Montag, 24. Juli 2017

Erneut weniger Einsätze für TUIS

17. Mai 2017 von  

Hamburg – 554 telefonische Beratungen, 46 Beratungen vor Ort und 36 technische Hilfeleistungen am Einsatzort. Das ist die Bilanz des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungs-Systems (TUIS) der Werkfeuerwehren der chemischen Industrie in Deutschland. Diese Zahlen präsentierte Dr. Peter Schäfer (Merck) am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in der Feuerwache der Aurubis AG (Kupferhütte) in Hamburg.

„Wir leisten schnell, sachgerecht und unbürokratisch Hilfe“, fasste Schäfer zusammen. Allerdings sei TUIS in den vergangenen Jahren immer seltener gefordert gewesen. 2011 hatte es noch 927 telefonische Beratungen, 147 Beratungen am Einsatzort und 70 Fälle, in denen praktische Hilfe durch die TUIS-Wehren gefragt war, gegeben. Schäfer führte die sinkenden Einsatzzahlen auf verbesserte Transportbedingungen durch modernere Fahrzeuge und sicherere Materialien für Lagerung und Transport von Gefahrstoffen zurück.

Peter Schäer (rechts) und Michael Hauschild stellten die Bilanz von TUIS für 2016 vor. Foto: Timo Jann

TUIS kann in ganz Deutschland von öffentlichen Feuerwehren kontaktiert werden, wenn es Einsäte mit chemischen Stoffen gibt, bei denen sich Probleme darstellen. „In den vergangenen Jahren hat sich die Ausbildung bei den Feuerwehren aber auch stetig verbessert, außerdem gibt es immer mehr Fachberater vor Ort“, sieht Schäfer einen weiteren Aspekt, der zu den kontinuierlich sinkenden Einsatzzahlen führt. „Unsere Werkfeuerwehren arbeiten eng zusammen und ergänzen sich sowohl mit Spezialwissen als auch mit technischem Equipment“, berichtete Michael Hauschild, der Leiter der Aurubis-Werkfeuerwehr. Der Konzern war 2014 TUIS beigetreten und bildete die nördlichste Einheit.

Insgesamt engagieren sich 130 Firmen bei TUIS. Die meisten Einsätze gab es 2016 in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, was aufgrund der dort ansässigen Industrie aber auch nicht verwundert. Von den Einsätzen entfielen 47 Prozent auf die Straße, 33 Prozent auf Lagerstätten und 20 Prozent auf die Schiene. Schäfer: „Alle diese Einsätze fanden bei Nichtmitgliedern von TUIS statt.“ In den meisten Fällen (43 Prozent galt es, Flüssigkeiten umzupumpen, knapp ein Drittel der Einsätze galt abzudichtenden Lecks.

Um sich für die Zukunft zu rüsten, hat TUIS an der Universität Wuppertal eine Studie in Auftrag gegeben, die den Hilfeleistungseinsatz im Jahr 2030 aufzeigen soll. Erste Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorliegen.

Als neues Angebot für öffentliche Feuerwehren soll über den werksärztlichen Dienst der Konzerne auch ein Human-Biomonitoring angeboten werden. Anfänge sind gemacht, weitere Firmen wollen nachziehen. Dabei helfen die Mediziner öffentlichen Feuerwehren, um nach Kontakt mit Chemikalien über Blut- oder Urinproben schnell Aufschluss über mögliche Stoffwechsel-Auffälligkeiten zu bekommen.

„Bei den Werkfeuerwehren der chemischen Industrie ist es längst Standard, nach einem Einsatz bei betroffenen Einsatzkräften eine ärztliche Beratung zum Biomonitoring anzubieten“, erklärte Schäfer. Diesen Service wolle man künftig allen Feuerwehrleuten bieten. So lässt sich klären, ob Einsatzkräfte Gefahrstoffe durch Einatmen, über die Haut oder durch Verschlucken aufgenommen haben.

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