Donnerstag, 17. April 2014

Modellkalender – das Making-of

26. Oktober 2012 von  

Bremen – Wie fotografiere ich meine Modellfahrzeuge richtig? Diese Frage haben wir in Heft 11/2012 des Feuerwehr-Magazins am Beispiel unseres neuen Blaulicht-Modell-Kalenders grundsätzlich beantwortet. Hier kommt die Fortsetzung, in der wir noch auf technische Aspekte der Modellfotografie eingehen.

Miniaturfahrzeuge fotografieren kann eigentlich jeder. Vorausgesetzt, er hat eine Kamera, mit der sich Makrofotos (Nahaufnahmen) schießen lassen. In Frage kommen Kompaktkameras mit Makrofunktion – meist durch ein Blumensymbol gekennzeichnet – oder Systemkameras, die sich mit einem Objektiv mit geringer Naheinstellgrenze bestücken lassen. Dies bieten heutzutage die meisten Standard-Zoomobjektive.

Die Aufnahmen in unserem Kalender “Blaulicht-Modelle 2013″ entstanden mit digitalen Spiegelreflexkameras und überwiegend mit speziellen Makroobjektiven. Unabdingbar war hierbei ein stabiles Stativ. Denn um bei den Aufnahmen die nötige Tiefenschärfe (hoher Schärfebereich zwischen nah und fern) zu erreichen, muss die Blende des Objektivs – wenn möglich – weit geschlossen werden.

Titelaufnahme für den Blaulicht-Modell-Kalender mit Stativ und Fernauslöser. Foto: Mathis Rüffer

Titelaufnahme für den Blaulicht-Modell-Kalender mit Stativ und Fernauslöser. Foto: Mathis Rüffer

Dadurch fällt allerdings weniger Licht in die Kamera, was durch eine längere Belichtungszeit ausgeglichen werden muss. So reduzierte sich diese Zeit bei unseren Indoor-Kalenderfotos durch das Abblenden teilweise auf bis zu acht Sekunden. Eine Aufnahme aus der Hand war damit nicht mehr möglich. Um die Erschütterungen zu reduzieren, haben wir entweder mit Selbst- oder mit Fernauslöser gearbeitet und den Spiegel schon einige Zeit vor der Belichtung hochgeklappt (Spiegelvorauslösung).

Farbstich muss nicht sein

Da sich Dioramen und Modellbahnanlagen in der Regel in Innenräumen befinden, tauchte bei unserer Kalenderproduktion noch ein weiteres Problem auf: die Beleuchtung. Kunstlicht (Glüh-/Energiesparbirnen, LEDs, Halogenlicht, Neonröhren) kann Farbstiche im Bild erzeugen. Daher sollte der Fotograf den Weißabgleich der Kamera (WB, englisch für White Balance) auf die vorhandene Lichtquelle einstellen. Also etwa bei Neonlicht das Leuchtstoffröhren-Symbol wählen.

Noch besser ist ein manueller Weißabgleich, den Fortgeschrittene gemäß Bedienungsanleitung ihrer Kamera auf einer weißen oder neutralgrauen Fläche vornehmen können. So haben auch wir bei unseren Kalenderaufnahmen gearbeitet. Den farblichen Feinschliff erhielten die Bilder gegebenenfalls noch durch eine Anpassung per Bildbearbeitung.

So wenig Bildbearbeitung wie möglich

Apropos nachträgliches Bearbeiten: Bei unserem Kalender haben wir Wert darauf gelegt, sämtliche Bildhintergründe nicht erst später hinzuzufügen. Per Bildbearbeitungs-Programm haben wir lediglich die Standplatten von Figuren sowie den Faden wegretuschiert, mit dem wir ein Modell für Fahraufnahmen gezogen haben.

Zum Schluss noch ein Tipp in Sachen Bildkontrast: Wer sich aufwändiges Nachbearbeiten durch Aufhellen und Abdunkeln von Bildpartien ersparen möchte, sollte bei der Aufnahme mit Aufhellflächen arbeiten. Diese lenken das vorhandene Licht auf die gewünschte Stelle. Dafür eignen sich beispielsweise spezielle Faltreflektoren mit silbernen oder weißen Flächen aus dem Fotohandel. Auch Spiegel haben wir bei unseren Fotoshootings eingesetzt.

Eine günstigere Variante sind die Rückseiten von gereinigten Joghurt-Deckeln aus Aluminium oder mit Alufolie beklebte Pappstücke. Sie lassen sich mit Postkartenhaltern (Standfuß, biegsamer Draht, Clip) gut auf Modelllandschaften platzieren und gezielt ausrichten.

Weitere Informationen: Noch bis zum 31. Oktober 2012 ist der Kalender “Blaulicht-Modelle 2013″ in unserem Shop zum Vorzugspreis von 13,90 Euro erhältlich. Danach kostet der Kalender 15,90 Euro. Fünf Kalender kosten bis zum 31. Oktober  50 Euro, danach kostet das 5er Pack 60 Euro.

Kommentare

2 Kommentare zu “Modellkalender – das Making-of”

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!