Montag, 21. August 2017

Europa: Waldbrände teils verzehnfacht

31. August 2011 von  

Berlin – Weltweit haben nur etwa vier Prozent aller Waldbrände natürliche Ursachen wie beispielsweise Blitzeinschlag. In allen anderen Fällen ist der Mensch – sei es direkt oder indirekt, sei es fahrlässig oder vorsätzlich – verantwortlich für den Brand. Das ist eines der Ergebnisse der aktualisierten WWF-Waldbrandstudie „Wälder in Flammen“. Die Zahl der Waldbrände in Südeuropa nimmt derweil immer mehr zu.

Im Mittelmeerraum hat sich die durchschnittliche jährliche Waldbrandfläche seit den 1960er Jahren vervierfacht, so die Untersuchung. Die Auswirkungen der Waldbrände auf die weltweite Artenvielfalt sind nach Ansicht des WWF gravierend: Sämtliche Ökoregionen, die für die Erhaltung der globalen Artenvielfalt entscheidend sind, sind auf 84 Prozent ihrer Fläche durch Veränderungen in der Intensität und Häufigkeit von Feuern gefährdet.

Überwiegend fahrlässige und vorsätzliche Brandstiftung als Ursache

„Immer dann, wenn Waldbrände zu heftig, am falschen Ort, zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt oder zu häufig auftreten, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass das Ökosystem durch menschliche Eingriffe aus den Fugen geraten ist“, so Nina Griesshammer, Waldbrandexpertin beim WWF Deutschland. „Die Ursachen für die Zunahme der Brände insbesondere im Mittelmeerraum liegen hauptsächlich in fahrlässiger und vorsätzlicher Brandstiftung, verbunden mit extremer Hitze und Trockenheit in den Sommermonaten und degradierten Wäldern, in denen sich kleine Feuer rasend schnell verbreiten können.“

Waldbrand bei Stockdorf (BY) im Mai 2011. Foto: Jürgen Römmler

Waldbrand bei Stockdorf (BY) im Mai 2011. Foto: Jürgen Römmler

Vor allem großflächige Feuersbrünste in den Monokulturen oder Buschlandschaften haben in den vergangenen Jahren besorgniserregende Ausmaße angenommen. Jedes Jahr brennt es dort rund 50.000 mal. Besonders betroffen sind die EU-Mitgliedsstaaten Spanien, Portugal, Italien und Griechenland. In Spanien hat sich die Zahl der Waldbrände seit den 1960er Jahren bis heute verzehnfacht. Bezogen auf die Waldbrandwahrscheinlichkeit belegt Portugal unter den Mittelmeerländern einen traurigen Spitzenplatz. Im südlichen Mittelmeerraum geht man davon aus, dass sich wegen der Klimaerwärmung der Zeitraum, in dem die höchste Alarmstufe für Waldbrände gilt, erheblich verlängert.

Waldbrand hat drei Phasen

„Ein Waldbrand kann in drei Phasen unterteilt werden“, erläutert Nina Griesshammer: „Meist entzünden sich zunächst das Gras und der trockene Unterwuchs. Es kommt zu einem Bodenfeuer, das noch leicht bekämpft werden kann. Wenn es zu einem Lauffeuer auswächst, kann es besonders bei Nadelholzbeständen, auf die Baumwipfel überspringen. Das führt rasch zu einem Kronenfeuer und zu einer rasanten Ausbreitung der Flammen. Kronenfeuer lassen sich deutlich schwerer bekämpfen und wachsen sich leicht zur dritten Stufe, einem Totalbrand aus. Dieser kann so gut wie nicht mehr gelöscht werden.“

Kommentare

1 Kommentar zu “Europa: Waldbrände teils verzehnfacht”
  1. Klaus Graefe sagt:

    warum bei grossen flächenbränden nicht schneisen mittel der luftwaffe in den betroffenen gebieten durch gezieltes abwerfen von bomben angelegt, um dem feuer auf diesem wege die nahrung zu entziehen. der durch die gezielte bombardierte angerichtete schaden dürfte langfristig gesehen wesentlich kleiner sein. es wäre vor allem hier dann auch die möglichkeit die vernichtung von altmunitionierung noch effektiv zu handhaben

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