahrzeugkoordinierungen zeitgerecht zu bearbeiten.

Ortstermin in der neuen Leitstelle: Stadtdirektor und Brandschutzdezernent Jörg Stüdemann nimmt den Betrieb in Augenschein. Foto: Feuerwehr Dortmund

Ortstermin in der neuen Leitstelle: Stadtdirektor und Brandschutzdezernent Jörg Stüdemann nimmt den Betrieb in Augenschein. Foto: Feuerwehr Dortmund

In der neuen Leitstelle stehen zehn identische Leitplätze zur Verfügung. Zwei abgesetzte Leitplätze dienen der Aus- und Fortbildung und können zusätzlich genutzt werden. Im Falle von Großschadenslagen werden über acht weitere Ausnahmeabfrageplätze Notrufe entgegengenommen. Die Einweisung in die neue Technik hat im September vergangenen Jahres begonnen.

Die Qualifikation der Leitstellenmitarbeiter ist vielschichtig: Eine komplette Feuerwehrausbildung, Rettungsassistentenausbildung und mehrjährige Einsatzerfahrung auf einer Feuer- und Rettungswache sind die Grundvoraussetzungen, um als Disponent arbeiten zu können. In einem mehrmonatigen Leitstellenlehrgang und mit kontinuierlicher Fortbildung werden die Mitarbeiter unter anderem auf folgende Aufgaben vorbereitet:

  • Annahme und Bewertung von Notrufen
  • Alarmierung von Einsatzeinheiten sowie Koordination und Einsatzleitung der anrückenden Einheiten
  • Planung von Krankentransportbestellungen, Intensivverlegungen
  • Koordination des gesamten städtischen Rettungsdienstes, mit der Organisation von Spezialtransporten und Führen eines Bettennachweises
  • Meldekopf der Stadt für das Innenministerium, die Bezirksregierung und für benachbarte Leitstellen
  • Auslösende Stelle für alle Alarmierungen im Rahmen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr wie beispielsweise Krisenstab, Feuerwehreinsatzleitung oder anderen städtische Dienststellen
  • Telefonvermittlung für die gesamte Feuerwehr
  • Koordination von Anfragen/Anforderungen zu überörtlichen Hilfeleistungen
  • Mobilfunkortungen
  • Schnittstelle zu anderen Behörden und Organisationen wie der Polizei, den Hilfsorganisationen, dem Technischen Hilfswerk und der Werkfeuerwehr ThyssenKruppSteel auf der Westfalenhütte
  • Koordinationsstelle der Rufbereitschaften des Umwelt- und Jugendamtes
  • Alarmdienst auf dem Einsatzleitwagen (ELW) bei größeren Lagen zur Unterstützung der örtlichen Einsatzleitung.

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