Freitag, 9. Dezember 2016

DEHOGA: „Hätten eine sachlichere Diskussion erwartet“

26. Juni 2014 von  

Hannover – Die Veröffentlichung eines „Schwarzbuches gastronomischer Veranstaltungen“ des Gastronomenverbandes DEHOGA Niedersachsen hat zu einem Aufschrei unter freiwilligen Feuerwehren geführt. Sie fühlen sich teils zu unrecht an einen öffentlichen Pranger gestellt und kritisieren ihrerseits die Kritikform des Verbandes. In dem Schwarzbuch waren exemplarisch Feuerwehren für die Ausrichtung von Veranstaltungen mit Gastro-Betrieb gerügt worden. Nach einer entsprechenden Veröffentlichung von feuerwehrmagazin.de erlebte die Verbandsgeschäftsstelle in Hannover teils recht heftige Reaktionen. Auch auf der Facebook-Seite des Verbandes machten Feuerwehrleute ihrem Ärger Luft. Wir sprachen jetzt mit Renate Mitulla, Geschäftsführerin des DEHOGA Niedersachsen.

Symbolfoto: Feuerwehrfestfeuerwehrmagazin.de: Sie haben sich einen Dialog und eine Wahrnehmung zum Thema „Gastronomie durch Branchenfremde“ gewünscht. Die Reaktionen sind da – und insbesondere Feuerwehren reagieren überwiegend heftig verärgert. Damit ist das Ziel einer großen Streuung des Themas scheinbar erreicht. Wie zufrieden sind Sie?

Mitulla: Das Ziel, viele Menschen zu erreichen und eine Diskussion anzuregen ist tatsächlich erreicht worden. Allerdings hat uns die heftige, emotionale Reaktion der Feuerwehren gezeigt, dass wir unsere Botschaft nicht deutlich genug formuliert haben.

feuerwehrmagazin.de: Wie nachvollziehbar sind für Sie die Verärgerung und emotionalen Reaktionen von Seiten der Feuerwehren?

Mitulla: Für uns, die wir mit dieser Thematik sehr vertraut sind, war die Reaktion zunächst nicht nachvollziehbar. Wir haben zu Beginn der Diskussion gar nicht verstanden, warum sich einzelne Feuerwehrmänner so betroffen gefühlt haben und uns sogar vorgeworfen haben, eine ganze Branche in Misskredit zu bringen. Durch die Reaktionen der Feuerwehren ist uns bewusst geworden, dass sich ehrenamtlich engagierte Bürger persönlich angesprochen und vor den Kopf gestoßen fühlen.

Wenn man sich mit den in unserer Pressemitteilung formulierten Zielen auseinandersetzt, hätten wir eine sachlichere Diskussion erwartet. Wir haben gehofft, dass die Bürger die von uns geschilderten Probleme im Gastgewerbe auch einmal von einer anderen Seite betrachten. Dass viele Ihrer Mitglieder ganz direkt die „völlig überzogenen Preise“ in der Gastronomie und den „mit mindestens zwei Ferraris ausgestatteten schwerreichen Gastronomen“ aufgeführt haben, zeigt uns deutlich, dass viele in der Bevölkerung eine falsche Vorstellung vom Gastgewerbe haben. Warum das Bier in der berufsmäßig betriebenen Gastronomie mit all ihren Abgaben und Lohnkosten teurer sein muss als das Bier zum Beispiel in dem von der Kommune finanzierten Dorfgemeinschaftshaus, haben wir in der Broschüre geschildert.

feuerwehrmagazin.de: Warum sind die Feuerwehren überhaupt exemplarisch – und per öffentlichem Pranger mit Namensnennung im Schwarzbuch – genannt worden. Es gibt doch noch viel mehr Hilfsorganisationen…?

