Mittwoch, 18. Januar 2017

Dreiachs-Drohne für den Feuerwehreinsatz

Teisnach (BY) – Auszubildende eines Unternehmens in Teisnach (Kreis Regen) fertigten ein funkgesteuertes Erkundungssystem für schwer zugängliche Gefahrenstellen. Die Drohne wurde anschließend der Freiwilligen Feuerwehr Teisnach kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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„So etwas gibt es auf dem Markt nicht zu kaufen.“ Sandro Plötz, Kommandant der Feuerwehr Teisnach, schwärmt von seinem neuen Erkundungssystem: „Diese fahrbare Drohne mit dreh- und schwenkbarem Kamerasystem, dimmbaren LED-Hochleistungsscheinwerfern, Gasmessgerät und PH-Teststreifen zum Identifizieren von ausgelaufenen Flüssigkeiten erleichtert uns die Erkundung von schwer zugänglichen Bereichen und reduziert dadurch deutlich die Gefahren für die Einsatzkräfte.“

Egal ob in verwinkelten Gebäuden, weitläufigen Industriehallen oder nur schwer zugänglichen Bereichen wie Rohrleitungen und Kanälen: Die Drohne, nicht einmal 10 Kilogramm schwer und 60 Zentimeter lang, kann mit einer Fernsteuerung bis zu 100 Meter im Gebäude oder 1 Kilometer im Freien exakt manövriert werden. Auf das Display im Leitstand liefert sie Live-Bilder vom Erkundungsort und aktuelle Messdaten für den Einsatzleiter.

Die dreiachsige Drohne ist maximal 6 Kilometer in der Stunde schnell und ähnelt einem Amphibienfahrzeug. Deshalb kann sie problemlos über kleinere Erhöhungen hinwegfahren. Die mobile Stromversorgung für 30 Minuten Betriebsdauer sichern bereits im Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Teisnach vorhandene Akkus, die ansonsten für den Akku-Rettungsspreitzer oder -schere eingesetzt werden.

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Entwickelt wurde die Feuerwehr-Drohne von zwei Auszubildenden. Sie verbauten Materialien für etwa 1.600 Euro auf einem 6×6 Allrad-Fahrgestell für Modellautos und fertigten im Ausbildungszentrum die weiteren Fahrzeugteile. „Vielleicht können wir mit unserer Drohne ein wenig dazu beitragen, schneller Gefahrensituationen aufzuklären und die Einsatzkräfte zu entlasten“, erklärt einer der Auszubildenden die Motivation für das Projekt.

Der Kommandant der Feuerwehr Teisnach ist überzeugt: „Nach einer kurzen Testphase, wo wir das Bedienpersonal schulen, wird die Drohne fest in unser Einsatzequipment aufgenommen und uns sehr weiterhelfen.“ Im Ernstfall erhält die Einsatzleitung dann per Funk wichtige Informationen für die Planung des Einsatzes. Daraus können die Feuwerhleute die richtige Vorgehensweise ableiten und gezielt Maßnahmen ergreifen, ohne dass eine Einsatzkraft vorher zum Erkunden in den Gefahrenbereich vordringen muss.

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