Dienstag, 6. Dezember 2016

Helfende Hand – Feuerwehr-Projekte räumen ab

Berlin – Am Montagnachmittag verlieh Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Auszeichnungen für den Förderpreis „Helfende Hand“. Die Feuerwehr-Projekte erreichten sehr gute Platzierungen – allen voran die Jugendfeuerwehr Bremen mit „Ehrensache – Ich mache weiter“, einem Projekt zum Übertritt von der JF in die Einsatzabteilung. Die Bremer gewannen Gold in der Kategorie „Nachwuchs- und Jugendarbeit“. In der Kategorie „Innovative Konzepte“ bekamen die „Demokratieberater“, ein Projekt der Deutschen Jugendfeuerwehr und der THW-Jugend, Silber.

Die Helfende Hand 2014

Bundesinnenminister Thomas de Maizière überreichte die Helfende Hand in Gold für das Bremer Projekt „Ehrensache – Ich mache weiter“. Foto: Helfende Hand

„Deutschland braucht die vielen freiwillig Engagierten im Bevölkerungsschutz. In sechs Jahren ‚Helfende Hand‘ haben sich Helferinnen und Helfer mit fast 1.000 Projekten beworben. Das zeigt, welch große Bedeutung der Förderpreis für die Ehrenamtlichen erreicht hat. Er hilft ihnen, innovative Ideen und Projekte zu realisieren, um unseren Bevölkerungsschutz zukunftsfest zu machen“, erklärte der Bundesinnenminister. 230 Bewerbungen gingen alleine in diesem Jahr ein, 15 Initiativen wurden von einer Jury in drei Kategorien für die Endrunde nominiert. Davon stammen fünf Projekte von Feuerwehren.

Kategorie „Nachwuchs- und Jugendarbeit“

Platz 1 ging an „Ehrensache – Ich mache weiter“, eine Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes und der Jugendfeuerwehr Bremen. „Diese Auszeichnung ist der absolute Hammer“, freute sich Landes-Jugendfeuerwehrwart Christian Patzelt. Der Preis ist mit 8.000 Euro dotiert. Mit dem Projekt gehen die Bremer auf die Integration junger Menschen in die Einsatzabteilung der freiwilligen Feuerwehren ein. Zielgruppe sind 15- bis 22-Jährige. „Wir möchten vor allem die Jugendlichen aus den Jugendfeuerwehren unbedingt für die Einsatzabteilungen gewinnen und sie auch langfristig in den Wehren halten“, erklärte Patzelt gegenüber feuerwehrmagazin.de. „Junge Menschen haben so vielfältige und sich wechselnde Lebenswelten, dass wir sie individuell begleiten müssen. Ganz oben stehen Verständnis und Kommunikation.“ Die Bremer haben in ihrem Projekt beide Seiten betrachtet: Einerseits die Bedürfnisse und Bedenken der jungen Menschen, andererseits die Anforderungen der Führungskräfte an neue Mitglieder.

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Jubel der JF Deisel. Foto: Patzelt

Auf dem 3. Platz in der Kategorie landete „Laufen statt Saufen“, die Internetaktion der Jugendfeuerwehr Deisel (HE, Kreis Kassel). Das Feuerwehr-Magazin hat in der Ausgabe 5/2014 darüber berichtet. Mit ihrer Jugendwartin Desiree Partosch haben die Jugendlichen ein Zeichen gegen die so genannten Bier-Nominierungen gesetzt. Sie veröffentlichten den Clip mit dem Motto „Laufen statt Saufen“ auf ihrer Facebook-Seite und nominierten ihre Nachbarwehren. Damit starteten sie einen Schneeball-Effekt. Mittlerweile gibt es über 280 Videos bundesweit.

Die Feuerwehr Katlenburg (NI, Kreis Northeim) belegte Platz 5 mit der Schulanfänger- und Geburtenaktion. Die Kameraden überreichen frisch gebackenen Eltern ein Neu–Geburtenpaket mit einem Rauchmelder, einem Pixibuch, Infomaterial zum Brandschutz zu Hause und selbstgestrickte Söckchen für das Baby. Schulanfänger bekommen eine Schultüte. Darin sind neben Schreibmaterial auch ein so genannter Kinderfinder mit Beschreibung, eine Notrufkarte sowie eine Aufnahmeformular der Kinderfeuerwehr.

Kategorie „Innovatie Konzepte“

Das Projekt „Demokratieberater“ der Deutschen Jugendfeuerwehr in Kooperation mit der THW-Jugend erreichte hier den 2. Platz. Insgesamt zehn Demokratiepartner wurden in Seminaren ausgebildet – im Umgang mit Konflikten, mit Ausgrenzung und Diskriminierung und in Kommunikation geschult. „Sie können als Ansprechpartner innerhalb der ehrenamtlichen Strukturen in Konfliktsituationen selbstverantwortlich unterstützen, beraten und mit den Beteiligten Lösungswege suchen“, erklärt Projektleiterin Susanne Beyer. „Außerdem sollen sie andere Verbandsangehörige sensibilisieren, um ein demokratiegefährdendes Klima in den Organisationen zu vermeiden.“

Platz 4 ging an das Projekt „Feuerwehr-Pfand“ der Ortsfeuerwehr Martfeld (NI, Kreis Diepholz). Die Wehr benötigte ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF), hatte dafür aber kein Geld. So sammelten die Kameraden Pfandbons. In einem Supermarkt wurden eine Sammelbox und Werbebanner aufgestellt. Nicht mal ein Jahr dauerte es, bis die Wehr genug Bons gesammelt hatte, um sich eine neues MTF zu kaufen.

In der Kategorie „Vorbildliches Arbeitgeberverhalten“ war keine Feuerwehr-Aktion nominiert.

Die Helfende Hand 2014

Alle Preisträger der ausgezeichneten Feuerwehr-Projekte. Foto: Helfende Hand

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