Dienstag, 30. Mai 2017

Erste Großübung mit der Helfer-App

10. Oktober 2016 von  

Berlin – Was passiert bei großen Unwettern, wenn die Einsatzkräfte nicht ausreichen? Aus der Erfahrung mit Hochwassern in Deutschland ist bekannt, dass die Menschen helfen oder helfen wollen. Aber funktioniert das? Können sich Feuerwehren oder Hilfsorganisationen auf viele spontane Helfer vorbereiten? Rund 120 freiwillige Berlinerinnen und Berliner sowie Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) probten am Wochenende den Ernstfall. In einem realistischen Übungsszenario sollte dabei überprüft werden, ob freiwillige Hilfe ein wichtiger Bestandteil der Schadensbewältigung sein kann.

Ausgangspunkt für die Übung war eine Reanimation. Nachdem zunächst Helfer den "Patienten" - eine Übungspuppe - reanimiert hatten, übernahm der Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr. Eine Angehörige wird im Hintergrund betreut. Foto: Machmüller

Ausgangspunkt für die Übung war eine Reanimation. Nachdem zunächst Helfer den „Patienten“ – eine Übungspuppe – reanimiert hatten, übernahm der Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr. Eine Angehörige wird im Hintergrund betreut. Foto: Machmüller

Parallel zur Übung waren 50 Gäste aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland eingeladen, die Übung zu beobachten und mit dem Forschungsteam neue Ansätze zur Einbindung spontaner Hilfe zu diskutieren. Die Erstversorgung von Verletzten, die Evakuierung Hilfebedürftiger oder die Schadensbegrenzung, wenn Kulturgüter in Gefahr geraten, waren einige der insgesamt zehn verschiedenen Szenarien, die auf dem Übungsgelände der Berliner Polizei, der „Fighting City“, inszeniert worden waren. Ein wichtiger Bestandteil der Übung war eine vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) entwickelte App, mit der hilfsbereite Menschen informiert, alarmiert und deren Hilfsbereitschaft organisiert werden kann.

Freiwillige Helfer und Berliner Feuerwehrleute arbeiten Hand in Hand und räumen Baumstämme beiseite. Foto: Machmüller

Freiwillige Helfer und Berliner Feuerwehrleute arbeiten Hand in Hand und räumen Baumstämme beiseite. Foto: Machmüller

Ensure: Enablement of Urban Citizen Support for Crisis Response

Die Übung ist Teil des Forschungsprojekts Ensure. Das Projekt wird seit 2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ gefördert. Am 31.12.2016 endet das Projekt und im Anschluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und veröffentlicht. Die Informationen finden Sie dann unter: www.ensure-projekt.de oder auch auf der Homepage der Berliner Feuerwehr unter: www.berliner-feuerwehr.de/forschung/ensure

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Freiwillige Helfer verpacken Kulturgut, um es vor dem Hochwasser zu retten. Gerade diese personalintensiven Aufgaben können gut von Helfern ausgeführt werden. Foto: Berliner Feuerwehr/Bruckmoser

Freiwillige Helfer verpacken Kulturgut, um es vor dem Hochwasser zu retten. Gerade diese personalintensiven Aufgaben können gut von Helfern ausgeführt werden. Foto: Berliner Feuerwehr/Bruckmoser

„Um die Rettungskräfte für den Umgang mit diesen freiwilligen Helfern zu schulen, haben wir neue Ausbildungsmodule im Projekt entwickelt und über das Forschungsteam für das DRK die Funktion der sogenannten ‚Mittlerperson‘ etabliert. Sie sorgt dafür, dass unsere Rettungskräfte und freiwillig Helfende Hand in Hand arbeiten“, berichtet Sascha Joschko vom DRK. „Die Alarmierung der Helfer hat gut funktioniert“, erklärt Bernd Bruckmoser von der Pressestelle der Berliner Feuerwehr. Zirka 40 Helfer seien auf die Auslösung des Alarms erschienen und hätten die Arbeit aufgenommen. Dabei waren einige auch gefordert, bewusst Fehler einzubauen. „So sollten sie zum Beispiel zum Sandsackfüllen in Badelatschen erscheinen“, erklärt Bruckmoser. Aufgabe des zuständigen Staffelführers der BF war es dann, dies zu erkennen und die Personen zu passender Schutzkleidung anzuleiten.“ Im Einsatzfall gibt es bereits entsprechende Hinweise zum Beispiel auf Schutzhandschuhe und festes Schuhwerk über die App.

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