Freitag, 18. August 2017

IG Metall empört über Ziegler-Insolvenz

17. August 2011 von  

Heidenheim (BW) – Die Gewerkschaft IG Metall hat sich empört über die Anmeldung des Insolvenzverfahrens der Albert Ziegler GmbH & Co. KG geäußert. „Das ist eine total unnötige Insolvenz“, sagte Gewerkschaftssekretär Ralf Willeck gegenüber feuerwehrmagazin.de. Die Gewerkschafter fühlen sich von dem Unternehmen betrogen. „Am Sonntag haben wir uns noch mit der Familie Ziegler zusammegesetzt, da hieß es, niemand will eine Insolvenz“, so Willeck. Zwei Tage später folgte dann der – aus Sicht der IG Metall – überraschende Gang des Unternehmens zum Amtsgericht.

„Das ist ein erzwungenes Insolvenzverfahren, um Gläubiger abzuschütteln“, glaubt Willeck. „Aber da werden wir dagegen schießen.“ Mehr noch: „Da wird nach der Kartellstrafe das letzte Fünkchen Vertrauen bei den Kunden zerstört, auf Kosten der Mitarbeiter“, meint Willeck.

Firmenlogo an der Ziegler-Zentrale in Giengen. Foto: Hegemann

Firmenlogo an der Ziegler-Zentrale in Giengen. Foto: Hegemann

Der Gewerkschaft hatte nach eigenen Angaben mit dem Betriebsrat und der neuen Geschäftsleitung einen Sanierungstarifvertrag ausgehandelt. Damit sollte die Krise, in die das Unternehmen nach der Bußgeldzahlung an das Bundeskartellamt geraten war, überwunden werden. Dabei seien auch von den Mitarbeitern Zugeständnisse gemacht worden. Die Gewerkschaft wirft insbesondere Geschäftsführer Achim Ziegler vor, seine Zusagen nicht eingehalten zu haben.

Auslieferungsstraße im neuen Werksteil bei Ziegler in Giengen. Foto: Hegemann

Auslieferungsstraße im neuen Werksteil bei Ziegler in Giengen. Foto: Hegemann

„Die Familie Ziegler hat die Firma mit ihrem Missmanagement und illegalen Geschäftsgebahren frontal an die Wand gefahren und will jetzt noch auf Kosten der Belegschaft und der Allgemeinheit ihre Schäfchen ins Trockene bringen“, sagt Andreas Strobel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim. „Dies ist schlichtweg unverantwortlich. Zuerst gefährden sie das Unternehmen durch ein ungesetztliches Preiskartell, jetzt melden sie Insolvenz an, um sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen. Das sind keine Unternehmer sondern Bankrotteure“, so Strobel wörtlich in einer Mitteilung.

Bei der Firma Ziegler baten wir um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der Gewerkschaft. Bisher ohne Reaktion.

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Kommentare

13 Kommentare zu “IG Metall empört über Ziegler-Insolvenz”
  1. Basl Wastl sagt:

    Naja, wer seine Augen in den letzten Jahre unvoreingenommen offen hatte, sah eine Firma Ziegler, die schon lange den Anschluss an der Technik vieler Wettbewerber verloren hat. Dass man nun das verhängte Bußgeld als aufhänger nimmt um sich aus möglichst wirtschaftlich aus der Affäre zu ziehen passt ins Gesamtbild…

  2. Miss Management sagt:

    Naja, denen Missmanagement vorzuwerfen ist nicht so schwer: wie kann man so blöd sein, über Jahre hinweg die Preise abzusprechen und dabei trotzdem immer noch nicht allzu viel Gewinn zu machen. Und dass jetzt die Strafe in die Insolvenz führt, ist dann wohl in aller erster Linie die Familie schuld – da ist wohl vorher Geld beiseite geschafft worden, könnte man vermuten…

  3. sven sagt:

    Das deutsche Insolvenzrehcht kennt (für Unternehmen) 3 Gründe einen Insolvenzantrag zu stellen:

    In 2 Fällen ist der Antrag zwingend vorgeschrieben, ihn nicht oder zu spät zu stellen ist strafbar! Da sollte man es sich nicht so einfach machen, den Eigentümern einen Tag nach dem Antrag öffentlich vorzuwerfen, den Antrag provoziert zu haben!

    Kleiner Hinweis für die Redaktion: Ziegler darf sich, wie jedes andere Unternehmen in dem Fall auch, nicht mehr äußern, das ist jetzt ausschließlich Aufgabe des Insolvenzverwalters!

  4. Aufklärer sagt:

    @Basl Wastl:
    allerdings liefern die nun die leistungsfähigsten Löschfahrzeuge
    die jemals in Europa produziert wurden an den Flughafen Frankfurt.
    Warum versuchen Sie denn eine technisch hoch leistungsfähige Firma
    zu diskreditieren ?

  5. Franz Czech sagt:

    QAufklärer

    Auch andere Firmen liefern Löschfahrzeuge nach Frankfurt.
    Firmen die Gemeinden über Jahre hin durch Preisabsprachen abgezockt haben gehören weg und die verantwortlichen für Jahre hinter Gitter.

