Freitag, 18. August 2017

Misstrauensvotum: LFV-Chef tritt zurück

Halle (ST) – Hans-Ulrich Schlegel, seit Mai 2010 Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt, hat am Montagabend auf einer Krisensitzung seinen Rücktritt als Vorsitzender und Vorstandsmitglied erklärt. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). Zuvor hatten ihm acht Vorstandsmitglieder das Misstrauen ausgesprochen, eines enthielt sich. Der Verband ist Bindeglied zwischen den Brandbekämpfern und der Landesregierung beziehungsweise der Feuerwehr-Unfallkasse. Seinen Vorsitz übernimmt nun zunächst René Grunwald, Wehrleiter in Nudersdorf (Landkreis Wittenberg).

Wappen Sachsen-Anhalt.Schlegel war unter anderem wegen seiner Führungsarbeit in die Kritik geraten, so die Zeitung. Bahn gebrochen hatte sich der Frust, als Anfang April auf der Landes-Delegiertenversammlung kein Haushalt vorgelegt wurde – wenig später ging bei der Staatsanwaltschaft eine anonyme Anzeige ein, die Schlegel und einem Stellvertreter die missbräuchliche Verwendung von Beiträgen vorwirft. Der neue Vorstand will nun zunächst eine finanzielle Bestandsaufnahme machen, kündigte Grunwald an. Im Mai soll es ein Treffen mit den Kreisverbandschefs geben, im Juni stelle sich der Vorstand auf einer außerordentlichen Delegiertenversammlung erneut zur Wahl. Über den Verband laufen unter anderem Fördermittel für Jugendarbeit oder den Kampf gegen Rechtsextremismus. Allerdings hat er seit Jahren Probleme: So mussten Fördermittel zurückgezahlt werden, weil sie nicht korrekt abgerechnet wurden, Steuerabschlüsse fehlten, 2010 eskalierte ein Streit um die Jugendarbeit. (Text: MZ)

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