Dienstag, 25. Juli 2017

Komplette Feuerwehr freiwillig zum DNA-Test

20. Mai 2015 von  

Bettringen (BW) – Die Feuerwehr Bettringen hat aus eigener Initiative veranlasst, dass die komplette Kameradschaft einem DNA-Test unterzogen wird. Der Hintergrund: Eine Serie von Brandstiftungen in der Ortschaft Bettringen bei Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis). Die Feuerwehr will so Gerüchten entgegenwirken, dass der Brandstifter aus den eigenen Reihen stammen könnte.

Seit Ostern sind in einem Radius von 1.000 Metern schon 15 Feldscheunen, Bauernhöfe, ältere Wohnhäuser und zuletzt ein Holzbaubetrieb in Flammen aufgegangen. Bis zu 150 Einsatzkräfte waren jeweils gefordert. Drei Feuerwehrleute und ein Polizeibeamter erlitten Brand- und Rauchgasverletzungen. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, die Polizei spricht von einer „Eskalation“.

Feuerwehr bei Löscharbeiten nach einer Brandstiftung in Bettringen. Foto: Heino Schütte

Feuerwehr bei Löscharbeiten nach einer Brandstiftung in Bettringen. Foto: Heino Schütte

Was die Feuerwehr belastet sind Spekulationen, wonach der Feuerteufel aus den Reihen der Aktiven stammen könnte. Die Feuerwehr startete deshalb am Dienstag einen außergewöhnlichen Befreiungsschlag: Sie bat die Kriminalpolizei zu einem freiwilligen DNA-Test ins Feuerwehrhaus. Ziel ist es die Proben mit Spuren, die an den Tatorten gefunden werden könnten, abzugleichen. Fast alle Kameraden traten dazu an. Diejenigen die zum Beispiel beruflich verhindert waren, werden den Test nachholen.

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Klaus Hinderer, Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen, lobte gegenüber feuerwehrmagazin.de die Idee der Feuerwehr, die geeignet sei, den hohen Druck, der auf der Ortsfeuerwehr lastet, zu senken. Ebenso betonte er, dass es eine rein provisorische Maßnahme sei und von Seiten der Polizei kein Verdacht gegenüber der Feuerwehr bestehe.

Die Polizei hat jede Nacht eine Ermittlungsgruppe „Scheune“ sowie zwischenzeitlich Kräfte einer Bereitschaftspolizei und einer Hubschrauberstaffel im Einsatz, um den Bürgern ein Sicherheitsgefühl zurück zugeben. „Es geht uns an die Substanz“, beschreibt Feuerwehrkommandant Eduard Wamsler die Belastung.

Kommentare

3 Kommentare zu “Komplette Feuerwehr freiwillig zum DNA-Test”
  1. Huber37 sagt:

    In meinen Augen eine fatale Entscheidung der Wehr. Warum? Zuerst einmal die Frage ob denn dort überhaupt relevantes DNS-Material gefunden wurde. Nächste Frage wäre dann wie es dorthin gekommen ist. Die Frage ist auch wie das weitergeht. Muss in Zukunft jeder der in die Feuerwehr eintritt eine DNA-Probe bei der Polizei hinterlegen? Was wenn per Zufall eine DNA-Probe passt, weil der Kamerad vor Monaten dort in der Scheune ein Schäferstündchen gehalten hat oder was auch immer. Was wenn die DNS bewusst oder unbewusst dorthin verschleppt wurde? Wenn es unberechtigten Druck auf die Feuerwehr gibt, erwarte ich dass sich Bürgermeister und Gemeinderat vor die Kameraden stellen. Wenn nicht, wäre vor einer generellen DNA-Abgabe, die Entscheidung gestanden, die Feuerwehr „einfach“ aufzuösen. Soll doch die Bevölkerung schauen wie sie ohne die zu Unrecht angeschuldigten kameraden klar kommt. Meine DNA bekäme die Polizei nicht. Da ist mir das Risiko viel zu groß.

  2. sven sagt:

    Zitat Huber37: Zuerst einmal die Frage ob denn dort überhaupt relevantes DNS-Material gefunden wurde.

    sven: Offensichtlich sonst würde eine DNA-Probe keinen Sinn machen

    Zitat Huber37: Muss in Zukunft jeder der in die Feuerwehr eintritt eine DNA-Probe bei der Polizei hinterlegen?

    sven: Dafür gibt es weder eine Datenbank noch eine Rechtgrundlage…

    Zitat Huber37: Was wenn per Zufall eine DNA-Probe passt, weil der Kamerad vor Monaten dort in der Scheune ein Schäferstündchen gehalten hat oder was auch immer. Was wenn die DNS bewusst oder unbewusst dorthin verschleppt wurde?

    sven: Spuren müssen sich wohl eindeutig dem Täter zuordnen lassen – sonst wäre jeder „verdächtig“ der die Gebäude jemals betreten hat…

    Zitat Huber37: Wenn es unberechtigten Druck auf die Feuerwehr gibt, erwarte ich dass sich Bürgermeister und Gemeinderat vor die Kameraden stellen. Wenn nicht, wäre vor einer generellen DNA-Abgabe, die Entscheidung gestanden, die Feuerwehr “einfach” aufzuösen. Soll doch die Bevölkerung schauen wie sie ohne die zu Unrecht angeschuldigten kameraden klar kommt.

    sven: Die Feuerwehr auflösen, wenn sie dringend gebraucht wird? Was ist das für eine Einstellung?

    Zitat Huber37:Meine DNA bekäme die Polizei nicht. Da ist mir das Risiko viel zu groß.

    sven: Das bleibt jedem selbst überlassen…

Kommentare

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