Freitag, 9. Dezember 2016

Gastronomie: DEHOGA kritisiert Feuerwehren

23. Juni 2014 von  

Berlin – Die freiwilligen Feuerwehren in Deutschland werden häufig, besonders auf dem Lande, als Retter der Dorfgemeinschaft angesehen. Doch für ihr Engagement um das kulturelle Dorfleben ernten die Ehrenamtlichen jetzt vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA) harsche Kritik. Das Gaststättengewerbe leidet unter stark rückläufigen Umsätzen. Mitverantwortlich für die schwierige Situation sollen unter anderem auch Feuerwehrfeste und als Gaststätte genutzte Feuerwehrhäuser für Feierlichkeiten sein.

Auch andere Organisationen, Vereine und öffentliche Einrichtungen werden dahingehend kritisiert. In einer nun veröffentlichen Liste werden mehrere niedersächsische Feuerwehren als Veranstalter genannt, die der Bundesverband des Gewerbes als „Schwarzgastronomie“ bezeichnet.

Feuerwehrfeste sind dem Gaststättengwerbe ein Dorn im Auge. Die DEHOGA führt mehrere Feuerwehren auf ihrer Schwarzliste auf. Symbolfoto: Thomas WeegeDem Gaststättengewerbe in Deutschland laufen seit Jahren die Kunden weg. Diese Entwicklung macht sich beisispielsweise an dem sognannten „Kneipensterben“ bemerkbar. Wegen mangelndem Umsatz mussten bereits zahlreiche Betriebe schließen. Der Bundesverband des Hotel- und Gaststättengewerbes, DEHOGA, will dieser negativen Entwicklung entgegenwirken und seinen Mitgliedsbetrieben unter die Arme greifen.

Millionenumsätze werden kaum versteuert

In ihrer Informationsbroschüre „Vorfahrt für fairen Wettbewerb – Schwarzgastronomie in Deutschland“ macht der Verband auf viele Probleme und Missstände aufmerksam. Rund 300.000 öffentliche Feste werden jährlich bundesweit durch Schulen, Vereine, Kirchen und auch Feuerwehren organsiert. Laut DEHOGA haben diese Veranstaltungen explosionsartig zugenommen. Dabei werden dem Verband nach Millionenumsätze erwirtschaftet, diese aber kaum versteuert. Dem Verband fehlt der nach dem Gaststättengesetz geforderte „besondere Anlass“ für solche Feiern. Daher dürften diese Feste aus Sicht der DEHOGA gar nicht genehmigt werden. Ernst Fischer, Präsident des Bundesverbandes, bezeichnet diese Art von Veranstaltungen als „Krebsgeschwüre der Branche“.

Feuerwehren stehen auf Schwarzliste

Aber nicht nur die für jedermann zugänglichen Feste sind den Gastronomen ein Dorn im Augen, sondern auch Vereinsheime und öffentliche Gebäude, wie beispielsweise Feuerwehrhäuser, die als Gaststätten für private Feiern wie Geburtstage und Hochzeiten genutzt werden. Der DEHOGA Niedersachsen hat jetzt eine Schwarzliste veröffentlicht, in der einige Feuerwehren in Niedersachsen namentlich an den Pranger gestellt werden. Deren Feierlichkeiten werden von dem Verband, ohne rechtliche Bewertung, als fragwürdig eingestuft. In dem Dokument wird an mehreren Stellen explizit die Feuerwehr als Negativbeispiel benannt.

Den berufsmäßigen Gastronomen geht es aber nicht nur um verlorene Umsätze, sondern auch um die mangelnde Einhaltung von Hygienevorschriften sowie die Missachtung baulicher Vorgaben und des Jugendschutzgesetzes. Gewerbebetriebe müssten hier hohe Standards erfüllen, die von der „Schwarzgastronomie“ häufig außer Acht gelassen werden.

