Mittwoch, 16. August 2017

Geheime Übung: Herdecker Wehr alarmiert

9. Oktober 2010 von  

Herdecke (NW) – Gute Einsatzübungen sind die, die sehr realitätsnah gestaltet sind. Häufig fängt dies heute schon bei der Alarmierung oder sogar schon bei den Notrufen an. So waren diese Woche zwei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis) gefordert.

Kräfte gehen zum Einsatz vor. Foto: Jürgen Theobald/Stadt HerdeckeEs ist Mittwoch, kurz nach 17 Uhr gehen mehrere Notrufe bei der Leitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises ein. Es soll eine Abfüllanlage eines Unternehmens für Baustoffe brennen. Der Disponent alamiert die komplette Feuerwehr Herdecke, gibt sogar Alarm mit der Sirene. Dass dies kein Realeinsatz ist, sickert erst nach dem Ausrücken durch die Reihen der Einsatzkräfte. Auch Mitarbeiter des betreffenden Betriebs haben vorher nicht von der Übung gewusst.

Zwei Löschzuüge der FF Herdecke rücken an. Bei der Erkundung fand Einsatzleiter Christian Arndt einen komplett verrauchten Raum vor. Die Nebelmaschine hat gute Arbeit geleistet. Ein Trupp geht unter Atemschutz mit einem C-Rohr in den „verrauchten Bereich“ vor. Zuerst suchen sie nach vermeintlich vermissten Personen, werden aber nicht fündig. Dann finden die Kräfte die Brandstelle: ein fiktives Leck in einem Tank. Der Tank wird abgeschiebert, die Brandbekämpfung begonnen.

Schaumangriff auf Außengelände. Foto: Jürgen Theobald/Stadt HerdeckeIm Außenbereich müssen Trupps eine weitere Brandausbreitung mit einem Schaumeinsatz verhindern. Ein angrenzendes Tanklager kühlen die Feuerwehrleute mit Wasser. Sogar eine Räumung umliegender Straßenzüge simulieren die Einsatzkräfte.

„Die Abstimmung zwischen Betrieb und Einsatzleitung hat sehr gut funktioniert. Alles in allem war die Übung ein voller Erfolg, “ betont Einsatzleiter Christian Arndt. Auf der Probe hat bei der Übung auch ein neues Funkkonzept gestanden. Zudem hat die Feuerwehr die Löschwasserrückhaltung genutzt. Dabei wird das Löschwasser in großen unterirdischen Tanks aufgefangen.

Insgesamt sind zwei Löschzüge der FF Herdecke über zwei Stunden „im Einsatz“ gewesen. Beobachter Hans-Jörg Möller, Leiter der Feuerwehr Herdecke, zeigt sich im Nachhinein mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden. (Quelle: Feuerwehr Herdecke; Fotos: Jürgen Theobald, Stadt Herdecke)

Kommentare

3 Kommentare zu “Geheime Übung: Herdecker Wehr alarmiert”
  1. Jan sagt:

    Und wieder einmal stellt sich hier die Frage ob man für Übungszwecke die Mitbürger und die Feuerwehrmitglieder den erhöhten Risiken einer Alarmfahrt aussetzen darf!!!

    Speziell wenn Mitglieder der FF zum Gerätehaus eilen, weil sie evtl. auf ihren digitalen Melde-Empfängern bereits den Einsatzort mit der hohen Brandlast und das entsprechende Stichwort gelesen haben. Ein sonst unüblicher zusätzlicher Sirenenalarm verschärft die Situation noch zusätzlich.
    Egal wie oft man im Dienst darüber spricht dass man die Anfahrt “ruhig“ angehen soll. Die Erfahrung zeigt doch dass dies vielen naturgemäß schwer fällt. Ein privater PKW ist nunmal für andere Verkehrsteilnehmer nicht zu erkennen.

    Wir haben gute Erfahrungen mit Übungen während der regulären Dienste gemacht. Es wird “zur Tarnung“ ein normaler Dienst, z.B.: Überdruckbelüftung, begonnen. Und wenn nach einer halben Stunde genug Material von den fahrzeugen entnommen ist, kommt der für die Übung gewünschte Stress ganz von allein, wenn eine Arlamierung aufläuft und alles hektisch wieder an seinen festen Platz muss…

  2. Michael sagt:

    Oh Gott…denke ich mir wenn ich den Comment von Jan lese!

    Man kann ja nun wirklich in allem ein Problem sehen und es kaputt diskutieren!

    Wenn ich mich als Führungskraft auf das Übungen im normalen inneren dienst beschränke, schleichen sich gerne falsche Zeitfenster ein, die mich als Führungskraft im real Einsatz in Schwierigkeiten bringen können!

    Hier zu nennen: Personalstärke; Fachkompetenzen auf den Fahrzeugen; falsche Ausrückezeiten; falsche Zeitfenster beim Ausrüsten der AGT, falsche Zeitfenster bei der Vornahme von gefüllten Schläuchen (es wird ja immer gerne trocken geübt)!

    Ich finde solche realistischen Übungen in einem vernünftigen Maße sinnvoll! Dies motiviert auch die Mannschaft!

  3. Jan sagt:

    Gott hat nichts damit zu tun. ;o)

    Ich meine ja nur, das es durchaus Alternativen geben kann. Man braucht eine frewillige Feuerwehr für eine Übung nicht zwingend „aus dem Bett“ holen.

    Und über die Risiken für Feuerwehrangehörige und Zivilisten während einer „einsatzmäßigen“ Anfahrt der Freiwilligen zum Gerätehaus brauchen wir wohl nicht mehr diskutieren. Oder?

    Für realistische Übungen spricht sich wohl jedes Feuerwehrmitglied aus. (gerade auch bei kleineren Wehren mit geringem Einsatzaufkommen) Doch braucht man für eine Übung nicht unnötig Passanten oder Kameraden gefährden. Oder?

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