Feuerwehr nach Streik wieder einsatzbereit

Minden (NW) – Weil statt der Feuerwehr ein Museum Gelder erhalten soll, sind die Mitglieder dreier Mindener Löschgruppen vorübergehend in den Ausstand getreten. Am Freitagnachmittag nahmen sie ihren Einsatzdienst zwar wieder auf – doch das Problem bleibt bestehen. “Es hatte lange genug geschwelt – jetzt kam es zum Flash-over”, sagte Pressesprecher Norbert Riechmann gegenüber dem Feuerwehr-Magazin.

Das Gerätehaus in Stemmer - kein Geld für die Sanierung? Foto: Norbert Riechmann / Feuerwehr MindenNachdem sich am Donnerstagabend der Haupt- und Finanzausschuss darauf verständigt hatte, Gelder aus dem Konjunkturpaket II dem Museum und nicht der Feuerwehr zur Sanierung des Gerätehauses in Stemmer zur Verfügung zu stellen, erklärten Mitglieder der Einheiten aus Stemmer, Haddenhausen und Leteln ihren Austritt. Die Einheiten waren nicht einsatzbereit. Eine Tatsache, die in Rathaus und Politik hohe Wellen schlug. Aus formalen Gründen wurden die Austrittserklärungen vom Leiter der Feuerwehr jedoch nicht anerkannt, nach einer entsprechenden Klärung stehen alle Einheiten seit 14 Uhr wieder auf “Status 2” , also einsatzbereit. “Für eine Austrittserklärung gilt eine sechswöchige Frist”, so Riechmann. Doch die Anweisung schockiert die enttäuschte Mannschaft nicht: “Wir wollten in erster Linie ein Zeichen setzen.”

Hintergrund der harschen Reaktion ist, dass sich die Einsatzkräfte ungerecht behandelt fühlen. Im Rahmen eines langfristigen Konzeptes bis ins Jahr 2020 soll die Feuerwehr Minden zukunftsfit gemacht werden. Sechs eigenständige Standorte seien dafür aufgegeben worden, die Einheiten wurden zusammengelegt. Dass die Feuerwehr nach den Zugeständnissen jetzt zurückstecken muss, löste Enttäuschung und emotionale Debatten aus. Die Angst: Wenn das jetzt vorhandene Geld nicht in die notwendige Sanierung gesteckt wird, bleibt die Feuerwehr außen vor. “Da warten wir doch bis zum St. Nimmerleinstag”, so Riechmann.

Über den Beschluss des Ausschusses muss am kommenden Donnerstag der Stadtrat entscheiden. Sollte diese Entscheidung zu Ungunsten der Wehr ausfallen, dürfte eine erneute Austrittswelle – unter Berücksichtigung der formalen Fristen – wahrscheinlich sein, heißt es aus Feuerwehrkreisen.

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