Donnerstag, 8. Dezember 2016

Forschungsprojekt zur Helferdisposition

24. September 2014 von  

Dortmund (NW) – Großschadensereignisse fordern Einsatzkräfte besonders heraus. Nach Unwettern prasseln die Notrufmeldungen nur so auf die Leitstellen herein. Dann müssen die verfügbaren Kräfte sinnvoll auf die Einsätze verteilt werden. Doch welche Einheit ist überhaupt wo und kann wie schnell an welchem Einsatzort sein? In einem nun gestarteten Forschungsprojekt soll hierzu ein Konzept als Unterstützung für Leitstellen entwickelt werden.

Als in diesem Jahr an Pfingsten ein Unwetter über das Ruhrgebiet hinweg zog und massive Schäden verursachte, standen die Telefone in den Leitstellen nicht mehr still. Bei der Feuerwehr Dortmund liefen in 30 Minuten rund 1.500 Notrufe auf. Zusätzlich zum Tagesgeschäft mussten alleine in Düsseldorf 5.000 und in Essen über 4.500 Einsätze abgearbeitet werden. Häufig treffen schwere Unwetter nicht nur einzelne Städte, sondern ganze Regionen. Somit sind dann schnell alle Kräfte im Einsatz und kaum noch Reserven verfügbar. Die Bewältigung solcher Großschadenslagen bedarf enorm viel Koordinationsaufwand.

Die Hochschule Ruhr West, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, die Firma CKS Systeme sowie die Universität Duisburg-Essen wollen mit der Feuerwehr Dortmund eine Unterstützungshilfe entwickeln, die die Disposition von Einsatzkräften und Einsatzmitteln optimiert. Hierfür wurde jetzt ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, welches bis zum 31. Juli 2017 ein Ergebnis liefern soll. Durch die optimierte Einsatzverteilung soll eine Aufstockung der Ressourcen vermieden werden, denn die großzügige Vorhaltung von für solche seltenen Großlagen benötigten Einsatzmittel kostet viel Geld.

Ministerium fördert Forschungsprojekt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat daher das Forschungsvorhaben AHA – automatisiertes Helferangebot bei Großschadensereignissen – innerhalb der Hightech Strategie für Deutschland „Ideen, Innovation, Wachstum“ initiiert und fördert das Vorhaben aus dem Programm Forschung für die zivile Sicherheit „Schutz und Rettung bei komplexen Einsatzlagen“ mit finanziellen Zuwendungen.

Das bei der Feuerwehr angesiedelte Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie der Stadt Dortmund (IFR) wird mit Partnern aus Forschung und Industrie ein praxisorientiertes Umsetzungskonzept erarbeiten. Mitarbeiter der Einsatzleitstelle sollen in die Lage versetzt werden, zusätzlich zu den Katastrophenhelfern freiwillige, engagierte Menschen aus dem örtlichen Umfeld für einen Einsatz im Bedarfsfall schnell und bedarfsgerecht heran zu ziehen.

Am Ende des Forschungsprojektes wird die Feuerwehr Dortmund entscheiden, ob sie das Konzept bei ihrer Leitstelle einführt.

Die neue Leitstelle in Dortmund. Foto: Stadt Dortmund / Feuerwehr

Die neue Leitstelle in Dortmund. Foto: Stadt Dortmund / Feuerwehr

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