Feuerwehr protestiert mit Weihnachtsbäumen

Wiesbaden (HE) – Die Beamten der Berufsfeuerwehr Wiesbaden sind sauer. So sauer, dass sie nun auf die Straße gingen und ihren Unmut bei einem Protestmarsch zu einem Weihnachtsmarkt in der Wiesbadener Innenstadt an die Öffentlichkeit trugen. Die Vergütung von Überstunden ist dabei nur ein Thema, welches den Brandschützern auf der Seele liegt.

Die Beibehaltung des bisherigen Pensionsalters und bessere Beförderungschancen fordern die Feuerwehrleute ebenso ein. Auch mehr Personal muss her. All diese Forderungen haben die Beamten auf Plakatschilder geschrieben und diese bei ihrem Protestmarsch zur Schau gestellt. Auch zwei Weihnachtsbäume schmückten sie mit Protestkarten und stellten sie am Rande des Wiesbadener Weihnachtsmarktes auf. Die Feuerwehr bewies Solidarität. Denn die Berufsfeuerwehrleute bekamen von ihren ehrenamtlichen Kameraden, Freunden und Familienangehörigen Unterstützung bei dieser Demonstration, die von den Gewerkschaften Verdi und der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft organisiert wurde.

Wiesbadener Feuerwehrleute demonstrieren bei einem Protestmarsch unter anderem gegen das Urteil des Wiesbadener Verwaltungsgerichts. Demnach bekommen die Beamten nur einen Teil ihrer bereits geleisteten Überstunden vergütet. (Foto: wiesbaden112.de)

Der größte Unmut herrscht über ein Gerichtsurteil des Verwaltungsgerichts Wiesbaden. Dies hat beschlossen, dass die nach der EU-Arbeitszeitrichtlinie zu viel geleisteten Überstunden nicht vollständig ausgezahlt werden. Dabei geht es um durchschnittlich rund 1000 Überstunden pro Feuerwehrbeamten, die seit Ende 1996 angefallen sind.  Das Gericht hat nun aber eine Verjährungsfrist festgesetzt, die ab der Abgabe der Klage im Jahr 2007 gilt. Ein Abbau der Überstunden war nicht möglich, da die Personaldecke viel zu dünn ist. Auch das beklagen die Feuerwehrleute.

Nach Angaben der Stadt Wiesbaden wird es im Haushalt eine Rückstellung von 500.000 Euro geben, die wenn das Urteil seine Rechtskräftigkeit erlangt hat, an die betroffenen Bediensteten ausgezahlt wird. Weiterhin hat die Stadtverwaltung für das kommende Jahr neun Gesprächstermine anberaumt, bei denen alle Angehörigen der Feuerwehr ihre Nöte und Sorgen persönlich mitteilen können.

Die Feuerwehrleute nutzten die Demonstration aber nicht nur um ihr Recht einzufordern, sondern auch um Gutes zu tun. Spontan ließen sie einen Feuerwehrhelm rumgehen und sammelten für einen guten Zweck. So kam ein Geldbetrag von 470 Euro zusammen, der nun einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen zu Gute kommt. Die Geldspende wurde gleich vor Ort auf dem Weihnachtsmarkt übergeben.

5 Kommentare zu “Feuerwehr protestiert mit Weihnachtsbäumen”
  1. Peter Lamaack

    Die Wiesbadener Stadtregierung ist seit Jahren heftigst dabei, bevorzugt “Prestigeobjekte” zu fördern. Egal, ob eine Privatuni für die Zöglinge reicher Eltern, der (nicht notwendige) Bau eines Stadtmuseums, gesponserte Rennwagenauftritte (DTM) auf der Prachtstrasse (das sich das nicht mit einer Umweltzone in Einklang bringen lässt, interessiert keine Sau im Magistrat).
    Dafür verrotten die Schulen (wenn die Eltern nicht selbst renovieren) und die Berufsfeuerwehrleute wurden mit einer Hinhaltetaktik schlicht verarscht. Der zuständige Dezernent hat bereits als Verantwortlicher für die kommunale Großklinik bewiesen, dßa er nicht der hellste Kopf ist.

    Ach ja: ich gehöre weder zur BF noch zu einer FF in WI!

  2. Das ist sogar sehr traurig, wer ist da blind oder taub oder beides?

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