Der DEHOGA Niedersachsen fordert alle Kommunen und Gemeinden auf, hier zukünftig genau hinzuschauen und für eine Gleichbehandlung sämtlicher Akteure zu sorgen. (Symbolfoto: Thomas Weege)

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Kommentare

57 Kommentare zu “Gastronomie: DEHOGA kritisiert Feuerwehren”
  1. Thomas sagt:

    Für die Gaststätte unserer Gemeinde fand sich trotz Bemühungen des damaligen Bürgermeisters kein Pächter. Damit dieser kulturelle Treffpunkt für Jung und Alt nun nicht zu Grabe getragen wird, hat der Feuerwehrverein die Initiative ergriffen die Lokalität weiter zuführen. Es wird Pacht an die Gemeinde sowie Steuern an das Finanzamt abgeführt. Nun liebe DEHOGA, lieber so als gar keine Kneipe im Ort? …und da der Verein gemeinnützig arbeitet, fließen die Gelder als Spende ins Gemeindesäckel zur Beschaffung von Bekleidung und Ausrüstung für die freiwilligen Helfer, welche PFLICHTaufgaben der Kommune erfüllen !!!

  2. Axel sagt:

    Ich war fast 20 Jahre Gastronom sowohl im stationären und mobilen Bereich . Bin Mitglied in einem ländlichen Löschzug und war aus gutem Grund nie Mitglied der Dehoga.
    Ich kann für mich nur sagen das die Feuerwehr gerade im mobilen Bereich für mich damals ( die letzten 10 Jahre ) nur Umsatz fördernd war . Gute Qualität zu guten Preisen mit freundlichem Service war immer meine Devise und das hat dich gerechnet.
    Das Kneipensterben hat mehr mit dem Nichtraucherschutz zu tun das berichten mir sehr viele von meinen ehemaligen Kollegen .
    Dieser Bericht bestätigt mein nicht Eintritt in diesem Verband der sowieso nie was für die kleineren Betriebe getan hat .

  3. Jan sagt:

    Aberwitzige Anschuldigungen. Wir haben einige Hygienegeschulte Kameraden und jedes Jahr gibt es dazu eine Weiterbildung. Desweiteren sollten sich die Damen und Herren der DEHOGA keine Gedanken um dein Brandschutz unserer Feuerwehrhäuser machen den wir löschen die Brände wenn sie wieder nicht die Bratpfannen im Griff hatten.

    Außerdem ist nicht jeden Tag ein Fest die paar Feste der örtlichen Vereine haben keinen unserer Gastronomen in schwanken gebracht. Zumal der eine oder anderen in der Feuerwehr, dem Sportverein usw sind.

    Wenn es so schlecht um die Gastronomie steht dann sollte sie sich mehr Gedanken um sich machen und nicht die Schuld auf die anderen schieben.

    Ich bin in zwei Verein und der Feuerwehr tätig und hab in keinem je ein ,,KLEINES HANDGELD“ erhalten. Diese Anschuldigung find ich beschämend und befremdlich.
    Ich würde jeden Gastronomischen Betrieb auch meiden der dies öffentlich in dieser Art und Weise anklagt

  4. DerWirt sagt:

    @Feuerwehrfrau:
    Leider nicht. Ich habe meine Gaststätte aus der Insolvenz meines Schwiegervaters übernommen und muss dieses Arbeitspensum aufbringen, damit man einigermaßen von einem „laufenden Geschäft“ reden kann. Davon leben kann ich nur, weil ich aus früheren Ersparnissen (vor meiner Zeit als Gastwirt) Wohneigentum habe.

    @Gerhard:
    Wir „Damen und Herren des Gestgewerbes“ „überlegen“ unsere Preise nicht, sondern wir kalkulieren hart. Unverschämt. Erst kürzlich hat unsere Brauerei die Preise (wieder einmal) um fast 7% erhöht. Kann ich die Erhöhung an meine Kunden weitergeben? Wahrscheinlich nicht. Weil wir dann als Wucherer beschimpft werden, wenn das Bier auf einmal 10 ct mehr kostet…