Renate Mitulla, Geschäftsführerin DEHOGA Niedersachsen. Foto: DEHOGA

Renate Mitulla, Geschäftsführerin DEHOGA Niedersachsen. Foto: DEHOGA

Mitulla: Wenn man das Schwarzbuch durchliest, sieht man deutlich, dass die Feuerwehren nur eine Organisation von vielen ist, die sich gastronomisch betätigen. Und da gehören die Vereine, Kirchen, Landfrauen, Jugendgruppen und alle anderen, die wir aufgelistet haben, ebenfalls dazu. Es geht dabei auch nicht grundsätzlich nur um Hilfsorganisationen, sondern um die Vielzahl von Veranstaltern, die inzwischen durch gastronomische Dienstleistungen dazuverdienen oder ihre Vereinskasse aufbessern wollen. Die Zahl dieser Veranstaltungen hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen, so dass an einigen Orten das berufsmäßig betriebene Gastgewerbe in Existenznot geraten ist und hier auch Arbeitsplätze in Gefahr sind.

feuerwehrmagazin.de: Titulierungen wie „Schwarzgastronomie“ oder „Krebsgeschwüre der Branche“ sind recht heftige und für manchen Menschen grenzwertige Formen der Kritik. Warum gab es vorab keinen Interessensvertreter-Dialog – zum Beispiel über den Landesfeuerwehrverband oder den Deutschen Feuerwehrverband, um das Thema ruhiger und systematischer angehen zu lassen?

Mitulla: Vor Inkrafttreten des Niedersächsischen Gaststättengesetzes im Jahr 2011 ist das Thema in vielen Gesprächen und Diskussionen beleuchtet worden – dabei haben vor Ort auch die Vertreter der Feuerwehren mitdiskutiert. Zum Beispiel, ob das neue Gesetz auch für privat organisierte Veranstaltungen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, gelten.

Die Bezeichnungen „Schwarzgastronomie“ und „Krebsgeschwür der Branche“ tauchen weder in unserem aktuellen Schwarzbuch noch in unserer Pressemitteilung auf. Wir hätten uns daher gewünscht, das ihr Redakteur vor Verfassen seines Artikels mit uns Kontakt aufgenommen und nicht Artikel aus dem Internet zitiert hätte, die mehr als 10 Jahre alt sind und ein ganz anderes Thema, nämlich die Schwarzgastronomie, behandeln. Beim Schwarzbuch handelt es sich um eine Broschüre, die rechtlich nicht bewertete Fälle aufzeigt, die in Niedersachsen von der Gastronomie als grenzwertig wahrgenommen werden. Das Aufzeigen der großen Bandbreite soll dazu dienen, Kommunen und Gemeinden für diese Problematik zu sensibilisieren.

feuerwehrmagazin.de: Jetzt, da die Reaktionen da sind – glauben Sie, dass Ihre Argumente richtig verstanden und gehört wurden?

Mitulla: Ganz offensichtlich wurden unsere Argumente nicht von allen richtig verstanden. Viele der Kritiker haben das Schwarzbuch ja sofort mit Schwarzgastronomie in Verbindung gebracht. Obwohl wir unter Punkt 1 im Schwarzbuch die Ausgangssituation erläutert und dargestellt haben, dass es uns ausschließlich um die Wettbewerbssituation bei gastronomischer Tätigkeit geht.

Weiterer Artikel zum Thema:

feuerwehrmagazin.de: Können Sie uns nochmal zusammenfassen, was ihr Anliegen ist? Es geht doch nicht um den „Tag der offenen Tür“ oder das alljährliche Osterfeuer, das die Feuerwehren organisatorisch und gastronomisch ausrichten – oder doch? Wo sehen Sie die Grenzen?

Mitulla: Wir wollen erreichen, dass die Spontan- und Gelegenheitsgastronomie genau mit denselben Maßstäben bewertet wird wie die berufsmäßig betriebene Gastronomie. Das heißt, „gleiches Recht und gleiche Abgaben für alle“, also Brandschutz, Jugendschutz, Lebensmittelhygiene, Getränkeschankanlagenrecht, Sperrzeiten, Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Verwaltungsgebühren, Abfalls- und Entsorgungsgebühren, Straßenreinigungsgebühren, Rundfunkgebühren, GEMA etc.

