Samstag, 10. Dezember 2016

Braucht die Feuerwehr eine neue Streitkultur?

15. November 2016 von  

Bremen – Wir haben den Eindruck, dass sich manche Verantwortliche in den Feuerwehren mit Kritik sehr schwer tun. Beliebt sind Kritiker selten, aber als Spinner, Nestbeschmutzer oder Quälgeister werden sie in den meisten Branchen oder Organisationen nicht bezeichnet. Querdenker in den Feuerwehren berichten uns das aber immer wieder.

Mit diesem Logo kennzeichnen wir die Beiträge der Serie "Feuerwehr kritisch" im Feuerwehr-Magazin.

Mit diesem Logo kennzeichnen wir die Beiträge der Serie „Feuerwehr kritisch“ im Feuerwehr-Magazin.

Doch ohne kritische Stimmen geht es nicht, will man sich weiterentwickeln und verbessern. Es ist nun einmal so, dass irgendeine Person einen Fehler oder Missstand als erstes entdeckt. Einmal aufgedeckt, sollte dann die volle Energie darauf verwendet werden, den Missstand zu beheben. Leider haben wir nach den Reaktionen der letzten Wochen eher den Eindruck, dass viel Energie darauf verwendet wird, Fehler zu vertuschen.

Und auch das eigene Tun und Handeln regelmäßig zu hinterfragen, macht durchaus Sinn. Warum machen wir das so und so? Gibt es alternative Vorgehensweisen oder Techniken? Gibt es wissenschaftliche Studien zu den Vorgehensweisen? Auf welchen Grundlagen beruhen eigentlich unsere Erkenntnisse? Aber Achtung: Die Ergebnisse können ernüchternd sein. Wer sowieso nichts am Vorgehen ändern will, sollte diese Fragen nicht stellen.

Mit unserer Serie „Feuerwehr kritisch“ wollen wir Feuerwehrleuten die Chance geben, Dinge kritisch zu hinterfragen. Wir wollen damit zu einer breiten und ergebnisoffenen Diskussion anregen. Wie wichtig dies ist, belegen die Reaktionen auf unsere erste Veröffentlichung in der Oktober-Ausgabe des Feuerwehr-Magazins. In unzähligen Zuschriften berichten uns Feuerwehrleute von Mobbing, sexuellen Übergriffen, autoritären Führungsstilen, rechtsradikalen Tendenzen in ihren Wehren, Schummeleien bei Prüfungen, und, und, und.

Das Ausmaß hat uns wirklich überrascht. Einige grundsätzliche Themen werden wir im nächsten Jahr aufgreifen. Einzelpersoenen helfen wir auf andere Weise. Aber es stellt sich auch die Frage: Benötigt es in den Feuerwehren vieleicht einer neuen Diskussions- und Steitkultur?

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