Donnerstag, 8. Dezember 2016

Ferngesteuerte Feuerwehr-Modelle im Praxis-Check

Bremen – Akkus aufladen und losfahren: Nach diesem Motto funktionieren die funkferngesteuerten Modelle der Marke „Carson-Model Sport“ von Dickie-Tamiya. Zum Sortiment gehören ein Feuerwehr-Unimog und ein Löschboot. Wir sind mit den Miniatur-Einsatzfahrzeugen ausgerückt und haben sie getestet.

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in bisschen mulmig ist uns schon zumute, bevor wir das Feuerlöschboot „FLB 23-3“ zu Wasser lassen. Beim Auspacken haben wir zwei schlitzförmige Öffnungen am Kiel entdeckt, die mit Gittern bedeckt sind. Was, wenn das funkferngesteuerte Modell untergeht? Oder weit draußen auf unserem Test-See mit Motorschaden liegenbleibt?

Aus dem Lautsprecher des fünfzigfach verkleinerten Löschboots tönt, völlig unbeeindruckt von unseren Zweifeln, das gleichmäßige Stampfen eines Schiffsdiesels. Links und rechts auf dem Deckshaus brennen eine grüne und eine rote Positionsleuchte – wie bei den großen Vorbildern. Ein vorsichtiger Eintauchversuch am seichten Ufer flößt uns schließlich Vertrauen ein. Das Boot schwimmt einwandfrei auf und kentert selbst bei leichtem Wellengang nicht.

Carson Feuerlöschboot. Foto: Rüffer

Carson Feuerlöschboot. Foto: Rüffer

Auch das Geheimnis um die beiden Öffnungen am Kiel ist schnell gelöst: Sie dienen dem Ansaugen von Löschwasser. Beim Umlegen des Fernsteuerungs-Gashebels nach links oder rechts springt laut hörbar eine Pumpe an. Ein Monitor an der Spitze des Masts wirft einen dünnen Strahl rund zwei Meter weit. Genug, um den Eindruck eines Feuerlöschboots in Aktion zu erzeugen.

Jetzt wird es Zeit für die ersten Fahrversuche. Gas- und Lenkhebel der Fernbedienung lassen sich erstaunlich feinfühlig betätigen: Je weiter sie bewegt werden, desto stärker fällt die Reaktion aus. Proportional nennt sich das in der RC-Modell-Sprache (RC = Radio Controlled, deutsch: funkferngesteuert). Mit einem kernigen Surren setzt sich das Boot in Bewegung.

Als Antrieb dient ein Elektromotor, der seine Kraft auf eine so genannte Kortdüse abgibt. Hierbei handelt es sich um einen konischen zulaufenden Ring um dieSchraube, der den Wirkungsgrad des Antriebs steigern soll. Lenkbefehle setzt das Boot durch Schwenken der Düse um. Meter für Meter – in der Seemannssprache wohl eher Faden für Faden – wagen wir uns auf unser Testgewässer hinaus.

Technische Daten FLB 23-3

Maßstab: 1:50
Motor: Elektro
Antrieb: Kortdüse
Höchstgeschwindigkeit: zirka 5 Knoten (9,3 km/h)
Breite: 230 mm
Höhe: 385 mm
Gewicht: 2.200 g

Schiffstechnische Ausstattung: Soundfunktionen Motor und Nebelhorn, Lichtfunktionen Positionsleuchten und Innenbeleuchtung Brücke.
Feuerwehrtechnische Ausstattung: Arbeitsscheinwerfer mit Lichtfunktion, elektrische Feuerlöschpumpe, elektrischer Monitor, zwei nicht funktionsfähige Monitore, manueller Ladekran, zwei manuelle Seilwinden.
Lieferumfang: Modell, Fahrakku (9,6 V/750 mAh, Ladezeit zirka 4,5 h) mit Ladegerät (Ladestrom 180 mAh), Funkfernsteuerung (Sender) mit 8 AA-Batterien (Mignon) und Tragegurt, Bootsständer, Gebrauchsanleitung.
Preis: 179,95 Euro

Bezugsquelle:

Das Modell ist im Feuerwehr-Magazin-Shop erhältlich!

Notfalls hilft die Seilwinde

An Land ist derweil Einsatzfahrzeug Nummer zwei startklar: ein Unimog U 300 im Maßstab 1:12. Hersteller Dickie-Tamiya gibt keine Feuerwehr-Typenbezeichnung an. Aufgrund der Pritsche und des Plane-Spriegel-Aufbaus lässt sich das Modell als Gerätewagen Logistik Baugröße 1 (GW-L1) bezeichnen. „Wir haben die Modelle zwar ohne direkte Vorbilder gestaltet, aber darauf geachtet, dass es entsprechende Feuerwehrfahrzeuge gibt“, erzählt Kristian Fischer, Communications Manager bei Dickie-Tamiya. „Aufgrund unser Modellautoerfahrungen – zum Beispiel durch das Sortiment unserer Marke Schuco – verfügen wir im Hause über ausreichend Hintergrundwissen.“

Feuerwehr-Unimog von Carson. Foto: Rüffer

Feuerwehr-Unimog von Carson. Foto: Rüffer

Kaum ist der Hauptschalter des Unimog auf „On“ gestellt, fangen die beiden blauen Rundumkennleuchten auf dem Dach an zu blinken. Außerdem ertönt ein Dieselgeräusch, das sich – wie der Schiffsmotor-Sound des FLB – abschalten lässt. Beim Umlegen eines Kipphebels auf der Fernbedienung leuchten vorne und hinten die Fahrlichter auf. Vorsichtig rangieren wir den Gerätewagen in Richtung Ufer. Beim Rückwärtsfahren springen nicht nur die Rückfahrscheinwerfer an, es ist auch ein akustisches Warnsignal zu hören.