Denn wenn mit zweierlei Maß gemessen wird, stellt das bei der Vielzahl der Veranstaltungen eine existenzbedrohende Konkurrenz dar. Schließlich muss der Gastronom von seinen Einnahmen leben. Uns geht es also nicht um die Verhinderung von Traditionsfesten wie einem Osterfeuer, sondern der Beseitigung der Wettbewerbsverzerrung. Grenzen sehen wir immer dort, wo eine Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften, die Gesundheit oder die Schutzbedürftigkeit des Gastes aufs Spiel setzt. Zum Beispiel Abgabe von Alkohol an Jugendliche oder bau- und brandschutztechnisch rechtlich nicht abgenommene Scheunen, in denen gefeiert wird.

feuerwehrmagazin.de: Also keine Forderung nach einem „Generalverbot“ einer Gastronomie durch Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Vereine?

Mitulla: Das war noch nie eine Forderung und wird auch zukünftig keine Forderung sein.

feuerwehrmagazin.de: Wie soll es jetzt weitergehen? Eine sachliche Diskussion ist doch eher schwierig, wenn noch so viel „Pulverdampf“ in der Luft hängt?

Mitulla: Ich glaube fest daran, dass immer eine sachliche Diskussion eines Themas möglich ist, so emotional es auf den ersten Blick auch scheinen mag. Wir standen in der Vergangenheit für persönliche Diskussionsrunden zur Verfügung und werden das auch in Zukunft tun.

Wir haben in unserem Schwarzbuch auch positive Regelungsbeispiele zitiert, in denen Kommunen mit der örtlichen Gastronomie kooperieren. Dieses Ziel wollen wir auch dort erreichen, wo es zur Zeit viele grenzwertige Veranstaltungen gibt. Ich hoffe, dass wir erreichen werden, die Bevölkerung, die Politik, die Vereine und die vielen anderen Organisationen und natürlich auch die Feuerwehren zu diesem Thema so zu sensibilisieren, dass es ein Miteinander statt Gegeneinander vor Ort gibt.

Schwarzbuch gastronomischer Veranstaltungen korrigiert

Der DEHOGA Niedersachsen hat das „Schwarzbuch gastronomischer Veranstaltungen“ korrigiert. Am Mittwoch war das pdf-Dokument zeitweilig nicht mehr abrufbar, nun steht es in einer neuen Fassung zur Verfügung.

Die Kerninhalte sind gleich geblieben. Ein Stichprobenvergleich durch die feuerwehrmagazin.de-Redaktion ergab: Korrigiert wurden die aufgeführten Veranstaltungen. Teils sind Namen konkretisiert, teils besonders scharfe Vorwürfe gegenüber Veranstaltern entfernt worden. Beispiele für gestrichene Formulierungen: „Keine Lohnversteuerung“ oder „Hier wurde den ganzen Sommer über gegen Hygienevorschriften verstoßen, weil die Kühlkette bei privat angelieferten Torten immer unterbrochen war. Wir vermuten Sozialversicherungsbetrug als auch Steuerhinterziehung.

Screenshot von der Website des DEHOGA Niedersachsen: Das Schwarzbuch war am Mittwoch zeitweilig nicht verfügbar: "Zur Zeit in Bearbeitung. Wird in Kürze wieder eingestellt."

