Donnerstag, 25. Mai 2017

Kreisfeuerwehr-Geschäftsführer bestiehlt Sterbekasse

Osterode am Harz (NI) – Der ehemalige Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Osterode steht wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, in einem Zeitraum von knapp 20 Jahren zirka 265.000 Euro veruntreut zu haben. Das Problem: Ein Großteil der 44 Betrugs-Fälle ist bereits verjährt.

Der mögliche Strafzeitraum erstreckt sich von Mitte 2011 bis Februar 2014. In dieser Zeit habe der 65-Jährige von drei Konten des Verbandes und der Sterbekasse unberechtigt Beträge zwischen 250 Euro und 25.000 Euro abgehoben. Dabei entstand ein Schaden von knapp 80.000 Euro.

Symbolfoto: Feuerwehr T. Weege

Die Kassenprüfer des Feuerwehrverbandes bescheinigten bei der letzten offiziellen Prüfung im Jahr 2012 noch ein stattliches Guthaben von 380.000 Euro. 340.000 Euro davon sollten in Sparbriefen angelegt sein. Tatsächlich waren die Sparbriefe aber bereits abgelaufen. Lediglich zwei Sparbriefe im Wert von 75.000 waren noch vorhanden.

Warum den Kassenprüfern die Unregelmäßigkeiten nicht aufgefallen sind, konnte bisher nicht geklärt werden. Letztendlich wies das Finanzamt im Mai 2014 auf die Probleme hin, da der Angeklagte private Steuerschulden von dem Konto der Sterbekasse beglichen hatte.

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Ebenfalls ist unklar, wo das veruntreute Geld geblieben ist. Sicher ist, dass 25.000 Euro der veruntreuten Gelder für die Anschaffung einer privaten Solaranlage ausgegeben wurden. Weitere Gelder könnten nach Ansicht von Ermittlern verwendet worden sein, um die Verluste des Bistros der Ehefrau auszugleichen.

Der Angeklagte hatte schon zu Beginn des Verfahrens die Taten gestanden. Bis zum nächsten Verhandlungstag Anfang April soll er sich nach Aussage des Richters überlegen, wie er die Schäden begleichen kann. Davon wird dann die zu verhängende Strafe abhängig gemacht.

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