Praxistest im Gelände

Der Unimog sieht sehr geländegängig aus. Allerdings wird die Kraft des E-Motors nur auf die Hinterachse übertragen. Reicht das für rustikale Offroad-Ausflüge? Wir wollen es genau wissen und nehmen den kürzesten Weg zum See, durch ein Stück Wiese und eine kurze Sandpiste. Die grobstollige Singlebereifung und das Fehlen eines Differenzials – beide Räder drehen sich immer gleichschnell – sorgen für eine erstaunlich gute Traktion.

Ein Schiebeschalter am Heck ermöglicht außerdem die Wahl von zwei Getriebestufen: L (Low = niedrig) als Kriechgang für Geländefahrten und H (High = hoch) für höhere Geschwindigkeiten bei Straßenfahrten. Ist der Untergrund nicht allzu rutschig, bewältigt der GW-L in der Stufe L mit etwas Anlauf auch mittlere Steigungen. Falls es gar nicht mehr weitergeht, kann der Fahrer mit Hilfe der Fernsteuerung die Frontseilwinde aktivieren. Dafür muss er nur den Gashebel zur Seite bewegen.

Der Unimog wird vollständig ferngesteuert. Foto: Rüffer

Der Unimog wird vollständig ferngesteuert. Foto: Rüffer

Die Funkfernsteuerungen (Sender) der Modelle sind identisch und liegen gut in der Hand. Beide basieren auf einem 2,4-GHz-System mit sechs Kanälen: vier proportionalen für Vor-/Rückwärts und rechts/links, sowie zwei Schaltkanälen für weitere Funktionen. Durch Zuordnung einer Senderkennung (Binding) lassen sich beide Modelle gleichzeitig betreiben. Was uns beim Rendezvous von GW-L und Feuerlöschboot zugute kommt: Die beiden treffen wie geplant am Ufer des Sees zusammen.

Ans Wasser – mit dem Unimog besser nicht

Mit allergrößter Vorsicht stellen wir den Unimog an der Wasserkante ab. Nicht umsonst warnt die Gebrauchsanleitung: „Fahren Sie mit dem Modell niemals in der Nähe von Flüssen, Teichen oder Seen, damit das RC-Modell nicht ins Wasser fällt.“ Zu unserer Erleichterung schaffen wir es auch beim Wegfahren, den Unimog nicht im See zu versenken. Da sich ein neugieriges Schwanenpaar nähert, laufen wir auch mit dem Feuerlöschboot schnell wieder das sichere Ufer an.

Die Carson RC-Modelle: Feuerwehr-Unimog und Löschboot. Foto: Rüffer

Die Carson RC-Modelle: Feuerwehr-Unimog und Löschboot. Foto: Rüffer

Unser Fazit: Gemäß dem Slogan „100 % Ready to Run“ (RTR) – deutsch „100 Prozent fertig zum Losfahren“ – bietet Dickie-Tamiya mit dem Unimog und dem Feuerlöschboot zwei RC-Fahrzeuge an, die sich unkompliziert in Betrieb nehmen lassen. Das Steuern der Feuerwehr-Modelle ist selbst für Ungeübte schnell erlernbar. Sonderfunktionen wie Feuerlöschpumpe und Seilwinde steigern den Fahrspaß. Ein letzter Eintrag in unser Test-Logbuch: Bei der nächsten Ausfahrt mit dem Feuerlöschboot ruhig mal etwas weiter auf den See hinaus wagen.

Bezugsquelle: Beide Modelle sind im Feuerwehr-Magazin-Shop erhältlich!

Technische Daten Unimog

Fahrgestell: Unimog U 300
Maßstab: 1:12
Motor: Elektro
Antrieb: Hinterachse (ohne Differenzial)
Getriebe: zwei Stufen: H (Straße), L (Gelände)
Höchstgeschwindigkeit:  zirka 14 km/h (Stufe H)
Länge: 450 mm
Breite: 175 mm
Höhe: 270 mm
Radstand: 255 mm
Spurbreite: 175 mm
Bodenfreiheit: 20 mm
Gewicht: 2.470 g
Besatzung: 1/0

Fahrzeugtechnische Ausstattung: Singlebereifung, elektrisch kippbare Pritsche, Metall-Spriegel, Stoff-Plane, Soundfunktionen Motor, Hupe und Rückfahrwarnung, Lichtfunktionen Fahrlicht und Rückfahrscheinwerfer.
Feuerwehrtechnische Ausstattung: zwei Rundumkennleuchten mit Lichtfunktion, fernsteuerbare elektrische Seilwinde.
Lieferumfang: Modell, Fahrakku (9,6 V/750 mAh, Ladezeit zirka 4,5 h) mit Ladegerät (Ladestrom 180 mAh), Funkfernsteuerung (Sender) mit 8 AA-Batterien (Mignon) und Tragegurt, Gebrauchsanleitung.
Preis: 179,95 Euro

Bezugsquelle:

Das Modell ist im Feuerwehr-Magazin-Shop erhältlich!

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