Screenshot von der Website des DEHOGA Niedersachsen: Das Schwarzbuch war am Mittwoch zeitweilig nicht verfügbar: „Zur Zeit in Bearbeitung. Wird in Kürze wieder eingestellt.“

Kommentare

14 Kommentare zu “DEHOGA: „Hätten eine sachlichere Diskussion erwartet“”
  1. Holger Steffen sagt:

    Die Tatsache dass Frau Mitulla Begriffe verwendet wie „gstronomisch betätigt“, „Vereinskasse aufbessern“ oder die Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen als „Branche“ bezeichnet zeigt, dass sie scheinbar noch immer nicht verstanden hat, warum viele Kameraden so emotional reagieren. In vielen ländlichen Gegenden in unserem Land ist die Feuerwehr neben ihren gesezlich verankerten Aufgaben eben schon seit jeher Dreh- und Angelpunkt im dörflichen Miteinander. Auch dann wenn es um Organisation und Mithilfe bei Feierlichkeiten oder Festivitäten geht. Das ist eine fest verankerte Säule unserer Gesellschaft und hat nichts mit bereicherung, profitgier oder oder Wettbewerbsverzerrung zu tun. -Ende-

  2. einbuerger sagt:

    beim besten willen, ich denke die Dame sollte sich mal ein wenig am kragen reissen.

    Viele Feuerwehren bessern ihre kassen sicher nicht damit auf, im regelfall werden die kosten ausgelegt um grade einmal die ausgaben zu decken, ich denke auch das ein grossteil der feuerwehren im regelfall noch aus dem haushalt draufzahlen.

    Das es der Gastronomie nicht gut geht ist doch klar. sie sorgen niergends fuer Transparenz man zahlt mitlerweile fuer ein Bier locker 3 Euro oder darf ewig auf irgendetwas warten. ich frage mich wie es in deutschland verwunderlich ist das die nutzung von Service zurueckgeht obwohl bekannt ist das deutschland eine Service und vor allem auch Hoefflichkeitswueste ist.(nicht alle regionen)

    Im grossen und ganzen kenne ich laeden die laufen und diese haben charm freundliche mittarbeiter und annehmbare preise trotz guten ambiente.

    Und Organisatoren namendlich zu nennen in der oeffentlichkeiten garde BOS halte ich nicht nur fuer undankbar da ein grossteil dieser leute ehrenamtlich sehr viel auf sich nehmen, vielleicht solte der guten frau ja mal erklaeren was ehrenamtlich bedeutet. ehrenamtlich bedeutet das diese Leute nach einer aktion heim kommen ich sich nicht nen tollen anzug oder ein kostuem davon kaufen koennen, geschweigedenn ein Bier. Bei vielen organisationen faellt sogar noch ein beitrag an. kein grosser aber er ist da und wenn diese helfer dann eine feier fuer freunde familien oder der dorftradition aufstellen. oder nach einer veranstaltung ein Bier trinken sollte man wohl eher frohsein das ueberhaupt noch leute da sind die das tuen. den die haben vorher auch was getan.

    Mein dank und respeckt geht an alle Feuerwehrleute, mitglieder des THW, des DRK, die Traditionsvereinen, etc. eigentlich an jeden Verein der Umwelt Mensch Tier Tradition und Sozialwesen pflegt

  3. Holger Steffen sagt:

    Bin gerade zutiefst erschüttert wegen meiner Rechtschreibfehler oben 🙁

  4. DerWirt sagt:

    Ich stimme „einbuerger“ fast komplett zu, außer der Aussage, das bei diesen Veranstaltungen nur kostendeckend gearbeitet wird. Es sind in aller Regel Veranstaltungen, um die Vereins- oder kKameradschaftskasse etwas aufzubessern, und daran ist nichts, aber auch gar nichts verwerfliches.
    Und die fehlende Transparenz in der Gastromnomie rührt unter anderem leider auch daher, dass von den meisten einfach nicht hinterfragt wird, oder soll ich in die Speisekarte meine Kalkulation schreiben? Oft werden leider lieber Stammtischparolen verbreitet wie „wenn ich ein Bier im Supermarkt kaufe, dann kostet es mich 78 cent, hier wird es für 2,70 € verkauft, also macht der Wirt fast 2 € Gewinn“….

