Brände und Verletzte durch Feuerwerk

Berlin – Seit Dienstag werden Raketen und Böller im Handel angeboten. Und schon weit vor Silvester melden Polizeidienststellen jede Menge Brände, aber auch Verletzte. Schwerwiegende Folgen blieben bislang allerdings aus. Für die Silvesternacht selbst müssen die Einsatzkräfte bundesweit wieder mit mehreren Tausend Einsätzen rechnen.

Auszüge aus dem Einsatzgeschehen: In Lemwerder (Kreis Wesermarsch) spielten am Dienstag drei Kinder (zehn und elf Jahre alt) im Keller eines Mehrfamilienhauses mit Feuerwerkskörpern. In der Folge gerieten Abfall und Inventarteile in Brand, über 70 Einsatzkräfte aus vier Feuerwehren rückten an, um das Feuer zu löschen. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 2.000 Euro.

Ebenfalls im Keller eines Mehrfamilienhauses brannte es am späten Dienstagabend in Aachen. Die Ermittler sind sich einig: “Entweder hat jemand mutwillig Knaller durch ein Fenster in den Keller geworfen und das Feuer ausgelöst, oder fahrlässiger Umgang mit Knallern ist die Ursache.” Der Keller brannte völlig aus, der Schaden beträgt rund 30.000 Euro. Ein Bewohner musste mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung behandelt werden. Die Polizei hat als Verursacher fünf junge Männer im Visier, die sich in der Nähe aufgehalten und Böller gezündet haben sollen.

In der Nacht zu Mittwoch brannte “vermutlich aufgrund eines achtlos weggeworfenen Feuerwerkskörpers”, so die Polizei, eine Garage in Osterholz-Scharmbeck (bei Bremen). Der Knaller hatte in einem Belüftungsschacht Unrat in Brand gesetzt. Die Polizei ermittelt gegen zwei 15 und 16 Jahre alten Jugendlichen, die den Brand gemeldet hatten. Sie führten A- und B-Böller mit sich.

Mit einem Böller-Wurf auf einem Supermarkt-Parkplatz hat sich auch ein 41-Jähriger in Münster Ärger eingehandelt. Der Mann warf einen Chinakracher, den er kurz zuvor gekauft hatte, in Richtung einer 43-Jährigen, die gerade in ihren Wagen einsteigen wollte. Der explodierende Böller verletzte die Frau leicht. Sie erstattete Anzeige.

Unfassbar erscheint zudem das Verhalten eines Outlet-Store-Betreibers in Garbsen (Region Hannover). Die Polizei ermittelt gegen den Mann wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes war bei einer Kontrolle des Ladens in einem Einkaufszentrum die Lagerung einer großen Menge von Feuerwerkskörpern aufgefallen. Die daraufhin alarmierten Polizeibeanten stellten fest, dass die gesetzlich erlaubte Lagerungsmenge von einer Tonne erheblich überschritten worden war. Die Beamten haben auf Anordnung des Amtsgerichts neun Tonnen Silvesterfeuerwerk beschlagnahmt. Da der Verkauf der Böller schon seit den frühen Morgenstunden im Gange war, ist anzunehmen, dass der Betreiber dort noch mehr Feuerwerk gelagert hatte.

In der Silvesternacht selbst rechnen die Feuerwehren wieder mit zahlreichen Einsätzen. In etlichen Großstädten werden die Schichten der Berufsfeuerwehr verstärkt und freiwillige Wehren in Bereitschaft versetzt. In Berlin steht etwa die doppelte Zahl an Einsatzkräften zur Verfügung. Übrigens: Während es im Süden in der Silvesternacht teils kräftig regnen soll, wird im Norden eine größere Menge Neuschnee erwartet, der für glatte Straßen und den einen oder anderen Unfall sorgen dürfte.

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