Freitag, 24. März 2017

Flüchtlingsstrom fordert Helfer pausenlos

15. September 2015 von  

Berlin – Seit mehreren Monaten strömen Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern nach Deutschland, um hier Asyl zu suchen. Die Menschenmassen sind inzwischen nicht mehr beherrschbar, sodass seit Sonntag wieder Grenzkontrollen durchgeführt werden. Fast überall sind die Hilfskräfte gefordert. Sie arbeiten an der Grenze des Machbaren. Da es an Unterkünften mangelt, werden nun auch Gebäude des THW und einiger Feuerwehrschulen genutzt.

Am späten Sonntagnachmittag hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière verkündet, dass das Schengen-Abkommen in Teilen außer Kraft gesetzt wurde und an den südlichen Landesgrenzen zeitweise wieder Grenzkontrollen durchgeführt werden. Grund dafür sind die hohen Zahlen an Anreisenden aus Krisengebieten wie beispielsweise Syrien, aber auch aus dem Kosovo und Albanien. Alleine am Samstag trafen in München 13.000 Flüchtende ein. Die Feuerwehr hat am Hauptbahnhof eine Notwasserversorgung einrichten müssen, um die dort Gestrandeten mit Trinkwasser zu versorgen.

Flüchtlinge-Notunterkunft-14-09-2015

Das THW richtet eine Notunterkunft für Flüchtlinge her. Foto: THW

In Deutschland bereiten sich seit Wochen Kommunen auf einen Massenansturm vor und richten Notunterkünfte her. Alle Art von Hilfsorganisationen, Einrichtungen und Behörden sind daher vielerorts im Dauereinsatz und leisten humanitäre Hilfe. Alleine das THW hat bislang 11.500 Helfer zum Einsatz gebracht.

Flüchtlinge-Fest-14-09-2015

In Lüneburg hat die Feuerwehr einen Aktionstag zum Thema Brandschutz und Feuerwehr für Flüchtlinge organisiert. Foto: Feuerwehr Lüneburg

Um der Lage Herr zu werden, bedarf es aber nicht nur Man-Power, sondern auch vieler besonderer Maßnahmen. Stellvertretend für die vielen Hilfsaktion in Deutschland und dem unermüdlichen Engagement vieler Helfer haben wir hier einige dieser Maßnahmen aufgelistet:

  • Am vergangenen Samstag hätte an der Feuerwehrakademie Hamburg der „Tag der Feuerwehr“ stattfinden sollen. Da an der Schule übergangsweise Flüchtlinge untergebracht wurden, wurde die Großveranstaltung vorzeitig abgesagt.
  • An mehreren THW-Standorten im Bundesgebiet wurden Gebäude zur Registrierung und Unterbringung von Flüchtlingen genutzt.
  • Auch die Feuerwehrschulen Kassel (HE) und Bruchsal (BW) haben Fahrzeug- und Übungshallen als Notunterkünfte hergerichtet.
  • Die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) hat Personal an das Innenministerium abgeordnet. Erste Lehrgänge mussten daher abgesagt werden.
  • Auf dem Messegelände Hannover (NI) hat die Feuerwehr Messehallen zu Unterkünften umgebaut.
  • Die Bundeswehr stellt mehrere Kasernen zur Unterbringung zur Verfügung.
  • Die Feuerwehr Seelze (NI) hat die Patenschaft für vier albanische Familienmitglieder übernommen. Sie bringt ihnen die deutsche Sprache bei und bildet sie bei der Feuerwehr aus.
  • Der Automobilhersteller Audi hat eine Millionen Euro bereitgestellt, damit Hilfsorganisationen regionale Hilfsprojekte realisieren können.
  • Im Heidekreis (NI) haben am Wochenende über 100 ehrenamtliche Feuerwehrleute aus zwei Feuewehrbereitschaften des Kreises, zusammen mit der Bundeswehrfeuerwehr, dem THW, dem DRK, der JUH, freiwilligen Dolmetschern und Seelsorgern in Oerbke eine Flüchtlingsunterkunft betrieben.
  • Einen Informationstag für Flüchtlinge veranstaltete die Feuerwehr Lüneburg. Die Helfer erläuterten das deutsche Feuewehrsystem und gaben Verhaltensregeln für den Brandfall mit auf den Weg.

 

Kommentare

2 Kommentare zu “Flüchtlingsstrom fordert Helfer pausenlos”
  1. Marc Remscheid sagt:

    Ich bin mehr als glücklich, dass es bei unserer DRK Stelle so reibungslos funktioniert. Klar gibt es auch einige Krawallmacher bei uns, aber es hält sich dann doch in ertragbaren Grenzen.
    Jedenfalls würde ich keinesfalls mit den Helfen in München und Umgebung tauschen wollen.

    Bleibt jetzt abzuwarten, wie sich die Sache mit den Grenzschließungen entwickeln wird. Ich befürchte nämlich, dass wir da gerade erst am Anfang stehen.

    Dann würde ich wirklich gerne wissen, wie viel die ganze Flüchtlingskrise am Ende kosten wird. Täglich Catering, dann die Bezahlung der Security und Hilfskräfte im Schichtbetrieb. Das wird wahrscheinlich sehr ins Geld gehen. Ob Deutschland sich verändern wird? Es bleibt abzuwarten.

  2. Peter Lamaack sagt:

    Ich komme aus Wiesbaden. Hier wurden/werden seit letztem Dienstag 3 Notunterkünfté betrieben, seit dem Wochenende sind es 4.
    Es gibt keinerlei Probleme mit den Flüchtlingen; nur Dankbarkeit.
    Es gibt keinerlei Probleme mit den Anwohnern; nur eine Spendenflut und aktive Hilfe bei allen möglichen Dingen.

    Zur Finanzierung:
    Jeder möge sich bitte daran erinnern, wie in einer Hauruck-Aktion und von jetzt auf gleich ein milliardenschweres Hilfspaket für BANKEN in Griechenland vom Bundestag genehmigt wurde.
    Dagegen sind jetzt alle Ausgaben pille-palle.

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