  5. Frank sagt:

    Die gute Frau tut genau das was ihre Aufgabe ist. Die Interessen der Gastronomie zu artikulieren. Nicht mehr und nicht weniger. Warum also aufregen? Wir verkaufen doch wirklich so gerne Pommes weil man so aus einem Euro gleich fünf machen kann. Das würde der Wirt gegenüber auch gerne.

  6. Olli sagt:

    Ich frage mich bei der ganzen Sache wie ein Gastronom denn solche Veranstaltungen abwickeln will , bei großen Veranstaltungen der Jugendwehren werden Essen und Getränke zum Selbstkostenpreis angeboten und sollten Überschüsse erwirtschaftet werden, wird gespendet.
    Unsere Jungs arbeiten ehrenamtlich für die Allgemeinheit und bringen meist noch Geld mit denn alles wird halt nicht bezahlt. Wenn wir auf einer Sportveranstaltung der Jugendfeuerwehr mit 10 Personen uns um die Abwicklung kümmern kann man ja mal überlegen was ein Gastronom verdienen muss an den Kindern um wirtschaftlich zu arbeiten . Bei anderen Veranstaltungen kommen auch nur so viele Gäste weil die Preise noch erträglich sind und es für einen Normalverdiener auch mal möglich ist Spaß zu haben. Die Preise wurden durch den Euro nach oben getrieben früher in meiner Kneipe Bier 0,3 vom Fass 2,10 DM heute sind wir bei 3,20 Euro und mehr aber die Löhne sind gleich geblieben bzw die Kaufkraft gesunken,das ist die Ursache. Außerdem haben Feuerwehren ja keine Steuernummer soweit mir bekannt ist und die Veranstaltungen sind ja nicht dazu da sich zu bereichern sondern sind Öffentlichkeitsarbeit. GEZ und Gema werden bei öffentlichen Veranstaltung immer bezahlt und fressen oft die Einnahmen schon auf.

  7. jean sagt:

    Wenn man das Interview mit Frau M. liest merkt man das Sie nicht verstanden hat
    worum es uns Feuerwehrleuten geht und das, die zunächst eingeschlagene
    Strategie in der Kommunikation beibehalten wird.
    Zudem zweifel ich die Kompetenz in Sachen PR-Arbeit bei Ihr an, von der
    Verständniskompetenz will ich gar nicht erst reden. Wer erst so gegen die
    Feuerwehren ledert und dann nicht versteht das die Kameraden sauer werden,
    dem fehlt jegliche soziale Kompetenz.
    Allerdings stösst mir ein anderer Punkt im Interview sauer auf :
    „itulla: Wir wollen erreichen, dass die Spontan- und Gelegenheitsgastronomie genau mit denselben Maßstäben bewertet wird wie die berufsmäßig betriebene Gastronomie. Das heißt, “gleiches Recht und gleiche Abgaben für alle”, also Brandschutz, Jugendschutz, Lebensmittelhygiene, Getränkeschankanlagenrecht, Sperrzeiten, Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Verwaltungsgebühren, Abfalls- und Entsorgungsgebühren, Straßenreinigungsgebühren, Rundfunkgebühren, GEMA etc.

    Denn wenn mit zweierlei Maß gemessen wird, stellt das bei der Vielzahl der Veranstaltungen eine existenzbedrohende Konkurrenz dar. Schließlich muss der Gastronom von seinen Einnahmen leben. Uns geht es also nicht um die Verhinderung von Traditionsfesten wie einem Osterfeuer, sondern der Beseitigung der Wettbewerbsverzerrung. Grenzen sehen wir immer dort, wo eine Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften, die Gesundheit oder die Schutzbedürftigkeit des Gastes aufs Spiel setzt. Zum Beispiel Abgabe von Alkohol an Jugendliche oder bau- und brandschutztechnisch rechtlich nicht abgenommene Scheunen, in denen gefeiert wird.“

