Dienstag, 31. Mai 2016

Besonderer Löscheinsatz: Wenn Feuerwehrleute heiraten

Saarlouis (SL) – Mit einem Gelenkmast auf Mercedes-Fahrgestell wurde Stefanie Amann (31) am Silvestermittag zuhause abgeholt und zu ihrer Feuerwehrhochzeit gefahren. In der Feuerwache in Saarlouis warteten bereits ihr Bräutigam und Kamerad Torsten Lange sowie Oberbürgermeister (OB) Roland Henz. Der OB nahm persönlich die Trauung in der Fahrzeughalle vor.

Mit Blaulicht und Martinhorn zum Traualtar: An Silvestermittag schlossen Torsten Lange (36) von der Werksfeuerwehr von Saarstahl und Steffi Amann (31), Brandermittlerin beim Landeskriminalamt, auf der Feuerwache in Saarlouis den Bund fürs Leben. Getraut wurden die beiden Saarlouiser Feuerleute von Oberbürgermeister Roland Henz, Foto: Ruppenthal

Mit Blaulicht und Martinhorn zum Traualtar: An Silvester gaben sich Torsten Lange (36) und Stefanie Amann (31) auf der Feuerwache das Ja-Wort. Getraut wurden die beiden Saarlouiser Feuerwehrleute von Oberbürgermeister Roland Henz. Foto: Ruppenthal

Beide Ehepartner haben übrigens ihr Hobby zum Beruf gemacht. Torsten Lange, ursprünglich Mitglied im Löschbezirk Altforweiler der Überherrner Wehr, ist seit geraumer Zeit hauptberuflich bei der Werkfeuerwehr von Saarstahl in Völklingen tätig. Stefanie Amann, Pressesprecherin der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis und aktives Mitglied des Löschbezirks Stadtmitte, arbeitet als Brandermittlerin beim Landeskriminalamt in Saarbrücken. Angesichts von so viel Feuerwehrpower war der Oberbürgermeister fast sprachlos. Genau genommen hatte er erkältungsbedingt fast die Stimme verloren, zog aber mit einem Kraftakt die Trauung höchstpersönlich durch.

Nachdem sich das Paar das Ja-Wort gegeben und die notwendigen Unterschriften getätigt hatte, durfte allerdings noch nicht gefeiert werden. Erst gratulierte der spontan ins Leben gerufene Chor der Brandermittler auf musikalische Weise. Danach wurden Torsten und Stefanie von Polizeikommissarin Anja Bertrand Handschellen angelegt und eine „scharf geladene“ Hochleistungswasserpistole übergeben. Aneinander gefesselt musste eine brennende Warnfackel ausgeschossen werden.

Hochzeitsspiele: Rostige Säge und Brand im Palettenlager

Als nächste Hürde galt es, mit einer rostigen stumpfen Zugsäge einen Baumstamm durchzutrennen. Beinahe wäre dieser Kraftakt schief gegangen, denn der Bräutigam hatte auf einmal nur noch den Griff in der Hand. Nachdem auch diese Hürde bewältigt war, kam der befürchtete Feueralarm. Im Gegensatz zu den Realeinätzen der letzten Tage hatten dieses Mal „Brandstifter“ aus dem Umfeld des Paares ein „Holzpalettenlager“ in Brand gesteckt.

Auf die Schnelle mit der notwendigen Schutzkleidung ausgestattet, musste das frisch getraute Feuerwehr-Paar zur Brandbekämpfung ausrücken und mittels Minischlauch das Feuer löschen. Die Braut übernahm dabei die Steuerung der Wasserversorgung, der Bräutigam den eigentlichen Löschvorgang. Wir wünschen den beiden Eheleuten viel Glück.

Ähnliche Artikel zu dem Thema:

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!