Dienstag, 23. Mai 2017

Einhaltung von Schutzzielen am Beispiel Mainz

30. September 2015 von  

Mainz (RP) – Eine Umfrage des ARD-Magazins „plusminus“ unter deutschen Großstädten hat aufgezeigt, dass die Feuerwehr häufig zu spät und mit zu wenig Einsatzkräften am Einsatzort ankomme. Von insgesamt 36 Städten erreichten 30 die vorgesehenen Schutzziele nicht regelmäßig. Der SWR überprüfte, wie sich die Situation in Mainz darstellt. Nach Auskunft des Senders würden auch in Mainz die Schutzziele nicht immer erreicht. Faktoren, die dieses Ziel beeinflussen seien beispielsweise ein hohes Verkehrsaufkommen oder schlechte Witterungsbedingungen. Nach Angaben der Feuerwehr gäbe es keine genaue prozentuale Auswertung. Allerdings werde es durch das Wachstum der Stadt künftig nicht einfacher werden, die vorgesehenen Zeiten einzuhalten. Auch die Mitgliederstärke einer freiwilligen Feuerwehr spiele eine Rolle. Immer mehr der Wehren kämpfen mit sinkenden Mitgliederzahlen, was ebenso zum Problem führe, dass die Schutzziele nicht eingehalten werden können.

Artikel: Auch Mainzer Feuerwehr braucht mal länger“ (29. September 2015, SWR Fernsehen)

Info-Box „Schutzziele“

Grundsätzlich werden die Schutzziele auf zwei verschiedene Arten bestimmt.

Die Schutzziele der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland (AGBF) gelten seit 1998. Die Definition geht vom sogenannten „kritischen Schadensereignis“ aus, beispielsweise einem Zimmerbrand im Obergeschoss mit verqualmten Rettungsweg. Die Reanimationsgrenze für Rauchgasvergiftungen liegt bei zirka 17 Minuten. Die AGBF sieht somit vor, dass die Feuerwehr in 90 Prozent der Alarmierungen innerhalb von acht Minuten mit zehn Einsatzkräften den Brandort erreichen soll, um einen Erstangriff und die Personenrettung durchzuführen.

Nach der in Deutschland gültigen Feuerwehrverordnung (FwVO) sind jeder Feuerwehr Ausrückbereich zugeteilt, die wiederum in verschiedene Risikoklassen unterteilt werden. Die Risikoklassen geben vor, wie schnell und mit welcher Personalstärke und Ausrüstung der jeweilige Einsatzort erreicht werden muss. Gefahrenstufe 1 (die höchste Klasse) muss nach 8 Minuten, Stufe 2 nach 15 Minuten und Stufe 3 nach 25 Minuten erreicht werden. Bei Stufe 1 werden beispielsweise zwei Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge, ein Hubrettungsfahrzeug, ein Tanklöschfahrzeug und ein Einsatzleitwagen gefordert.

Einsatzkraft bei der Lageerkundung. Symbolfoto: Hegemann

Einsatzkraft bei der Lageerkundung. Symbolfoto: Hegemann

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