  6. Ralf sagt:

    wer sagt das an Preisen etwas gemacht worden ist?
    wo steht das geschrieben?
    Das Kartellamt hat lediglich festgestellt, das Treffen stattgefunden haben und Gebiete(Aufträge) aufgeteilt worden sind.
    Diese falsche Darstellung wurde von den Medien verbreitet. Wäre an den Preisen etwas gemacht worden, würden sich schon längst Gerichte mit der Sammelklage beschäftigen. Da diese Klagen keinen Erfolg haben werden, sind sie anscheinend deshalb auch noch nicht eingereicht worden, oder warum ist noch nichts passiert.
    Meiner Meinung nach ist das alles von der Firma Rosenbauer eingefädelt worden, mit dem Hintergedanken sich größere Markanteile zu sichern und noch weiter auf den Deutschen Mark vorzurücken. Die anderen Hersteller(Ziegler) sind ausgestiegen aus dem Kartell und zum Dank hat Rosenbauer eine anonyme Anzeige gemacht und auch gleich die Rücklage für die Strafe geschaffen. Und er bietet jetzt den FW auch noch Geld an. Das nehn ich unlauteren Wettbewerb.

  7. Eric sagt:

    Wenn Ziegler technisch so weit hinten dran ist, wie kommt es dann, dass Beispielsweise die Feuerwehr Düsseldorf beinahe einzig Löschfahrzeuge mit Ziegler-Aufbau hat? Ich Bitte euch, technisch sind die Top-Hersteller auf einem ungefähr gleichen Level. Nur weil Ziegler seine Fahrzeuge nicht total mit Design-Elementen zukleistert wie Beispielsweise Rosenbauer, heißt das noch lange nicht das die Technik rückständig ist.

  8. Nick sagt:

    Ich finde es sehr schade das Ziegler insolvenz anzeigt. ): Ich stelle mir nur die Frage „warum“ denn technisch ist Ziegler ganz weit vorne, außerdem denke/dachte ich immer das Ziegler viele Kunden hat und niemals Pleite geh’n werde!

  9. Sueder sagt:

    Wenn die Aufbauhesteller tatsächlich sich abgesprochen haben das z.B. im Bundesland XY die Fahrzeuge der Firma A weniger kosten als in einem anderen Bundesland dort aber wiederum die Fahrzeuge von Firma B günstiger sind und man sich so Aufträge zugeschanzt hat ist das eine illegale Preisabsprache.
    Das ganze Funktioniert natürlich nur wenn die Ausschreibungen vollkommen offen Gestaltet sind. Wenn man aber ehrlich ist wird man feststellen das viele Feuerwehren entweder einen Lieblingsaufbauhersteller haben oder komischerweise immer wieder der Selbe Hersteller die Ausschreibungen gewinnt.

  10. Jens sagt:

    Was genau von den vier Herstellern abgesprochen wurde, kann ja von uns keiner sagen. Aber nachdem es auf dem Markt mehr gibt als diese Firmen, hätten bei Preisabsprachen einige andere Firmen preiswerter sein müssen.
    Technisch sind denke ich die meisten Hersteller gleichauf, natürlich hat mal der eine mal der andere eine Inovation, aber im Grundsatz kochen doch alle nur mit Wasser. Das zeigen zumindest unsere derzeitigen Informationen welche wir bezüglich einer Neuanschaffung einholen.
    Persönlich hoffe ich, dass das Unternehmen in einer Tragfähigen Form am Markt bleibt, denn die Produkte sind in einer ordentlichen und zukunftsfähigen Qualität, es sind eine Menge Arbeitsplätze und nur die vielzahl von Firmen erlauben eine Auswahl und dadurch auch technischen und preislichen Wettbewerb.
    Im übrigen denke ich, dass durch Feuerwehren selbst mehr Einflussnahme stattgefunden hat, welche sich bei Informationsveranstaltungen informieren, dass ihrer Meinung nach beste Produkt für sich auswählen und dem entsprechend die Ausschreibung gestalten! Was im übrigen ganz legitim ist!

  11. ZieglerDepp sagt:

    Als Mitarbeiter der Firma Ziegler bin ich über die aktuelle Entwicklung entsetzt.
    Unser neuer Geschäftsführer Herr Faerber mit seinem Team hat in den letzten Monaten eine hervorragende Arbeit für die Firma geleistet und uns auf einen guten Weg gebracht. Das Vertrauen von Mitarbeiter und Kunden wurde wieder hergestellt.

    […]

    Die Preissemitteilung der IG-Metall Heidenheim stellt dem Sachverhalt realistisch dar.

    http://www.heidenheim.igm.de/downloads/artikel/attachments/ARTID_46366_CExmc7?name=Pressemitteilung.pdf

    Ich hoffe daß Herr Faerber und sein Team an Bord bleiben. Realistisch wird dies aber nicht sein, da die Entscheidung über die Insolvenz hinter seinem Rücken getroffen wurde. Das Vertrauensverhältnis dürfte daher zerstört worden sein.

    [EDIT-HINWEIS: Ein Satz wurde gelöscht. Bitte keine Unterstellungen veröffentlichen. Die Redaktion]

  12. Egon sagt:

    Der Beitrag von Ralf lässt auf Insider-Wissen schließen. Ist Ralf ein Pseudonym für Rolf?

  13. Ralf sagt:

    Nein Ralf ist Ralf,
    ich habe das ganze aufmerksam verfolgt!
    Einfach mal 1+1 zusammengezählt, ist in meinen Augen alles ein wenig komisch.
    Wir werden sehen was im laufe der Zeit noch so alles an´s Tageslicht kommen wird. Schätze das nun alles nochmal genau geprüft wird.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, sind diese Tage bei verschiedenen Herstellern, Firmen und Hausdurchsuchungen vorgenommen worden.
    Abwarten aus welchem Grund diese stattgefunden haben.
    Finde es traurig das die Firma Ziegler den Schritt zum Insolvenz-Verwalter gemacht hat. Die Firma war doch wieder auf einem guten Weg mit der neuen Geschäftsleitung, leider müßen die Mitarbeiter nun wieder um ihren Arbeitsplatz bangen.

    Ich hoffe das sich alles zum guten wendet, für die Mitarbeiter!

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