Samstag, 28. Mai 2016

Feuerwehr Frankfurt verzichtet auf „Katwarn“

15. August 2012 von  

Frankfurt/Main (HE) – Die Frankfurter Feuerwehr wird das Bevölkerungssystem „Katwarn“ vorerst nicht weiter einsetzen. Die SMS-Warnungen im Katastrophenfall würden nur Postleitzahlenbereiche abdecken was sich in der Erprobungsphase als zu ungenau und praxisfern erwies. Außerdem müssten weiterhin konventionelle Warnungen per Lautsprecherdurchsagen oder persönliche Ansprachen ausgegeben werden, unter anderem deshalb, da nicht jeder Bürger über ein Mobiltelefon verfüge.

Die Feuerwehr Frankfurt verweist als Beispiel auf einen Gefahrgutunfall am Montag. Hier hätten alle registrierten Benutzer eines bestimmten Postleitzahlengebietes eine Warnung erhalten, ganz gleich ob sie sich im Gefahrenbereich befanden oder nicht. Die Menschen, die sich in der gefährdeten Zone aufhielt aber nicht für dieses Gebiet registriert waren, erhielten keine Information.

Die Feuerwehr Frankfurt nimmt diese Erkenntnisse zum Anlass, auf das sich bislang in der Erprobungsphase befindliche Warnsystem in der derzeitigen Konfiguration zu verzichten, da die flächendeckende Warnung der Bevölkerung nicht gewährleistet würde. „Im Gegenteil, nach den bisherigen Erfahrungen kommt es bei den informierten Personen aufgrund der räumlichen Unschärfe zu erhöhtem Informationsbedarf“, hieß es in einer Mitteilung der Feuerwehr. Die Weiterentwicklung des Systems würde dennoch weiterhin fachlich begleitet.

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Auf Ebene des Landes Hessen gibt es nach Angaben der Frankfurter Feuerwehr derzeit eine Initiative, die eine funkzellenabhängige Warnung der Bevölkerung zum Ziel hat. Hierbei sollen alle Mobilfunkgeräte, die sich im Bereich einer Mobilfunkzelle befinden, eine SMS erhalten. Für dieses System ist eine Registrierung von Seiten des Mobiltelefonbesitzers nicht notwendig.

Kommentare

8 Kommentare zu “Feuerwehr Frankfurt verzichtet auf „Katwarn“”
  1. Cimolino sagt:

    KatWarn wurde zumindest uns auch „nur“ als (weiteres) Informationsmedium vorgestellt – und nicht zur Warnung. Da setzen wir seit jeher auf Sirenen….

  2. Frigo sagt:

    Holt endlich wieder die guten „alten“ Sirenen aus dem Lager. Diese funktionieren bei Bedarf, habe eine Weckfunktion, leicht verständliche Signale und kosten nicht viel.

  3. Karl-Hermann Diehl sagt:

    Die Warnung mit einem modernen und ausfallsicheren Sirenensystem im gesamten Stadtgebiet ist mit Abstand die beste Lösung. Bei Beachtung der akustischen Ausbreitung kann hierbei auch eine selektive Warnung erfolgen (z.B. Windrichtung).
    Für die in Frankfurt vorhandenen Großobjekte muß auf jeden Fall eine gezielte Warnung augesprochen werden damit z.B. bei einem Chemie- oder Gasunfall umgehend gehandelt werden kann (z.B. Abschaltung der Außenluftversorgung) und nicht zusätzliche Personen gefährdet werden.

  4. Sven sagt:

    Jetzt merken die ganzen Städte und Kommunen, daß man die E57 doch hätte stehn lassen sollen! Aber nein, man braucht sie ja nciht, deswegen wurden sie eingemottet!!!! Ich persönlich finde es absolut peinlich für unser Land.

  5. Chris sagt:

    Sirenen schön und gut, aber:
    Gestern habe ich mal wieder eine entfernte(!) Sirene gehört. Entweder war ich nicht im betroffenen Gebiet, oder die Sirene um die Ecke war defekt. Ich gehe von letzerem aus um sicher zu gehen.

    Also wie heißt es, bei Sirenenheulen Radio einschalten… Etwa eine Stunde habe ich vergebens auf einen Hinweis gewartet und wieder abgeschalten. Das war nicht das erste Mal.
    Im Internet bei Radiosendern oder in den News war auch nichts aktuelles zu finden. Also verlies ich das Haus.

    Und jetzt meine Frage:
    Die Feuerwehr Frankfurt verzichtet auf Katwarn „..da die flächendeckende Warnung der Bevölkerung nicht gewährleistet würde.“
    Welches ist denn der „ultimative Kanal“, auf den die Feuerwehr Frankfurt setzt? Mit dem man ALLE erreicht, und der alle anderen Informationswege ersetzt???
    – Den wird es ganz einfach nicht geben…

    Die Zeitung, die ich jetzt fast 17 Stunden später lese (ja, ich habe auch geschlafen ;-)), beinhaltet die Informationen die ich nach dem Sirenenheulen versucht habe zu erhalten. :-/

    Die genannte Kritikpunkte an Katwarn waren schon vor dem Start klar, eben dass sich Handybesitzer frei bewegen. Aber die Handybesitzer aus dem PLZ-Bereich wären schon einmal erreicht gewesen.

Kommentare

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