Donnerstag, 8. Dezember 2016

Gaffer behindern Löscharbeiten der Feuerwehr

22. Februar 2016 von  

Bautzen (SN) – In der Nacht zu Sonntag stand in Bautzen ein geplantes Flüchtlingsheim in Flammen. Mehrere Schaulustige beklatschten den Brand und behinderten die Löscharbeiten der Feuerwehr. Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV), verurteilt die Verhöhnung des Feuerwehreinsatzes.

In Bautzen steht ein leer stehendes Hotel in Flammen, das als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden sollte. Foto: xcitePRESS

In Bautzen steht ein leer stehendes Hotel in Flammen, das als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden sollte. Foto: xcitePRESS

In dem leer stehenden Hotel am Bautzener Käthe-Kollwitz-Platz sollten ab März Flüchtlinge untergebracht werden. Als die Rettungskräfte Sonntagnacht an dem Gebäude eintrafen, brannte der Dachstuhl annähernd in voller Ausdehnung. 70 Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie mehrerer freiwilliger Feuerwehren bekämpften die Flammen unter anderem über zwei Drehleitern.

Währenddessen bejubelten einige Schaulustige den Brand und kommentierten ihn mit abfälligen Bemerkungen. Mehrere Gaffer versuchten nach Angaben der Polizei, an die Einsatzstelle vorzudringen und die Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung zu stören. Die Beamten nahmen zwei 20-Jährige vorläufig fest und erteilten einem 19-Jährigen einen Platzverweis.

„Die Feuerwehrleute in Deutschland stehen uneingeschränkt zum Recht auf Leben und Unverletzlichkeit der Person“, erklärt DFV-Präsident Ziebs. „Und dies, ohne Ansehen der Person, der Herkunft, der Hautfarbe oder Religion. Wann immer Feuerwehrleute in den Einsatz fahren, riskieren sie ihre Gesundheit oder gar ihr Leben – insbesondere bei Brandeinsätzen. Es ist absolut nicht zu tolerieren, wenn Gaffer dabei die Arbeit der Feuerwehrleute behindern.“

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Ziebs bezeichnete den Jubel der Menschen über den Brand als Verhöhnung des Einsatzes der Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Bautzen. „Dies ist eine absolute Frechheit. Ich stelle mich deutlich vor alle Feuerwehrleute. Jede Minute rücken in Deutschland Feuerwehrangehörige aus, um Menschen zu helfen. Uneigennütziger Einsatz für den Nächsten ist das Beste, was eine Gesellschaft hervorbringen kann. Da lasse ich es nicht zu, dass Feuerwehrleute durch eine grölende Menschenmenge verspottet werden“, zeigt sich der Verbandschef empört. Er fordert die Verfolgung und Bestrafung der den Einsatz behindernden und verhöhnenden Personen mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln.

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