    So kann ich das nicht stehen lassen, auch wir als FFW veranstalten jedes Jahr einen Tag der offenen Tür und
    halten folgende Punkte ein: Brandschutz (wäre ja ein Armutszeugnis wenn wir als Feuerwehren das nicht machen
    würden), Jugendschutz (klar auch wir haben ne JF und wissen was Verantwortung gegenüber der eigenen und
    fremden Jugend gehört), Lebensmittel und sonstige Hygiene, Sperrzeiten (denke das betrifft Feuerwehrfeste weniger),
    GEMA zahlen wir auch, Rundfunkgebühren wenn solche z.b. durch Fussballübertragungen und co anfallen wenn was
    öffentlich auf den Veranstaltungen gezeigt wird, Strassenreinigungsgebühren brauchen wir nicht zahlen, wir reinigen
    schließlich selbst, bzw nutzen ja keinen öffentlichen Raum sondern das Wachgelände, was eh immer selbst gereinigt wird,
    Abfallentsorgungsgebühren werden auch entrichtet, eventuelle Verwaltungsgebühren für Genehmigungen usw auch,
    dazu kommen Versicherungen für die Veranstalterhaftung usw…
    Klar zahlen die FFW keine Sozialbeiträge und co, aber warum nicht weil es sich nicht um sozialversicherungs pflichtige
    Tätigkeiten handelt. Wir alle reissen uns den Allerwertesten ehrenamtlich auf um neben Alarmdienst auch noch
    für uns und die Bevölkerung nette Feste auf die Beine zu stellen.
    Wir betreiben diese auch nicht gewerbsmäßig sondern als Öffentlichkeitsarbeit, wo vielleicht mal ein paar Euro
    für die Feuerwehrkasse hängen bleiben, nach Abzug aller Kosten, denn zu den schon gennanten kommen auch
    noch die für Grillzeug, Kuchen, Bier und vieles mehr.
    Die paar Kröten die dann über sind werden nicht für unser privates Vergnügen genutzt sondern wieder in
    Ausrüstung gesteckt die der Allgemeinheit, also auch den Gastronomen und der DEHOGA zu Gute kommen.

    Unabhängig davon möchte ich anmerken das ich eh der Auffassung bin das viele Verbände nicht mehr wirklich
    der Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder dienen, sondern Selbstzweck sind um einigen wenigen
    Vertretern dieser, die eigenen Taschen fürstlich zu füllen und die eigenen Mitglieder dafür zu verkaufen.

    Ich bin mir bewusst dass ich das sehr kritisch sehe und hoffe das einige dadurch mal wachgerüttelt werden
    und ihre Augen aufmachen und sich dem ganzen auch mal kritisch gegenüber stellen.

  8. Kommunikation sagt:

    Die Kommunikation ging voll nach hinten los, selbst nach dem Desaster wird mit dem Interview noch eine Schippe drauf gelegt. Habe mir mal den Shitstorm angesehen, das ist ja nur ein laues Lüftchen oder wurde schon fleißig gelöscht?

    Ein Beispiel der schlechten Kommunikation lässt sich aber schnell finden:
    Dirk J.:
    Wer macht eigentlich solch dämliche PR? Relativieren nutzt da nun wenig, Wer mit Mist schmeisst wird schmutzig. Besser werden, oder zusammenarbeiten wäre ein Ziel und ein Weg. Nebenher würde dies auch dem Ehrenamt dienlich sein. Peinlich!
    DEHOGA Niedersachsen:
    @Dirk J.: Peinlich ist der Kommentar, zeigt er doch, dass Herr Jacobs das Problem unserer Branche nicht erfasst. Eine Branche bittet um die breit angelegte Diskussion einer ihre Existenz gefährdenden Thematik und Herr Jacobs kommentiert diesen Hilferuf als „dämliche PR“. Unterirdisch! Hoffentlich finden wir in Politik und Verwaltung mehr Verständnis.