    Trotzdem sei auch aus meiner Sicht noch einmal klargestellt, dass die Dehoga hier eine Meinung vertritt, die an – entschuldigung – Dummheit kaum zu übertreffen ist. Ich stimme z.B. Jan’s Post undeingeschränkt zu, und auch ich als „Der Dorfwirt“ besuche gerne die Feste unserer Abteilung, der Gesamtwehr, des Fußballvereins, der Dorfjugend, den Tag der offenen Tür des Landschaftsgärnters……….
    Im Gegenzug freue ich mich, wenn ich den einen oder anderen dann eben auch mal bei mir in der Wirtschaft sehe. Es ist nun einmal so, dass man nicht mehr wöchentlich in ein Gasthaus geht, es ist so, dass man es sich einfach nicht mehr leisten kann. Das liegt aber nicht an unserer Preisgestaltung (okay, bei manchen Wirten schon, zugegeben…), sondern m.E. hauptsächlich an der allgemeinen Wirtschaftslage. Auch das Rauchverbot hat bestimmt seinen Teil beigetragen, ist aber m.E. auch nicht die Hauptursache, sondern ein Teil von vielen verschiedenen Ursachen.
    Die Schuld auf Feuerwehren und andere Vereine zu schieben, ist aber völlig abwegig und realitätsfremd.

  5. Sven G. sagt:

    Es ist doch auch mittlerweile so, daß gerade im ländlichen Raum viele Feuerwehren ihre Zusatz-Ausrüstung z.T. selbst beschaffen (müssen) da sie von Seiten der Kommunen an der kurzen Leine gehalten werden.

    Zum anderen finanzieren auch nicht wenige Feuerwehren ihre Jugendarbeit (Freizeiten, Kinobesuche usw.) aus diesen Mitteln.

    Eigentlich ist es unnötig über diesen Beitrag auch nur ein Wort zu verlieren da es eh nur heiße Luft ist…

  6. Uli sagt:

    Es ist gar nicht so selten, dass Feuerwehren unter dem Deckmantel der Feuerwehr wirtschaftlich tätig werden, jedoch keine gewerberechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften beachten. Und das hat mit Feuerwehr nichts mehr zu tun!

  7. Timo W. sagt:

    Wenn die Dehoga das so sieht bitteschön.Dann wird es eben bald keinen Feuerwehrnachwuchs mehr geben weil die Jugendwehren händeringend auf Spenden angewiesen sind.Die Gemeiden halten sich da ganz raus.In den Feuschutzauschuss wer sitzt den da ? Hausfrauen und Studenten die keine Ahnung haben !! ‚Das ist Landein Landaus so.Wenn mal brennt dauert eben bisschen länger bis die Feuerwehr kommt weil die Ortswehr leider wegen Mitgliedermangel aufgelösst werden musste.

    Oder die Wehren werden ganu das einfordern was unbedingt nötig ist für eine sichere Brandbekämpfung in der Geinde/Landkreis.Die Kosten dafür müssen laut Brandschutzordnung die Gemeinden tragen.Also was macht die Gemeine erhöht die Steuern wie z.b GEWERBESTUERN.Also zhalt der wirt da auch drauf.(Abgesehen von Grundsteuer.).Wenn die Gemeinden wirklich so Arbeiten würden das sie keine Schulden mehr machen dann würde der Hebesatz nicht mehr 200 oder gar 450 sonder 800-900 & betragen also verdoppeln! Und es betrifft ja nicht nur die Feuerwehren sondern ALLE Vereine ! Was machen die Vereine ? Richtig ! Jugendarbeit in Form von Jugendfeuerwehr und Jungschützenverein,Pfadfinder,Kanusport,Handball,Hockeyclub FUSSBALL (!) ect.
    Viele dieser Veeine haben auch Vereinswirte die gut von den Gästen leben,nahmlich die sich ein Spiel auch unteren Klassen ansehen und dann noch mit Freunden hinterher im Lokal sitzen und konsumieren.Das ist auch Geld was ihre Dehoga Mitglieder einnehmen !

    Diese Vereine sorgen dafür das die Kids nicht auf der Strasse rumhängen und Blödsinn machen.

    Also liebe Dehoga was wollen Sie ?
    Pleite wegen massiver Steuererhöhungen oder das es bleibt wie es ist,aber eben mit Reduzierter Anzahl ?
    Im Übrigen nennt man das Marktbereinigung,vom Überangebot !

Kommentare

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