Mittwoch, 27. Juli 2016

Hamburg: zwei freiwillige Wehren fusionieren

23. März 2016 von  

Hamburg – Die Feuerwehr Hamburg vollzieht einen Schritt, den es so seit Jahrzehnten in der zweitgrößten deutschen Feuerwehr nicht mehr gegeben hat: Die beiden freiwilligen Feuerwehren Billwerder (F-2961) und Allermöhe (F-2962) werden zusammengelegt. Auf ausdrücklichen Wunsch beider Einheiten, wie es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung heißt. Ziel: Schlagkräftiger agieren zu können.

„Bereits seit einigen Jahren schwinden die Mitgliederzahlen einiger Wehren in den Marschlanden. Etwa in Billwerder ist nur noch eine Minderanzahl an Kameradinnen und Kameraden aktiv. Auch in Allermöhe und Moorfleet können die Wehren schwindende Mitgliederzahlen verzeichnen. Der Altersdurchschnitt in den Marschländer Wehren liegt bei 44 Jahren, auch wenn einige Kameraden die seit 2013 bestehende Möglichkeit nutzen, ihre Dienstzeit um bis zu drei Jahren auf das 63. Lebensjahr zu verlängern, hilft diese nur bedingt“, erklärt die Landesbereichsführung der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg in ihrer Pressemitteilung.

Der Nachwuchs sei bei den meisten Wehren da und insbesondere die Jugendarbeit in den fünf Jugendfeuerwehren des Bereich Marschlande gesichert, so dass es einen kontinuierlichen Zulauf an Mitgliedern für die Freiwilligen Feuerwehren gebe, heißt es. Landesbereichsführer André Wronski betont: „Stetig wachsende Forderungen nach Flexibilität des Arbeitslebens und immer weniger heimische Betriebe mit Zukunft reduzieren die Optionen für das Arbeiten im Stadtteil und schwächen deutlich die Tageseinsatzbereitschaft in den betroffenen Wehren.“ Zusätzlich belaste das mangelnde Angebot an Wohnraum oder Bauplätzen im Einsatzbereich die personelle Entwicklung in den ländlichen Einsatzabteilungen.

Feuerwehr Hamburg. Foto: Jann

Feuerwehr Hamburg. Foto: Jann

Nun reagiert die Feuerwehr Hamburg auf diese Tatsachen und führt die Wehren Billwerder und Allermöhe zusammen. Da die FF Billwerder seit einigen Jahren tagsüber nicht genügend verfügbares Personal hat und auch bei der FF Allermöhe die Tageseinsatzbereitschaft nicht dauerhaft sicher aufrecht erhalten werden kann, sei ein solcher Schritt zur Zusammenlegung eine Möglichkeit, die die Zustimmung des Landesbereichsführers der Freiwilligen Feuerwehr finde, heißt es. „Künftig werden beide Wehren gemeinsam zu allen Einsätzen in den jeweiligen Stadtteilen alarmiert und agieren als eine Einheit“, erklärt die Landesbereichsführung. Tagsüber unterstützen die verfügbaren Kameraden aus Billwerder ihre Kameraden in Allermöhe und rücken zusammen vom Standort von F-2962 am Allermöher Deich aus. In den Nachtstunden und am Wochenende rücken die Feuerwehrleute von F-2961 vom Billwerder Billdeich aus mit zu den Einsätzen aus.

Es wird bereits gemeinsam geübt

Die Wehren haben bereits ihre Übungsdienste zusammengelegt, um so weiter zusammenzuwachsen. In den kommenden Jahren soll dieser Prozess soweit voranschreiten, dass die Mitglieder eine neue, einheitliche Wehrführung wählen und in Folge alle Aktivitäten als eine Wehr gemeinsam verrichten. Die Jugendfeuerwehr Billwerder wird in diesen Prozess einbezogen und auch die Aktivitäten in den Stadtteilen, wie Laternenumzüge oder Osterfeuer werden weiterhin ihren Platz finden.

„Ein solcher Schritt ist in Hamburg seit Jahrzehnten nicht mehr vollzogen worden und ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. Es ist jedoch eine große Chance, künftig eine schlagkräftige Wehr zu halten, um im Sicherheitskonzept der Feuerwehr Hamburg sowie in dem sich wandelnden Stadtteil auch weiterhin einen entscheidenden Beitrag zur Gefahrenabwehr zu leisten“, ist Wronski überzeugt. Die verbliebenen Kameraden beider Wehren seien hoch motiviert und würden zuversichtlich in eine gemeinsame Zukunft blicken.

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