    Dirks Meinung wird wird als peinlich, dumm und unterirdisch vorgeführt. Das ist nicht professionell und von so einem Vorgehen wird bei einem PR-Seminar bestimmt abgeraten.
    Dirk ist kein Profi in Sachen Kommunikation, Dirk ist Feuerwehrmann. Der muss keine PR-Arbeit können, die offizielle DEHOGA-Facebookseite aber schon. Dirk ist aber nicht nur Feuerwehrmann, sondern auch potentieller Kunde eines DEHOGA-Betriebs. Wirklich sehr kundenfreundlich und Service orientiert! Ich glaube ihr leistet euren Mitgliedern einen Bärendienst.
    Dirk bietet einen Weg an „Zusammenarbeiten“, den ignoriert ihr komplett, fordert aber gleichzeitig eine Diskussion.
    Das Dirk das Problem der Branche nicht erfasst, ist nicht schlimm, er ist nur ein Facebook-Nutzer, viel schlimmer ist, das das DEHOGA zwar konkrete schwarze Schafe nennt, aber dennoch auf „die Feuerwehr“ verallgemeinert. Wir leisten Jugendarbeit, kennen das Jugendschutzgesetz und halten uns an alle möglichen Vorschriften. Auch beim Brandschutz nehmen wir Vorbildcharakter ein. Ich will nicht abstreiten das es schwarze Schafe gibt, aber ich glaube wenn jemand ein Schwarzbuch Gastronomie publizieren möchte, gibt es genug Material. Wie war das eigentlich mit der Lebensmittelampel?
    Zitat: „Das Gastgewerbe habe die Krise überstanden und lege wieder zu, berichtete der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Nach einem Umsatz von 58 Milliarden Euro 2010 gebe es wieder reales Wachstum. Sollte die geplante Lebensmittelampel in Restaurant kommen, sei allerdings mit negativen Folgen zu rechnen, betonte Dehoga-Hauptgeschaftsführerin Ingrid Hartges.“
    http://www.welt.de/wirtschaft/article13616187/Lebensmittelindustrie-kuendigt-steigende-Preise-an.html

  9. sven sagt:

    1. Dass die Verkaufspreise im Gastgewrbe höher sein müssen als z.B. auf einem Feuerwehrfest, ist wohl für jeden nachvollziehbar, denn zweifellos hat der Gastwirt höhere Kosten!

    2. Um Verstöße gegen geltendes Recht abzustellt braucht es kein Schwarzbuch!

    3. Es mag Fälle geben, in denen ein „Verein“ Gastgewerbe „ersetzt“ – aber das sollte man dann im Einzefall diskutieren und nicht so tun, als ob ein Feuerwehrfest oder das „Bier nach Dienstschluss“ (was auch immer man davon hält) den Gastwirt in die Insolvenz treiben…

  10. Christian sagt:

    Bei uns auf dem Dorf/den umliegenden Dörfern, haben die meisten Gastronomen schon vor 20+ Jahren dicht gemacht! Übrig geblieben sind einige wenige „echte“ Kneipen, in denen die Vereine noch genau so feiern wie vor 20 Jahren und wenige hochpreisige Gastronomen, die sich ein Verein idR. nicht leisten kann. Landfrauenverband, Kirchenkränzchen, Kindergarten, Feuerwehr und Heimatverein füllen Lücken die schon lange bestehen und NICHT von ihnen verursacht wurden!

  11. DerWirt sagt:

    Ich finde es schön und lobens- und erwähnenswert, dass die meisten Kommentare hier tatsächlich auf sachlicher Ebene stattfinden, und ich stimme den meisten auch zu. Ich warne nur vor Verallgemeinerung à la „Der Euro ist schuld, dass…“ – ist er bestimmt auch – zum Teil. DIE EINE Ursache gibt es m.E. nicht.
    Ich möchte die Beiträge von jean, Kommunikation und sven noch explizit loben, hervorragend sachlich formuliert und finden meine vollste Zustimmung!
    Ich möchte aber noch kurz ein Zitat der Dehoga (im Beitrag von Kommunikation) aufgreifen:

