Crash-Kurs: Kampagne soll Unfälle verhindern

Düsseldorf – Die nordrhein-westfälische Polizei startete am Montag eine Kampagne, um die Zahl von Verkehrsunfällen nachhaltig zu verringern. Das Konzept heißt “Crash Kurs NRW” und richtet sich direkt und emotional an 16- bis 19-Jährige. “Unser Ziel ist es, mittelfristig alle jungen Leute in NRW mit Crash Kurs  zu erreichen”, sagte Innenminister Ralf Jäger bei der Vorstellung des Präventionskonzeptes in Köln. Nach Angaben des Innenministeriunms handelt es sich um eine bundesweit “einmalige Kampagne”.

Logo Crash-Kurs NRWDer Anteil von jugendlichen Verkehrsteilnehmern bei den Verursachern von Unfällen ist mit 18 Prozent überproportional hoch. Ihr Anteil an der Bevölkerung liegt bei acht Prozent. Jedes Jahr sterben über 100 Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. „Das ist alarmierend und Anlass für die NRW-Polizei mit Partnern neue Wege zu gehen“, sagte Jäger.

Crash Kurs NRW” zeigt mit eindringlichen Bildern und emotionalen Berichten, dass Verkehrsunfälle ihre Ursachen haben. Es wird vermittelt, dass Verkehrsunfälle nicht einfach nur so passieren, sondern weil Verkehrsteilnehmer Regeln missachtet haben. “Unsere Botschaft ist so einfach wie wirkungsvoll: Nur wenn wir uns im Straßenverkehr an die Regeln halten, schützen wir Leben – das der anderen und unser eigenes”, sagte Jäger.

Polizisten, Rettungssanitäter, Notärzte, Notfallseelsorger und Angehörige von Unfallopfern schildern als direkt Betroffene über die Ursachen von Verkehrsunfällen sowie über die oftmals schrecklichen Folgen. Sie erzählen von ihren ganz persönlichen Erfahrungen. Damit sprechen sie direkt die Gefühle an und aktivieren das Vorstellungsvermögen der jugendlichen Zuhörer.

Rettungskräfte berichten von dramtischen Ereignissen

Ein Polizist beispielsweise berichtet, wie er an einer Unfallstelle schwerverletzte und tote Jugendliche vorfand und wie es zu diesem verheerenden Unfall kam. Eine Notärztin schildert den vergeblichen Versuch, einen schwerst Verletzten zu reanimieren: “Ich habe ihm Sauerstoff gegeben, ihn beatmet, eine Herzdruck-Massage durchgeführt, um den Kreislauf in Gang zu halten. Ich habe ihm Medikamente, Infusionen gegeben, eine zeitlang versucht, ihn wiederzubekommen bis dann die Nulllinie im EKG erschien.” Ein Notfallseelsorger beschreibt die Reaktionen der Angehörigen, die von lautem Schreien über Wut auf den Notarzt bis hin zur totalen Starre reichen: “Dass Vater und Mutter sich angucken und kein Wort sagen, sich nicht mal bewegen und dass das bis zu einer halben Stunde dauern kann, bevor sich dann ein unermessliches Leid ausbreitet.”

Aufklärung in vielen schulischen Bereichen

“Crash Kurs NRW” ist ein komplettes Programm, das auch die Vor- und Nachbereitung in den Schulen  mit entsprechenden Unterrichtsmaterialien und einem Kurs-Handbuch vorbereitet hat. So können Lehrer für den Physik-Unterricht eine Software nutzen, die Verkehrsunfälle und deren Ent-stehung simuliert. Es gibt Anregungen, wie das Thema “Anhalteweg und Aufprallgeschwindigkeit” in den Unterricht eingebettet werden kann. Die Kölner Universität, die die Kampagne wissenschaftlich begleitet, bietet Lehrerfortbildungen zum Thema “Crash Kurs NRW” an.

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