Dienstag, 25. Juli 2017

Feuerwehr Schulendorf löst sich selbst auf

26. September 2016 von  

Schulendorf (SH) – Am Samstag ertönten um Punkt 0 Uhr die Meldeempfänger der Freiwilligen Feuerwehr Schulendorf (Kreis Ostholstein). Auf dem Display lasen die Einsatzkräfte jedoch keine Einsatzabmeldung ab, sondern einen letzten Gruß und den Dank ihrer Leitstelle für die geleistete Arbeit. Die kleine Ortsfeuerwehr hatte ihre Auflösung wegen Mitgliedermangel selbst beschlossen.

Kurz nach der letzten Alarmierung schritt Ortswehrführer Markus Rabe zum Funkgerät des erst drei Jahre alten TSW-W und meldete seine Wehr offiziell bei der Leitstelle ab. Damit war die Auflösung der Feuerwehr Schulendorf vollzogen. In dem Ort mangelte es an ausreichend Mitgliedern für den Einsatzdienst.

Wegen des Mitgliedermangels hatte sich die Wehr im Februar und im März per Abstimmung für die Auflösung ausgesprochen. Die Wehr hat ihren Auftrag sehr ernst genommen und sah sich nicht länger im Stande diesen vollständig gerecht zu werden.

Wenn auch gleich der Abend des Abschieds vielen Einsatzkräften schwer fiel, nutzen sie ihn, um gemeinsam mit ihren Familien auf die fast 76 jährige Geschichte der Feuerwehr Schulendorf einen Rückblick zu werfen. Markus Rabe hatte hierzu Bild- und Videomaterial zu einem Video zusammengestellt.

Die meisten Einsatzkräfte wechseln nun auch in benachbarte Wehren und versehen zukünftig dort ihren Dienst. Die Nachbarwehren der Gemeinde übernehmen nun das Einsatzgeschehen. Bürgermeister Volker Owerien sowie Gemeindewehrführer Patrick Bönig wohnten dem Abschiedsfest bei und sprachen den Feuerwehrleuten Dank und Anerkennung sowie Respekt vor dem hohen Verantwortungsbewusstsein aus.

Symbolfoto Martinshorn-2 T. Weege

Kommentare

4 Kommentare zu “Feuerwehr Schulendorf löst sich selbst auf”
  1. Koch detlef sagt:

    Den Kameraden einen hohen Respekt für diese gemeinsame getroffene Entscheidung. Hier zieht man Kameraden die für die Feuerwehr und das Ehrenamt gelebt haben. Aber was haben die Verantwortlichen der Verwaltung für diese Kameraden versucht. Haben sie wirklich die Feuerwehr unterstützt und keine Lösung gefunden oder sondern nur auf lange Sicht viel Geld und die finanzielle Umschichtung für andere Löcher des Haushaltes zunutzen gesehen.
    Was ist uns die Feuerwehr im eigenem Wohnort noch wert und wichtig, auf dem Papier wird die Feuerwehr zwar wertgeschätzt aber unter dem Strich kostet es doch nur Geld und die zeit der hartnäckigkeit,der Verwaltung zugespielt .D.h. man kann Anträge stellen aber es ist Papier und sehr geduldig ab und an bekommt mal etwas so das sie still halten und dann wieder und wieder ist Papier geduldig und irgendwann hat man keine Lust mehr gegen den Mühlen der Bürokratie anzukämpfen weil es nicht geht.und dann trifft es so wie bei euch ein das keiner mehr für das Ehrenamt in der Feuerwehr einsteht und seine Freizeit für andere opfern will. Das ist eine der ersten Feuerwehr aber leider werden noch mehr folgen. Dann heisst es. Wenn Feuer wär und es gäb keine Feuerwehr was meinst Du was für Feuer wär. In kameradschaftlichen Gruß Koch Detlef

  2. Hans-Joachim Totzek sagt:

    Das Sterben der kleinen Feuerwehren ist nicht nur dem demografischen Wandel, sondern auch der finanziellen Machbarkeit der Gemeinden geschuldet. Was meistens nicht bedacht wird, es geht die Identität und oft der dörfliche Zusammenhalt verloren. Die Feuerwehr ist nicht nur Helfer in der Not, die Feuerwehr ist in vielen Gemeinden die einzige kulturelle Institution. Vom Laternenfest, Grillabende bis hin zum Seniorenkaffee, wer richtet es aus: „Die Feuerwehr“. Viele Schulen und Kindergärten wurden aus Kostengründen zusammengelegt, es folgten die Polizeistationen und danach die Feuerwehren? Diesen Aderlass kann keine Gemeinde verkraften, das Wohnen auf dem Land verliert nachhaltig an Attraktivität. Man sollte dieses großartige Geschenk der ehrenamtlichen Feuerwehren fördern und nicht leichtfertig der Kassenlage opfern. Meinen Beistand haben die Kameraden vor Ort, H.-J. Totzek, Dassendorf

  3. Fips 112 sagt:

    An die Kameraden Schulendorf

    Es tut mir leid für die Feuerwehr Kameraden Schulendorf .
    Finde es aber gut das Sie Selber gemerkt haben das Sie Leider nicht mehr din Einsatzzeiten nicht mehr einhalten können es geht ja um Menschen Leben und sich freiwillig dazu entschlossen haben diesen Schritt zu tun bevor es jemand anders tut .
    Wünsche den Kameraden in den anderen Wehren für die Zukunft Alles Gute .

    Retten Bergen Lòschen Schützen

  4. gegor sagt:

    Ich habe auch respektiere ihre enscheidung. Aber was ist mit den kindern die zur Jugendfeuerwehr wolte ? Wo müssen die hin?

Kommentare

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