Freitag, 26. Mai 2017

Feuerwehr-Museum erhält Bauernschlepper

Fulda (HE) – Anlässlich des Internationalen Museumstages am Sonntag, den 15. Mai präsentiert das Deutsche Feuerwehr-Museum (DFM) in Fulda erstmals zwei neue Schätze. Als Schenkung von der Firma Sion erhielt das Museum einen Bauernschlepper Deutz F1M414 von 1939. Rechtzeitig zum Museumstag konnte auch die Restaurierung eines Behelfs-TSA abgeschlossen werden.

Thomas Sion übergab den Ackerschlepper Deutz F1M414 an das DFM. Über die Schenkung freuten sich auch DFV-Präsident Hans-Peter Kröger. Foto: Hegemann„Mit dem Bauernschlepper geht ein langgehegter Wunsch des Museums in Erfüllung“, freute sich Museumsleiter Rolf Schamberger bei der offiziellen Übergabe. „So ein Fahrzeug fehlte uns bisher in der Sammlung.“ Nach Auskunft von Schamberger kann das DFM nun auch den Übergang der Feuerwehren zur Motorisierung darstellen.

Der Deutz F1M414 kam 1936 auf den Markt. Es handelt sich dabei nach Schambergers Auskunft um das Urgestein des Bauernschleppers. Solche Schlepper wurden damals sehr häufig von den Feuerwehren als Zugfahrzeuge für ihre Pumpenanhänger eingesetzt. Vor ziemlich genau 25 Jahren hatte Karl Sion den Deutz „irgendwo am Niederrhein“ für seine private Sammlung erworben. Gemeinsam mit Sohn Thomas und  einigen Experten hat er alle Fahrzeuge aufwändig restauriert. So ist auch der Deutz bis heute voll einsatzfähig. Aus Platz- und Zeitgründen hat Sion das Hobby jetzt aufgegeben und die Exponate seiner Sammlung an verschiedene Museen abgegeben. So ging ein LF 8 auf Ford an das Ford-Museum, ein ehemaliger Direktionswagen der BF München auf BMW V8 nach München. „Die Schenkung des Bauernschleppers an das DFM ist ein Dankeschön an den Ehrenpräsidenten des DFV Hinrich Struve, für seine jahrelange ehrenamtliche und uneigennützige Arbeit zu Gunsten des Museum“, erklärt Karl Sion.

In diversen Live-Vorführungen wird am 15. Mai auch der originalgetreu nachgebildete Behelfs-TSA mit der TS von Fischer Görlitz präsentiert. Foto: Schamberger        Das zweite neue Exponat des DFM ist ebenfalls eine Rarität. In den 1920 Jahren kamen die ersten Kleinmotorspritzen, die Vorläufer der Tragkraftspritzen, auf den Markt. Sie ersetzten zunehmend die Handdruckspritzen. Ab 1930 wurden dann Tragkraftspritzenanhänger (TSA) flächendeckend in Deutschland eingeführt. „Weil wenige Feuerwehren nur eine TS von ihren Kommunen bekamen, haben sie sich selbst Behelfs-TSA gebaut“, berichtet Schamberger. „Produkte der damaligen finanziellen Not.“ Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist allerdings kein einziger derartiger Anhänger erhalten. Also ließ das DFM deshalb einen Behelfs-TSA nahezu originalgetreu nachbauen. Eine geeignete TS von Fischer Görlitz mit Kastenrahmen, auch die „Rollende Johanna“ genannt, fand sich in den Museums-Beständen. Baujahr der Pumpe: 1939. Von einem Landwirt hatte das Museum vor einigen Jahren ein eigentlich abgängiges Fahrgestell einer Handdruckspritze des Fuldaer Herstellers Paul Keil übernommen. Das Pumpenmuseum Oberursel-Stierstadt übernahm die Restaurierung der TS. Für den Nachbau des Behelfs-TSA konnte Bernd Heil von der FF Künzell-Bachrain gewonnen werden. In diversen Live-Vorführungen werden der Traktor und der Behelfs-TSA am Sonntag am DFM in Fulda präsentiert. (Fotos: Jan-Erik Hegemann)

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