    „Sollte die geplante Lebensmittelampel in Restaurant kommen, sei allerdings mit negativen Folgen zu rechnen, betonte Dehoga-Hauptgeschaftsführerin Ingrid Hartges“

    Ich möchte für meinen Betrieb bitte diese Ampel! Ich selbst möchte auch in einem Lokal essen, in dem einwandfreie hygienische Zustände herrschen, und ich finde es hervorragend, wenn der Gast dies auch erkennen kann. Natürlich wird das zu Umsatzrückgängen führen! Und zwar bei denen, die nicht in der Lage sind, einen Betrieb sauber zu führen – und da darf m.E. keiner was dagegen haben…

  12. Karl Sion sagt:

    Frau Mitulla von dem DEHOGA hat die Aufregung der Feuerwehrangehörigen schon richtig verstanden. Statt mit Mut ihr Fehlverhalten bezüglich der Beschuldigungen zuzugeben, versucht sie jetzt auch noch
    die Feuerwehrfrauen/männer zu veräppeln. Hat diese Frau, indem sie den Redakteur beschuldigt nicht vor Presseveröffentlichung mit ihr gesprochen zu haben, noch nie etwas von Presse- und Meinungsfreiheit gehört. Wenn nicht, dann ist sie für ihre Position bei dem DEHOGA nicht qualifiziert.

  13. Uli sagt:

    Von mehr Sachlichkeit lese ich hier aber noch viel zu wenig. Ich habe viele Veranstaltungen gesehen, bei denen Feuerwehrleute Aufgaben übernommen haben, die nicht durch den Auftrag Feuerwehr angedeckt sind, bei dem zudem gewwerbliche Unternehmen hätten tätig werden können.
    Und wenn diese Veranstaltungen öffentlich sind, müssen sie auch nach den hierfür geltenden Regeln betriebswirtschaftlich, versicherungsrechtlich steuerrechtlich, haftungsrechtlich durchgeführt werden. Und dann sähe es oft anders aus.
    Und wenn hier als Beispiel die Selbstversorgung eines Wettbewerbs der Jugendfeuerwehr angesprochen wird, dann hat der Verfasser den Kern der Angelegenheit überhaupt nicht verstanden. Das ist z.B. eine der Maßnahmen, die überhaupt nicht angezweifelt wird.
    Eine Presseveröffentlichung nicht abzusprechen, ist echter Journalismus. Jedoch alte Aussagen mit den aktuellen zu verquicken, ist unseriös, schlecht recherchiert und eben nicht mehr durch Presse- und Meinungsfreiheit abgedeckt. Ebenso gehört es zu einem guten Journalismus dazu, die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen. Und das ist hier geschehen. Und wenn das hier einzelne nicht akzeptieren, muss man sich fragen, auf welchen Grundlagen sie unsere demokratische Gesellschaft sehen.
    Vielleicht sollte man tatsächlich bedenken, dass es Feuerwehrfeste gibt, die jede andere kommerzielle Veranstaltung in den Schatten stellt. Und das alles zum Selbstkostenpreis?
    Ein rechtsfreier Raum entsteht nicht dadurch, dass man öffentliche Einrichtung ist!
    Gegen den überwiegenden Teilder üblichen Veranstaltungen wird der Interessenverband DEHOGA nichts haben. Und es ist derne Recht und auch Aufgabe, die Interessen der Mitglieder zu vertreten, insbesondere, wenn es um Existenzfragen geht.
    Es geht auch anders. Einkauf, Material etc. auf der einen Seite, materielle und personelle Unterstützung auf der anderen Seite.Und dann kommt auch mal ganz schnell ohne Zoff der Scheck oder die Sachspende.

  14. Karl Sion sagt:

    Uli ist bestimmt keiner von den 1,1 Millionen Mitgliedern die, egal zu welcher Uhrzeit, bereit sind anderen zu helfen. Mein Eindruck ist, dass er einer von denen ist, die nur an den 1,1 Millionen verdienen wollen und DEHOGA Mitglieder sind.

Kommentare

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